Die Netze BW GmbH betreibt die Hochspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Engstlatt und Horb. Diese führt auch am Steinbruch in Haigerloch vorbei. Nach dem Hangrutsch im November vergangenen Jahres und dem kontrollierten Ablassen des dadurch gefährdeten Strommastes hat die Netze BW zwei neue provisorische Notgestänge aufgestellt. Über diese werden die Leiterseile seither geführt. Nun soll die Freileitung in diesem Bereich erneuert und zwei neue Masten aufgestellt werden.

Masten wachsen in die Höhe

Die neue Stromleitung überquere zukünftig das angrenzende Waldbiotop „Klinge NO Weildorf", heißt es in einer Mitteilung des Netzbetreibers. Um dort die notwendigen Abstände zur Vegetation sicherzustellen und um Rückschnitte oder Rodungen zu vermeiden, würden höhere Masten verwendet. Statt 35 und 36 Meter sollen die zwei neuen Masten etwa 42 und 58 Meter hoch sein. Das grundsätzliche Mastbild bleibe hingegen erhalten.
Auch die Anzahl der Leiterseile sowie der aufgelegten Erdseile und Luftkabel verändert sich nicht zum Bestand. Ebenso findet keine Erhöhung der Übertragungsleistung im Rahmen dieser Erneuerung statt.

Betroffene Eigentümer werden informiert

Für den Neubau der Masten, den erforderlichen Seilzug sowie den vollständigen Rückbau werden entsprechende Zuwegungen und Arbeitsflächen erforderlich. Dazu informiere und beteilige die Netze BW die betroffenen Eigentümer sowohl im angestrebten Genehmigungsverfahren als auch im Rahmen einer direkten Ansprache. Sobald die Arbeiten wieder abgeschlossen sind, werden die temporär in Anspruch genommenen Flächen laut Netze BW „ordnungsgemäß wiederhergestellt“.
Durch die geringfügig verschobene Leitungsachse würden zudem Grundstücke neu überspannt oder eventuell auch eine bereits bestehende Überspannung durch die Maßnahme verändert. Entsprechend werde man die zur Sicherung eines Schutzstreifens erforderlichen Dienstbarkeiten mit den jeweiligen Eigentümern vereinbaren.
Derzeit sei es geplant, den Antrag auf Planfeststellung für diese kleinräumige Maßnahme im Januar 2023 einzureichen. Die zuständige Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Tübingen. Diese prüft den Planfeststellungsantrag der Netze BW, insbesondere unter Einbindung der Träger öffentlicher Belange, der Fachbehörden und der Öffentlichkeit.

Umsetzung im dritten oder vierten Quartal 2023

„Auf Grund der bislang provisorischen Lösung soll das Vorhaben schnellstmöglich umgesetzt werden“, teilt eine Sprecherin des Netzbetreibers mit. Die Netze BW rechne damit, dass die Erneuerung im dritten oder vierten Quartal 2023 erfolgen kann, wobei die reine Bauzeit zirka zwei Monate betragen wird.