Städtepartnerschaft Burladingen
: Besuch aus Frankreich setzt auf der Alb ein starkes Zeichen

Nach personellen Wechseln in Frankreich war offen, wie es mit der Städtepartnerschaft weitergeht. Der jüngste Besuch aus Le Plessis-Trévise gab eine deutliche Antwort.
Von
Reinhard Will
Burladingen
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Burladingen Städtepartnerschaft mit Le Plessis

Die Franzosen mögen mit ihrer Küche weltführend sein, aber auch auf der Alb versteht man sich auf Gastlichkeit. Beim Besuch der Delegation aus Le Plessis-Trévise in Burladingen wurden neue Ideen entwickelt, wie man die Städtepartnerschaft noch vertiefen kann.

Reinhard Will
  • Delegation aus Le Plessis-Trévise besuchte Burladingen – Fokus auf das zweitägige Spulenfest.
  • Nach personellen Wechseln in Frankreich: Die Partnerschaft wird fortgeführt und vertieft.
  • Gäste lobten Organisation, Vereinsgemeinschaft und Angebot, einige halfen am Stand mit.
  • Austausch mit Bürgermeister und Verwaltung zeigte Unterschiede der kommunalen Systeme.
  • Gespräche zu neuen Projekten, private Unterbringung vertiefte Kontakte; Partnerschaft seit 38 Jahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Städtepartnerschaft zwischen Burladingen und Le Plessis-Trévise ist in die Jahre gekommen, sie hat Höhen und Durststrecken erlebt. Nach den vergangenen Kommunalwahlen in Frankreich im März war ein wenig ungewiss, wie es weitergeht. Der Bürgermeister, die Besetzung im Gemeinderat und im Partnerschaftskomitee von Le Plessis-Trévise wechselten teilweise.

Doch die Verbindung besteht weiter. Eine Delegation aus der Partnerstadt weilte jüngst in Burladingen. Nämlich beim zweiten, zweitägigen Spulenfest auf dem Marktplatz. Was erlebten die Gäste?

Die Franzosen sind beeindruckt

Ein rundum gelungenes Fest mit zahlreichen Höhepunkten, eine reibungslose Festorganisation im Zusammenspiel mit Stadt und Vereinen, eine starke Vereinsgemeinschaft, eine ausgelassene Stimmung und ein Speisen- und Getränkeangebot, das keine Wünsche offen ließ: die siebenköpfige Delegation, die auf Einladung des Burladinger Fördervereins Städtepartnerschaft angereist war, zeigte sich beeindruckt. Und sie lernten Burladingen auf der Festmeile von einer ganz speziellen Seite kennen.

Städtepartnerschaft Burladingen Le Plessis

Ein Teil der französischen Gäste beim Burladinger Spulenfest vor dem Stand des Burladinger Städtepartnerschafts-Vereins. Ein paar der Besucher griffen ihren Gastgebern bei der Bewirtung spontan unter die Arme.

Reinhard Will
Städtepartnerschaft Burladingen Le Plessis

Hier gemeinsam mit Burladingens Bürgermeister Davide Licht l(3. v. r.)

Reinhard Will

Ganz klar, das Fest stand im Mittelpunkt (und war schließlich Grund der Einladung und des Besuchs), aber auch die Kommunalpolitik bildete ein Thema. Immerhin bestand die Delegation überwiegend aus Mitgliedern des im März in Le Plessis-Trévise neugewählten Gemeinderates, die sehr daran interessiert waren, zu erfahren, wie die Gemeindepolitik diesseits des Rheines funktioniert.

Unterschiede im kommunalen System

In den Gesprächen und Begegnungen mit der Burladinger Verwaltungsspitze – Bürgermeister Davide Licht und Bürgermeisterstellvertreter Josef Pfister nahmen sich trotz gut gefüllter Terminkalender viel Zeit für den gemeinsamen Austausch – wurde deutlich, dass die beiden kommunalpolitischen Systeme doch einige signifikante Unterschiede aufweisen. Aber der Wille, die Partnerschaften zu pflegen und weiter auszubauen, eint beide Seiten. Das wurde in den Ansprachen und Grußworten, sei es beim Begrüßungsempfang im Rathaus, beim gemeinsamen Abendessen oder im direkten Gespräch, deutlich.

Gäste helfen am Verkaufsstand mit

Die Betreuung der Gäste lag in den Händen des hiesigen Fördervereins. Ein kleines Rahmenprogramm weitete den Aufenthalt über den Festbereich hinaus aus: Bei einer Führung in der St. Georgskirche erfuhren die Gäste Wissenswertes zur Historie dieses Kleinods in der Stadtmitte und über die Stadtgeschichte; Einblick in eine Einrichtung der sozialen Infrastruktur gab es bei einem Pflegeheimbesuch. Den direkten Kontakt zur Einwohnerschaft und zu den Festbesuchern hatten die Gäste am Stand des Fördervereins Städtepartnerschaft. Hier unterstützen einige von ihnen tatkräftig die im Standdienst eingesetzten Vereinsmitglieder. Und natürlich waren die Gäste auch auf dem Festgelände unterwegs. Dort konnten sie einen Eindruck vom guten Zusammenwirken aller am Fest Beteiligten gewinnen.

Beeindruckt von Wolfgang Grupp, Trigema

Ebenfalls beeindruckt zeigten sich die Gäste am zweiten Tag vom Interview mit Wolfgang Grupp, das sie aufmerksam verfolgten. Die Burladinger Unternehmerpersönlichkeit, vormals Geschäftsführer der Textilfirma Trigema, ist auch in der Partnerstadt kein Unbekannter.

Städtepartnerschaft Burladingen Le Plessis

Städtepartnerschaft Burladingen Le Plessis

Reinhard Will

Der Besuch bot zudem die Gelegenheit, sich über Ideen zu weiteren gemeinsamen Projekten auszutauschen und Aktivitäten zu planen. Zudem bot er die Gelegenheit, Land und Leute unmittelbar kennenzulernen. Die Franzosen waren durchweg privat bei Mitgliedern des Fördervereins Städtepartnerschaft untergebracht und erlebten so das Familienleben unmittelbar mit. Hier zeigte der Verein einmal mehr seine Gastfreundschaft und Offenheit. Die logistische und auch weitere Unterstützung durch die Stadt bewies, dass der Motor zwischen Verein und Stadt ebenfalls rund läuft.

Die Freundschaft zwischen den Aktiven, die sich für Völkerverständigung einsetzen, wurde gestärkt. Jetzt geht es natürlich darum, diese Freundschaft auch in der Bevölkerung beider Städte auf einer breiten Basis zu halten.

Seit 38 Jahren freundschaftlich verbunden

Die Partnerschaft zwischen der Albgemeinde Burladingen und Le Plessis-Trévise, unweit von Paris gelegen, besteht seit 38 Jahren. Am 25. Juni 1988 erfolgte die Unterzeichnung der Gründungsurkunde in Frankreich. Nochmals unterzeichnet wurde sie am 17. September 1988 in Burladingen von den Bürgermeistern Jacques Jégou und Peter Höhnle. Seither erfolgten zahlreiche Besuche und Gegenbesuche der beiden Gemeinderäte und von Vereinen. Nur der Schüleraustausch ist in den vergangenen Jahren in einen Dornröschenschlaf verfallen.