Stadttauben Hechingen
: Was das Rathaus zur Petition der Tierschützer sagt, ist nicht viel

Man wird ja noch fragen dürfen: Hat die Unterschriftensammlung des Hechinger Stadttaubenvereins zum Fütterungsverbot vielleicht Auswirkungen auf Stadt und Gemeinderat? Die Antwort fällt wenig überraschend aus.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Taubenfütterung durch den Stadttauben-Verein auf dem ehemaligen Aviona-Areal an der Runkellenstraße: Die Stadt Hechingen hat das jetzt untersagt. Tauben Stadttauben Hechingen

Das gibt's seit etlichen Wochen nicht mehr: Fütterung der Hechinger Stadttauben. Mittlerweile dürfte sich die Zahl der Tiere wegen des Fütterungsverbots merklich verringert haben. Mit Tierschutz hat das eher wenig gemein.

Stadttauben Hechingen e. V.
  • Hechingen verbietet seit Wochen die Fütterung von Stadttauben – Tierbestand nimmt sichtbar ab.
  • Petition des Stadttaubenvereins gegen das Verbot zählt fast 700 Unterschriften, Ziel: 1000 Namen.
  • Stadt Hechingen bleibt bei ihrer Entscheidung und kommentiert die Petition nicht.
  • Stadttaubenverein fordert betreute Taubenschläge, wie sie in Bisingen und Burladingen genutzt werden.
  • Gemeinderat beschloss im Juli, Ausnahmen des Fütterungsverbots nicht mehr zu genehmigen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Ticker läuft. Gemeint ist nicht der zur Bundesliga, die einen nach zwei Spieltagen in die Verzweiflung treiben könnte. Nein, stetig voran geht es mit der Meldung, wie viele Menschen aktuell die Petition gegen das Fütterungsverbot der Hechinger Taubenschützer unterzeichnen. Nach einem kleinen Hängerchen geht es inzwischen wieder gut voran.

Petitionen sind fast immer gleich: Am Anfang stürzen sich die Leute drauf, dann lässt es etwas nach. Man muss das Thema halt am Köcheln halten. Und siehe da: Nachdem die ersten 500 Namen so schnell geschafft waren, dann aber der Ticker langsamer wurde, stand die Erklärung am späteren Montag bereits mit annähernd 700 Namen da. Angestrebt werden 1000. Wie berichtet, können es am Ende, wenn abgerechnet wird, auch weniger sein. Denn es sollen, so betonen die Hechinger Tierschützer, allein Namen aus Hechingen und Umgebung zählen.

Verspätung wegen Urlaub

Was sagt denn die Stadt Hechingen zu dem Vorstoß des Stadttaubenvereins? Als die Petition in der vergangenen Woche an den Start ging, gab es wegen Urlaubs noch keine Stellungnahme. Am Montag konnte die Anfrage nachgeholt werden, denn die Erste Beigeordnete der Zollernstadt ist seitdem wieder zur Stelle. Und die Antwort auf die Mail der HZ kam prompt und zeitnah.

Allerdings muss dafür nicht enorm viel Platz eingeräumt werden.  Das Original von Dorothee Müllges: „Die Petition der Stadttaubenfreunde lassen wir unkommentiert.“ Überraschend kommt das freilich nicht. Denn der Beschluss des Gemeinderates aus nichtöffentlicher Runde ist noch leidlich frisch, weil erst im Juli gefasst worden. Und so rasch ändert man auch in der Kommunalpolitik keine Entscheidungen. Mit dem Beschluss ist die Ausnahmegenehmigung des Fütterungsverbots, die am 2. April abgelaufen war, nicht verlängert worden. Umgesetzt wurde das aber erst Ende Juli. Seither muss man, in erster Linie der Stadttaubenverein, sich daran halten. Was auf Privatgrundstücken passiert, scheint eine andere Sache zu sein. Zumindest wird das behauptet.

Was bedeutet „kein Kommentar“?

Ignoriert die Stadt die Petition? Das kann man so nicht sagen. Denn „kein Kommentar“ heißt ja weder das eine, noch das andere. Freilich bildet man sich beim Taubenverein nicht unbedingt ein, dass die Stadt auf die Belange des Tierschutzes hören wird. Die Argumente sind bekannt: Der Verein behauptet, dass das Fütterungsverbot gegen den Tierschutz ist und nichts bringt, weil die Tiere in der Not noch mehr Nachwuchs produzieren. Einzig helfen würden überwachte Taubenschläge, mit deren Hilfe man die Population verringern könne. Stadt und Gemeinderat wehren sich weiterhin gegen eben diese Lösung, die in der direkten Nachbarschaft aber von Bisingen und Burladingen praktiziert wird.