Stadt reduziert Gebäude
: Burladinger Jugendmusikschule kuschelt mit der VHS

Die Einrichtung zieht in den Bauhof um, wo bereits die Volkshochschule untergebracht ist. Gemeinderat stimmt dem Vorhaben zu.
Von
Matthias Badura
Burladingen
Jetzt in der App anhören
Christoph Kolb, Leiter der Jugendmusikschule Burladingen

Jugendmusikschulleiter Christoph Kolb freut sich auf den Umzug seiner Einrichtung. „Die Räume in dem 100 Jahre alten Haus waren nie optimal, inzwischen sind die Zustände einfach nicht mehr tragbar.“

Matthias Badura
  • Burladingens Jugendmusikschule zieht in den Bauhof, wo bereits die VHS sitzt.
  • Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu – beide Einrichtungen begrüßen es.
  • Umbau im Bauhof kostet geschätzt 518.000 Euro, Sanierung der alten Schule rund 2 Millionen.
  • Bauhof arbeitet mit, spart 60 bis 70.000 Euro; Fördermittel werden geprüft.
  • Baustart könnte im Jahr 2027 sein, die Arbeiten sollen etwa ein Jahr dauern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Jugendmusikschule zieht nach 30 Jahren ihres Aufenthaltes in der Richard-Biener-Straße in den Bauhof an der Fehlabrücke um, wo schon lange die städtische Volkshochschule angesiedelt ist. Dazu sind Umbauarbeiten im Bauhofgebäude notwendig. Die aber fallen nach Darstellung der Stadtverwaltung bei weitem kostengünstiger aus, als die Ertüchtigung der Jugendmusikschule kosten würde. Eine „Nachnutzung“ des Hauses in der Richard-Biener-Straße ist aktuell nicht vorgesehen. Die Stadt hat grundsätzlich die Absicht, sich von der Immobilie zu trennen. Sie folgt damit ihrer „Strukturschiene 2035“. Was bedeutet das? Antwort: Für jedes neu errichtete oder neu hergerichtete Gebäude soll – wenn möglich – ein anderes von zweien aufgegeben werden. Hintergrund sind die hohen Unterhaltskosten des Gebäudebestandes der Stadt, die man reduzieren will.

Dem Vorschlag, die Jugendmusikschule gemeinsam mit der Volkshochschule im Bauhof unterzubringen, stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Timo Fischer, leitender Mitarbeiter des städtischen Bauamtes, hatte die Zahlen offengelegt. Eine Sanierung der Jugendmusikschule würde demnach um die 2 Millionen Euro kosten, der Umbau im Bauhof dagegen geschätzt nur 518.000 Euro. Ob Fördermittel zu erhalten sind, wird derzeit geprüft. Gedämpft werden können diese Aufwendungen durch Arbeiten, die der Bauhof erledigt, Einsparung 60 bis 70.000 Euro in circa 800 Arbeitsstunden.

Kleintierzuchtverein darf bleiben

Vorgesehen ist, im jetzt bestehenden Saal, im 1. Stockwerk des Bauhofes, fünf neue Räume einzurichten, plus einen kleineren Saal, der für Konzerte der Musikschule oder Vorträge der Volkshochschule zur Verfügung steht. Die Sanitäranlagen auf dieser Ebene, so der weitere Plan, werden saniert und im 2.  Stock neue, bis dato nicht bestehende, eingerichtet. Der Kleintierzuchtverein, der dort oben beheimatet ist, bleibt davon unbeeinträchtigt. Er kann seinen Standort behalten. Seine Jahresschauen, die bisher im Saal stattfanden, werden sich innerhalb der Stadt verlagern. Die Räume und Einrichtungen des Bauhofes sind ebenfalls nicht betroffen und bleiben unverändert.

Das Vorhaben, so Fischer weiter, wurde mit der Jugendmusikschule, der Volkshochschule, dem Züchterverein sowie Eberhard Brunner und Hubert Pfister, den Sprechern der Burladinger Vereine, im Vorfeld abgeklärt. Alle hätten dem Projekt ihre Zustimmung erteilt.

VHS und JMS sind zufrieden

Das bekräftigte in der Sitzung zunächst Nadine Gotthold, die Leiterin der VHS. Weil mit dem Umbau die vorhandenen Räume ihrer Einrichtung saniert würden und neue entstehen, sei das Projekt zu begrüßen.

Desgleichen Musikschulleiter Christoph Kolb. Die Zustände im jetzigen Gebäude seien niemals optimal gewesen und inzwischen nicht mehr tragbar. Sicher werde im Einzelfall das eine oder andere Problem mit der Raumnutzung auftreten. Doch darüber mache er sich keine Sorgen. „Wir arbeiten bisher schon hervorragend mit der VHS zusammen. Ich bin da vollkommen optimistisch.“

Bauhof Burladingen Sitz der VHS, bald auch der Jugendmusikschule

Sitz des Burladinger Bauhofes und der städtischen Volkshochschule an der Fehlabrücke 6. Hier soll nach Umbauarbeiten nun auch die Jugendmusikschule ihr Heim finden.

Matthias Badura

Der Baustart könnte im Jahr 2027 erfolgen und dürfte bis zur Fertigstellung etwa ein Jahr dauern, meinte Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung. Durch die starke Einbeziehung der Kräfte des Bauhofes, das hatte Bürgermeister Davide Licht hervorgehoben, müssten verschiedene Aufgaben in der Umbauzeit gegebenenfalls zurücktreten, etwa die Pflege der städtischen Grünflächen. Er bat die Bürger dafür um Verständnis. Mit der Zusammenlegung in moderne, funktionelle Räume würden Weichen in die Zukunft beider Einrichtungen gestellt. „Das muss absolute Priorität haben.“

Beides ehemalige Fabriken

Jugendmusikschule Die 1976 gegründete Jugendmusikschule Burladingen wechselte Mitte der 1990er Jahre aus der unmittelbaren Nachbarschaft an den jetzigen Standort Richard-Biener-Straße 14. Der Bau wurde in den 1920er-Jahren als Textilfabrik errichtet und beherbergte später eine Arztpraxis mit Wohnräumen. Schon damals stellte die Unterbringung der Schule eher eine Notlösung dar. Wie Alt-Bürgermeister Peter Höhnle bei der Jubiläumsfeier der Einrichtung kürzlich sagte, wäre ihm ein neues Gebäude, das eigens für den Musikunterricht konzipiert wurde, lieber gewesen. Aber die Verhältnisse hätten es eben nicht zugelassen. Abgesehen vom Zustand des Gebäudes haben sich inzwischen die Schülerzahlen erheblich vermehrt, rund 600 sind es.

Bauhof/VHS Beim Bauhofgebäude handelt es sich ebenfalls um eine ehemalige Fabrik (Bitzer), errichtet 1952. Das Familienunternehmen musste im Zuge der allgemeinen Textilkrise 1978 Insolvenz anmelden. Die Stadt erwarb das Areal, brachte dort ihren Bauhof unter, später die Volkshochschule.