Lärmaktionsplan: In Burladingen soll nachts nur noch Tempo 30 gefahren werden

In absehbarer Zeit auch in Burladingen. Der Lärmaktionsplan sieht die Beruhigung der Burladinger Ortsdurchfahrt vor. Der Beschluss fiel in der jüngsten Gemeinderatssitzung, muss allerdings noch die Behörden durchlaufen und umgesetzt werden.
www.imago-images.de- Burladingen plant nachts Tempo 30 auf der B 32 in der Ortsdurchfahrt – 22 bis 6 Uhr.
- Der Gemeinderat stimmte dem Entwurf zum Lärmaktionsplan mit Maßnahmenkatalog zu.
- Flüsterasphalt ist bei späterer Straßensanierung vorgesehen, Umsetzung steht noch aus.
- Ganztägiges Limit entfällt, da ein Verdrängungseffekt auf Nebenstraßen erwartet wird.
- Anhörungen folgen, danach entscheidet erneut der Gemeinderat und das Gebot tritt voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres in Kraft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Gemeinderat der Stadt Burladingen (Zollernalbkreis) beschloss in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag, 21. Juli, den „Entwurf zum Lärmaktionsplan mit Maßnahmenkatalog“. Die „Maßnahmen“ betreffen die Ortsdurchfahrt in der Kernstadt Burladingen. Dort ist zunächst eine nächtliche Temporeduzierung vorgesehen, heißt: Von 22 Uhr bis 6 Uhr dürften Fahrzeuge nur mit 30 Kilometern pro Stunde fahren. Bei einer – längst fälligen – Sanierung der Straße soll die Fahrbahn später einen sogenannten Flüsterasphalt erhalten, der die Geräusche ganztägig erheblich dämpft.
Der Lärmaktionsplan stellt eine gesetzliche Pflichtaufgabe dar. Maßnahmen müssen Städte und Gemeinden dort ergreifen, wo die Lärmbelastung für Anwohner einen offiziell festgelegten Pegel überschreitet. Das ist, wie nach Zählungen und Messungen feststeht, in der Burladinger Ortsdurchfahrt der Fall. Es ist ebenso der Fall in der Ortseinfahrt Killer – von Jungingen her bis zur Hofstättstraße. Weil dieses Teilstück der B 32 jedoch mit circa 150 Meter relativ kurz ist, will man hier nicht tätig werden. Begründung: Eine Temporeduzierung mit Abbremsen und wieder Beschleunigen würde die Belastung erhöhen. Darüber war sich in einer vorangegangenen Sitzung der Ortschaftsrat von Killer einig gewesen.
Warum nicht ganztätig?
Warum, so stellte sich die Frage, wird das Tempo-30-Limit in der Kernstadt nur über die Nacht und nicht über den gesamten Tag verhängt? Antwort: Weil dann der Verkehr auf andere Straßen ausweicht. Es käme zum „Verdrängungseffekt“, von dem insbesondere die Albstraße (als Schulweg) und die Blumenstetterstraße-/Zollerstraße (Tempo 50) betroffen wären, so Ordnungsamtsleiter Martin Paulus.
Sanierung der Durchfahrt steht in den Sternen
Die Tempo-30-Schilder in der Burladinger Ortsdurchfahrt werden voraussichtlich im kommenden Jahr errichtet. Wann ein Flüsterasphalt eingebaut wird, hängt von der Gesamtsanierung der Ortsdurchfahrt ab. Und die wird wegen enormer Kosten, das wurde deutlich, noch einige Zeit auf sich warten lassen.
Für die CDU erklärte Fraktionssprecher Michael Eisele vor der Abstimmung, man nehme das Thema Lärmbelästigung sehr ernst. Der Effekt der jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen sei jedoch „überschaubar“ und es stelle sich die Frage nach der „Sinnhaftigkeit“. Daher kündigte er an, es würden nicht alle Mitglieder seiner Fraktion dem Vorschlag zustimmen. Dazu erklärte Bürgermeister Licht, man sei auf jeden Fall verpflichtet, etwas gegen Straßenlärm zu unternehmen. „Wir haben keinen Spielraum.“
Kevin Rieber, Sprecher der Freien Wähler, sagte, innerhalb seiner Fraktion sei man ebenfalls nicht glücklich über die Lösung, „aber wir müssen eben etwas tun.“ Dörte Conradi, CDU, legte dar, sie habe grundsätzlich nichts gegen ein ganztägiges Tempo-30-Limit einzuwenden. Sie bezweifelte, ob sich in Burladingen tagsüber wirklich ein „Verdrängungseffekt“ in Richtung der beiden genannten Straßen einstellen würde. Das sei erfahrungsgemäß sehr wohl der Fall, widersprach Ordnungsamtsleiter Paulus. Man habe das in Vergangenheit bei Baustelleneinrichtungen auf der Hauptstraße erfahren.
Verfahren dürfte bis 2027 dauern
Die Abstimmung endete mit 16 Ja- und 9 Gegenstimmen. Es folgt jetzt die Anhörungsphase des Trägers öffentlicher Belange. Innerhalb des Verfahrens können sich Bürger zu Wort melden. Anschließend hat nochmals der Gemeinderat zu befinden, bevor der Plan voraussichtlich am Beginn des kommenden Jahres in Kraft tritt und in Burladingen das nächtliche Tempo-30-Gebot gilt.
