Schulleben: Kreativität erobert ein ganzes Schulhaus

Unter der Leitung von Cordula Hans (links) eröffneten der Unter- und Mittelstufenchor die mittlerweile siebte Auflage von "Musik trifft (K)uns(t)" am Haigerlocher Gymnasium
Thomas KostAuch die mittlerweile siebten Auflage dieses Kultur-Events bot allen künstlerischen Talente des Gymnasiums Haigerloch eine gemeinsame Bühne. Musikstücke, Lieder, Theaterspiel und darstellende Kunst begegneten dem zumeist aus Eltern und Verwanden bestehenden Publikum einen ganzen Abend lang in Form von Ausstellungen, Miniaturkonzerten und szenischen Aufführungen auf Schritt und Tritt. Klassenzimmer wurden umfunktioniert zu Ausstellungsräumen für Projekte aus der Bildenden Kunst oder verwandelten sich in kleine Konzertsälen und Kleinkunstbühnen für die jungen Künstlerinnen und Künstler aus den Reihen der Schulgemeinschaft. Für das leibliche Wohl sorgen die achten Klassen, die mit Verkauf von Kuchen, kleinen Snacks und Getränken Geld für ihre Klassenkasse sammelten.
Auftakt in der Schulaula
Dreh- und Angelpunkt dieses Events war indes die Schulaula. Dort fanden Auftakt und Finale von „Musik trifft (K)uns(t)“ statt. Los ging es dort mit einem Auftritt des Musik-Basis-Kurses zusammen mit dem Unterstufenchor „Haigerstars“ (Klassen fünf bis sieben) und dem Mittelstufenchor (Klassen acht und neun) unter der Leitung von Musiklehrerin Cordula Hans. Die Kombination bekam viel Applaus für die Darbietung eines Medleys, dass den berühmten Kanon in D-Dur des Nürnberger Barock-Komponisten Johann Pachelbel aus dem 17. Jahrhundert mit modernen Popsongs mixte.
Nicht weniger originell: ein musikalischer Teaser mit dem Titel „Ich schlaf gleich ein“. Er sollte Appetit auf die bevorstehenden Aufführungen des Musicals „Löwenherz“ von Andreas Schmittberger am 24. und 25. Juli im Gruoler Saalbau „Löwen“ machen (jeweils ab 18.30 Uhr). Karten dafür konnte man an einem Stand erwerben.
Das olympische Gericht tagt
Lehrerin Kerstin Gotthardt befindet sich derzeit zwar in einem Sabbath-Jahr, das heißt aber nicht, dass die von ihr betreute Theater AG deshalb eingeschlafen ist. Eine Gruppe junger Schauspieler und Schauspielerinnen – darunter welche, die bereits 2024 und 2025 Abitur gemacht hatten – setzen die Theatertradition an der Schule einfach fort. Und zwar mit einem heiteren Improvisationsstück: Prometheus, Atlas und Sisyphos – drei berühmte Gestalten aus der griechischen Mythologie – hatten sich mehr oder weniger listenreich mit den Göttern angelegt. Für ihre Taten mussten sie sich vor dem olympischen Strafgerichtshof verantworten.

Erweckt: Prometheus, Atlas und Sisyphos - drei Gestalten aus der griechischen Mythologie stellte die Theater-AG in einem selbst erarbeiteten Impro-Konzept vor.
Thomas KostDessen oberster Richter kannte keine Gnade. Er verurteilte die drei zu schweren Strafen: Ein Adler frisst jeden Tag an Prometheus Leber, Atlas ist dazu verdammt, das Himmelsgewölbe auf seinen Schulter zu tragen und Sisyphos muss in der Unterwelt immer wieder einen schweren Felsbrocken einen steilen Berg hinaufrollen. Die Theater AG ist Ende des Schuljahres übrigens noch einmal zu erleben – und zwar mit dem berühmten Kriminalroman „Tod auf dem Nil“ von Agatha Christie.
Viertelstündige Konzerte
Danach war überall und für jeden Geschmack etwas geboten. Im Viertelstundentakt erklang Musik aus Saxofonen (Emma Bausinger, Hanna Belser), Trompeten (Isabell Sinz), Flöten (Linn Kumpa), vom Klavier (Theresa Weißbäcker und Jan Breining) und in Form von Gesang (Leni Elser). Die sich wiederholenden kurzen Programme boten dem durchs Schulgebäude wandelnden Publikum die Chance, alle musikalischen Darbietungen mitzubekommen – daher kommt auch der Begriff Wandelkonzert.

In vielen Klassenzimmern waren im Unterricht oder in Eigenregie enstandene Kunstobjekte der Gymnasiasten zu entdecken. Hier Skulpturen der Oberstufe, die sich dem Thema "Körper - Raum - Bewegung" befasst hatte.
Thomas KostDie zahlreichen Exponate der Fachschaft Kunst, darunter Gemälde, Grafik, Architektur, Plastik und Skulpturen zu diversen Themen eroberten sich das gesamte Schulhaus als Ausstellungsraum. Zu sehen gab es auch Arbeiten, die nicht unter Anleitung von Lehrkräften entstanden sind, sondern von den Gymnasiasten ganz eigenständig erschaffen wurden – zum Beispiel Bilder von Merle Grothe (10a) und Noemi Uhde (8a).
Zum Abschluss der Biennale ging es dann nochmal in der Aula hoch her. Der Musik-Basiskurs stimmte „Viva la Vida“ von Coldplay an. Der Lehrkräfte-Chor und Solistinnen des Mittelstufenchors stimmten beim weltberühmten Afropop-Song „Pata Pata“ von Miriam Makeba fröhlich mit ein. Und zum Schluss kam ein echter Rausschmeißer-Song. „Da ist die Tür“, meinten Unterstufen- und Mittelstufenchor.
Schulleiterin im Publikum
So endete ein rundum gelungener Abend, bei dem Stephanie König-Lohr im Namen der Schulleitungsteams sich freute, dass so viele Eltern gekommen waren und auch die Lehrer in der Vorbereitung des Events ihre Schüler und Schülerinnen einmal von einer anderen Seite kennenlernen durften. Und der eingangs erwähnte und von König-Lohr extra begrüßte Ehrengast? Der war niemand anderes als die eigentliche Schulleiterin Karin Kriesell. Sie war nach mehr als einjähriger Abwesenheit wegen Krankheit zu „Musik trifft (K)uns(t) an wieder ihre Schule gekommen. Im neuen Schuljahr soll sie ihr Amt als Schuldirektorin wieder ausfüllen.
