Regierungsbildung: Widmann-Mauz fordert gleichberechtigte Beteiligung von Frauen

Reine Männerrunde im Konrad-Adenauer-Haus: So stellt sich auch Annette Widmann-Mauz den Neustart nicht vor.
Markus Söder/Instagram- Annette Widmann-Mauz fordert gleichberechtigte Beteiligung von Frauen bei Regierungsbildung.
- Kritik an reiner Männerrunde von CDU/CSU-Chefs bei Post-Wahl Treffen.
- Netzgemeinde spottet über fehlende Frauenquote.
- Union sendet nur zwei Frauen (von neun) ins Sondierungsteam.
- SPD-Team besteht aus vier Frauen und fünf Männern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dieser Instagram-Post von CSU-Chef Markus Söder ist vor Wochenfrist viral gegangen: das Foto einer Gesprächsrunde sechs führender männlicher Politiker zwei Tage nach der Wahl. Anwesend waren die Chefs von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, sowie ihre Generalsekretäre Carsten Linnemann und Martin Huber, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Alexander Dobrindt sowie der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei. Dazu hieß es: „Wir sind bereit für einen Politikwechsel in Deutschland.“
Spott aus dem Netz: „Beeindruckende Frauenquote!“
Der Spott der Netzgemeinde ließ nicht lange auf sich warten. „Beeindruckende Frauenquote!“, lautete ein oft geteilter Kommentar. „Und auch so viele junge, aufstrebende Talente am Tische! Das sieht nach einem wirklich zukunftsgerichteten und innovativen Neustart aus!“
Widmann-Mauz reagiert gänzlich unironisch
Gänzlich unironisch und dennoch deutlich hat dagegen die Vorsitzende der Frauen Union in der CDU reagiert: Annette Widmann-Mauz, die scheidende Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Tübingen-Hechingen, forderte in einem Gespräch mit dem „Spiegel“, dass Frauen bei den politischen Gesprächen über ein Bündnis mit der SPD gleichberechtigt mitverhandeln müssen: „Bei Sondierungen und Koalitionsverhandlungen müssen Frauen gleichberechtigt vertreten sein.“ Widmann-Mauz hob hervor, dass kluge Frauen in der Führung der Partei und der Fraktion erforderlich seien: „Nur mit der Perspektive von Frauen kommt Deutschland wieder nach vorne.“
Vollständig durchgedrungen scheint die Staatsministerin a. D. mit ihrer Forderung bei Friedrich Merz und Markus Söder nicht zu sein. Das Sondierungsteam, das die Union in erste Gespräche mit den Sozialdemokraten geschickt hat, war zwar keine reine Männerrunde mehr. Mit der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Dorothee Bär und der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien sind aber nur zwei Mitglieder des neunköpfigen Verhandlungsteams der Union weiblichen Geschlechts. Für die SPD verhandeln vier Frauen und fünf Männer.

