Polizeipräsidium Reutlingen
: Warnung vor Anlagebetrügern – so können sich Bürger schützen

Die Polizei warnt aktuell vor dreisten Anlagebetrügern, die im Einzugsgebiet des Präsidiums Reutlingen ihr Unwesen treiben – und gibt nützliche Tipps.
Von
red/ce
Zollernalbkreis/Kreis Tübingen/Kreis Reutlingen
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Anlagenbetrug: ILLUSTRATION - 27.02.2023, Berlin: Betrüger geben sich am Telefon oder im Internet als Finanzexperten oder Helfer aus und bringen ihre Opfer dazu, hohe Summen zu überweisen. (zu dpa: «Anlagebetrug mit Wald-Genossenschaft: Urteil erwartet») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dreiste Anlagebetrüger treiben ihr Unwesen. So können sich Bürger schützen.

Monika Skolimowska/dpa
  • Polizei warnt im Bereich Reutlingen vor Betrug mit angeblich lukrativen Online-Anlagen.
  • Ein Senior erlaubte Fremdzugriff per Software – danach wurde fünfstellig von seinem Konto abgebucht.
  • Täter locken mit Aktien, Währungen, Kryptos oder Rohstoffen; Auszahlungen verzögern sich, Geld fehlt.
  • Häufig fordern sie vor Auszahlung „Steuern“ oder „Gebühren“ – teils folgen spätere Kontaktversuche.
  • Ratschläge: Misstrauisch bei hohen Gewinnen, Plattformen prüfen, keinen Fremdzugriff, keine PINs, sofort Anzeige.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizei warnt in einer Mitteilung vor Betrügern, die durch gefälschte Angebote für vermeintlich
sehr lukrative Geldanlagen im Internet ihre Opfer um teils sechsstellige Geldbeträge bringen. Aus dem gesamten Zuständigkeitsbereich registriert das Polizeipräsidium Reutlingen immer wieder Anzeigen von Geschädigten des sogenannten Geldanlagebetrugs.

So geriet in den vergangenen Tagen ein Mann in die Fänge eines solchen Kriminellen. Der Mann erhielt laut Mitteilung der Polizei einen Anruf eines selbst ernannten Investmentmitarbeiters, der ihn auf eine angeblich äußerst renditestarke Geldanlage aufmerksam machte. Außerdem wurde dem Opfer der Abschluss eines Kredites angeboten, um dieses Geld dann gewinnbringend anzulegen.

Geld wurde nie angelegt

Hierzu gewährte der Senior dem Anrufer über eine Software einen sogenannten Fremd- oder Fernzugriff auf seinen Computer. In der Folge wurde dem Geschädigten vom Täter kein Kredit verschafft, sondern von dessen Konto eine fünfstellige Summe abgebucht.

In anderen Fällen waren die jeweiligen Opfer auf der Suche nach Geldanlagemöglichkeiten auf professionell wirkende und scheinbar von Prominenten beworbene Internetseiten gestoßen oder hatten E-Mails oder Anrufe mit entsprechender Werbung erhalten.

„Die anschließend in die angeblich angebotenen Aktien, Währungen, Kryptowährungen oder Rohstoffe investierten Gelder wurden aber von den Kriminellen nie wirklich angelegt“, informiert die Polizei.

Täter handeln besonders dreist

Erst als die Anleger schließlich die Auszahlung ihres Kapitals und der versprochenen Gewinne verlangten und sich dies immer wieder verzögerte, bemerkten die Opfer den Betrug. Nicht selten wird von den Kriminellen noch versucht, die Opfer weiter im Betrug zu halten, indem sie für die Auszahlung der angeblichen Gewinne zuvor die Zahlung von Steuern, Gebühren oder ähnlichen Auslagen fordern.

Wie dreist und perfide die Kriminellen vorgehen, zeigt auch folgender Umstand: In vielen Fällen werden die Opfer laut Polizei nach mehreren Wochen oder gar Monaten von den Tätern erneut kontaktiert. Dann geben sich die Anrufer etwa als Mitarbeiter von Investment-Unternehmen oder Finanzaufsichtsbehörden aus und gaukeln vor, dass sie das vom Geschädigten bei der vorausgegangenen Tat überwiesene Geld auf einem meist ausländischen Bankkonto aufgespürt haben und wiederbeschaffen könnten.

In der Hoffnung, das verloren geglaubte Vermögen wiederzuerlangen, schenkten bereits mehrere Opfer den kompetent und vertrauenswürdig erscheinenden Kriminellen abermals Glauben und überwiesen erneut teils höhere Geldbeträge, etwa für angeblich anfallende Personal- bzw. Transaktionskosten.

Die Kriminalpolizei rät

  • Versprochene hohe Gewinne mit wenig Einsatz sollten immer
    misstrauisch machen.
  • Holen Sie vor einer Geldanlage, insbesondere bei Investitionen
    in Kryptowährungen oder wenn sie online erfolgt, unbedingt
    Informationen ein und ziehen Sie im Zweifel einen Fachmann zurate.
  • Banken und Sparkassen gehen nicht direkt auf Kunden zu, um sie
    zum Online-Trading zu bringen.
  • Informieren Sie sich über die Trading-Plattformen, bevor Sie
    sich anmelden oder Geld überweisen.
  • Gewähren Sie keinen Fremdzugriff auf Ihren Computer und geben
    Sie niemals Zugangsdaten zum Online-Banking, PIN oder
    Transaktionsnummern preis.
  • Wenn Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sind oder bei
    Ihnen der Verdacht auf einen Betrugsversuch besteht, erstatten Sie
    umgehend Anzeige bei der Polizei.