Neujahrssitzung in Boll
: 2025 soll sie kommen, die „Schnellstraße“ nach Maria Zell

Gleichermaßen unterhaltsam, gesellig und informativ war die Neujahrssitzung in Boll. Zur Sprache kam alles, was das Dorf aktuell bewegt.
Von
Christian Steinhilber
Boll
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Groß war das Interesse der Bevölkerung an der Neujahrssitzung in der Bollemer Festhalle.

Groß war das Interesse der Bevölkerung an der Neujahrssitzung in der Bollemer Festhalle.

Christian Steinhilber
  • Neujahrssitzung in Boll zieht viele Gäste an, darunter Bürgermeister und Ortsvorsteher.
  • Vortrag über Landschaften im Zollernalbkreis, Appell für Wachsamkeit bei Flächen.
  • Frauen in Boll in der Mehrzahl, Bevölkerung leicht rückläufig.
  • Feuerwehrhaus erhält Verbesserungen, Neubau weiterhin Wunschdenken.
  • 500-Euro-Spende vom Musikverein an den Kindergarten St. Nikolaus Boll.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Einen stimmungsvollen Auftakt lieferte der örtliche Musikverein am Freitagabend für die Bollemer Neujahrssitzung, die zu den ersten wichtigen Terminen des Veranstaltungskalenders unterm Zoller gehört.

Gäste auch von auswärts

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Annette Hähn begrüßte unter den zahlreichen Gästen Bürgermeister Philipp Hahn mit Frau, die Ortsvorsteherkollegen aus Stetten und Sickingen, Otto Pflumm und Siegbert Schetter, alle ehemaligen und aktiven Ortschaftsräte und Ortsvorsteher, Gemeinderäte, die Leiterinnen des Kindergartens und der Grundschule und die Vorsitzenden der Bollemer Vereine und Organisationen.

Über Landschaften im Zollernalbkreis

David Wiesenberger, früher öfters beruflich in Boll, weil für den Landkreis in Sachen Landschaftspflege tätig, referierte zum Thema „Landschaften im Zollernalbkreis“. Er verwies darauf, dass die heimische Landschaft vor allem eine „Kulturlandschaft“ sei. Wäre sie noch eine „Naturlandschaft“, würden wir vor lauter Buchenbäumen den Wald nicht mehr sehen. Ein prägender Faktor ist also der Mensch und dessen Kultivierung und Nutzung der Landschaft. Zu den Umweltfaktoren zählen das Klima, die Geologie und die Höhenlage.

Zum Vortrag gab’s anhand von Bildern Beispiele zu den einzelnen Landschaftstypen, wie die Blumenwiesen, auch „Mähwiesen“ genannt, mit einer hohen Artendichte in Sachen Flora und Fauna. Aber auch über Trockenrasen, Hochstaudenfluren, Hecken und Feldgehölze, Steinriegel und vieles mehr klärte Wiesenberger die Gäste kurzweilig auf. Einen großen, aber rückläufigen Anteil an den Flächen machen die Streuobstwiesen aus. Wiesenbergers Appell: „Seien sie wachsam und aktiv, was mit ihren Flächen passiert.“

Die Frauen klar in der Mehrzahl

Ausgesprochen launig fiel der Rückblick von Ortsvorsteherin Meta Staudt aus. Höhepunkt der trockenen Zahlen war der tosende Applaus, als eine Rätselfrage richtig gelöst wurde: Ja, es gibt in Boll mehr Frauen (627) als Männer (596). „Wir sind klar im Vorteil“, jubelte Meta Staudt aus weiblicher Perspektive. Insgesamt zählt Boll 1223 Bürgerinnen und Bürger, zwölf weniger als im Vorjahr. Elf Sterbefällen standen 2024 nur vier Geburten gegenüber. Der Aufruf an die jungen Bollemerinnen und Bollemer, daran dringend etwas zu ändern, durfte nicht fehlen. Weg- und Zuzüge halten sich mit 34:30 annähernd die Waage.

Ein gesellschaftliches Ereignis zum Jahresbeginn war wie gewohnt der Empfang in Boll.

Ein gesellschaftliches Ereignis zum Jahresbeginn war wie gewohnt der Empfang in Boll.

Christian Steinhilber

Auch der Ortschaftsrat, im vergangenen Jahr neu zusammengesetzt, war wieder gefragt und absolvierte acht öffentliche und zwei nicht öffentliche Sitzungen sowie eine Ortsbegehung. Den „Frischlingen“ im Amt dankte die Ortsvorsteherin für ihr Engagement.

Die Themen des Jahres

Ein wiederkehrendes Thema war das Sportgelände. Die Arbeiten an der Lüftungsanlage der Turnhalle sind bald abgeschlossen. Ein Sturmschaden am Dach wurde ebenso behoben wie der Schaden an der Spülmaschine. Für den Hausmeister gab’s einen neuen Rasenmäher und fürs Rathaus eine Sackkarre.

Neubau für die Feuerwehr bleibt Wunschdenken

Im Feuerwehrhaus wurden Trennwände im Dusch- und Toilettenbereich realisiert, ebenso wurde ein Belüftungsgerät für die Umkleide angeschafft. Was jetzt noch fehlt, ist eine passende Umkleidemöglichkeit für die Feuerwehrfrauen. Ein Neubau bleibt aber zunächst Wunschdenken.

Auf den Weg gebracht wurde die Verbreiterung des Radweges nach Hechingen. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 360.000 Euro. Ein starkes Drittel davon zahlt die Stadt.

Hangrutsch sorgt für Kopfzerbrechen

Der Friedhof Maria Zell erhielt eine neue Bepflanzung zwischen den Urnen- und den Familienrasengräbern, und die Treppen des alten Friedhofsteils wurden repariert. Was die Gemüter am meisten beschäftigte und immer noch beschäftigt, ist der Hangrutsch bei Maria Zell. „Doch Planung und Messungen erfordern Zeit und Geduld“, erklärte die Dorfchefin die Wartezeit im Bewusstsein, dass die Umleitungsstrecke zwar nicht ideal, aber befahrbar ist.

Geologen haben es ausgemessen: Genau 54 Meter lang und bis zu einem Meter tief hat sich entlang des Sträßchens Richtung Maria Zell oberhalb von Boll ein Riss aufgetan.⇥

Oberhalb von Boll Richtung Maria Zell hat sich ein Hangrutsch ereignet.

Die Folgen des Hangrutsches, der sich im August 2023 oberhalb von Boll ereignete, sind noch immer nicht behoben.

Christian Steinhilber

2025 soll es nun klappen mit der Sanierung der Zufahrt. Der Baubeschluss dazu wird im Frühjahr in die Gremien kommen. Baubeginn wird, wegen artenschutzfachlicher Schonzeiten, nicht vor August sein. Daher wird auch die Umleitungsstrecke nochmal ausgebessert. Launig spekulierte Meta Staudt auf eine neue, tolle Schnellstraße nach Maria Zell.

Der Mobilfunkmast kommt

Womit sie schon mitten im Ausblick war: Klar hat sich der Ortschaftsrat für den Bau eines Mobilfunkmastes für Boll positioniert. Es folgen nun die Standortvorschläge seitens des Gremiums. Nach der Prüfung soll der bestmögliche Standort in einer öffentlichen Sitzung bestimmt werden.

Ein kleines Dankeschön gab's von Ortsvorsteherin Meta Staudt (links) für die anwesenden Grünpatinnen und-paten Karola Beck, Achim Daiker und Gudrun Hoch.

Ein kleines Dankeschön gab's von Ortsvorsteherin Meta Staudt (links) für die anwesenden Grünpatinnen und-paten Karola Beck, Achim Daiker und Gudrun Hoch.

Christian Steinhilber

Ein Dankeschön gab es an die Grünpatinnen und Grünpaten, die zur Verschönerung des Dorfes beitragen, indem sie sich um die Bepflanzung auf städtischen Plätzen kümmern. Im vergangenen Jahr machten sich Karola Beck, Silke Hess, Gudrun Hoch, Emilie Wolf, Rosemarie Buckenmaier mit Mann und Achim Daiker verdient.

Spende für den Kindergarten

„Viele Vereine mit einer tollen Kultur“ gibt’s in Boll, hielt Armin Buckenmaier, einer der Vorstände des Musikvereins, fest. Aus einer ihrer Veranstaltungen, dem Kirchenkonzert, möchten sie ein Dankeschön zurückgeben. Daher erhielt der Kindergarten St. Nikolaus Boll eine Spende über 500 Euro aus dem Erlös des Konzerts. Das kam beim Kindergarten, vertreten von Jutta Müller, gut an. Diese ermutigte alle Vereine, gerne mal wieder vorbeizuschauen.

Der Musikverein Boll umrahmte die Neujahrssitzung nicht nur musikalisch, sondern übergab auch eine  500-Euro-Spende an den örtlichen Kindergarten.

Der Musikverein Boll umrahmte die Neujahrssitzung nicht nur musikalisch, sondern übergab auch eine 500-Euro-Spende an den örtlichen Kindergarten.

Christian Steinhilber

Mit der Jahresrückschau in Form einer kleinen Bildershow endete dann die Sitzung. Für den geselligen Teil bot der Stehempfang, organisiert und übernommen vom Bürgerverein, den geeigneten Rahmen.