Neue Attraktion im Freilichtmuseum Hechingen-Stein: Römer lassen die Kugeln rollen

Die Kugelbahn wurde feierlich eröffnet: Im Beisein von Bürgermeister Philipp Hahn, dem Fördervereinsvorsitzenden Gerd Schollian, Vertretern des Gemeinderats und der Stadtverwaltung sowie der Kindergartenkinder schnitten Ortsvorsteher Manuel Riecher und die drei Forstwirte, welche die Bahn gefertigt haben, das Band durch.
Thomas Jauch- Neue Kugelbahn im Freilichtmuseum Hechingen-Stein eingeweiht – 58 Meter lang, aus Douglasienholz.
- Bürgermeister Hahn initiierte das Projekt, Forstwirte bauten die Bahn mit vier Abschnitten.
- Kugelbahn kostenlos im Kinderspielbereich nutzbar, Holzkugeln an der Museumskasse erhältlich.
- Freundschaftstreffen von Alamannen und Römern am 26./27. Juli mit Vorführungen und Mitmachaktionen.
- Besucher können Museum, neuen Rundwanderweg und historische Funde erkunden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ob Sprache das Denken bestimmt? Und gar die Wirklichkeit? Wenn es um den Grüffelo geht, auf jeden Fall. Das grausliche Ungeheuer, das in dem berühmten Kinderbuch von einer kleinen Maus herbeiphantasiert wird, um den Gefahren des Waldes zu trotzen, erwies sich am Donnerstagmorgen im Römischen Freilichtmuseum aber als ziemlich fröhliches Wesen. Dargestellt wurde die Geschichte von den Vorschülern des Kindergartens Stein – und zwar anlässlich der Einweihung einer Kugel- oder Murmelbahn im Kinderspielbereich des Freilichtmuseums.
Idee kommt vom Bürgermeister
Richtig stolz auf die Kugelbahn zeigte sich Bürgermeister Philipp Hahn bei der Begrüßung der Gäste. Er bekannte, dass er dieselbe angeregt hatte, denn in seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd gebe es seit längerem eine solche. Hahn und die städtischen Forstwirte hatten gemeinsam die Gmünder und weitere Bahnen besichtigt, und Manuel Ehmann, Marcel Killmayer und Alexander Mettler waren sich sofort einig: „So eine Kugelbahn können wir auch bauen“.

Ein Riesenspaß für die Kleinen: Dass die Kugelbahn bestens ankommt, war den Kindergartenkindern aus Stein anzusehen.
Thomas JauchGesagt, getan. Über insgesamt 58 Meter können die passenden Holzkugeln jetzt ihre Bahnen ziehen, unterteilt in vier Abteilungen. Darunter ist beispielsweise eine „Rennbahn“ auf der zwei Kugeln gegeneinander antreten können. Oder der „Aufzug“, mit dem die Kugel auf Höhe gebracht wird, um dann im Zickzack weiter zu rollen. Gebaut ist die Bahn aus dem Stamm einer Douglasie aus dem Stadtwald, die dem Sturm 2023 zum Opfer fiel.
„Hier ist der richtige Ort für eine Kugelbahn“, erklärte Bürgermeister Philipp Hahn, der auf die „Römer-Tour“ des Hechinger Wanderparadieses hinwies. Diese ist insbesondere für Kinder eingerichtet und führt vom Freilichtmuseum nach Bechtoldsweiler mit mehreren Spielstationen.
Gerd Schollian vom Römischen Freilichtmuseum und Steins Ortsvorsteher Manuel Riecher sahen das genauso und zeigten sich dankbar für die neue Attraktion. Diese ist zu den Öffnungszeiten des Museums zugänglich, für den Kinderspielbereich braucht kein Eintritt entrichtet werden. Die passenden Holzkugeln sind an der Kasse des Museums erhältlich, als „Startkapital“ hatte Stefanie Walter vom städtischen Sachgebiet Forst und Natur 500 Stück als Geschenk für das Museum dabei.
Test bestanden!
Viel Spaß hatten anschließend an die rituelle Banddurchschneidung die Steinemer Kindergartenkinder, die mitsamt ihren Erzieherinnen und Kindergartenleiterin Marina Snobl die Kugelbahn testeten. Getestet wird in etlichen Steiner und Bechtoldsweiler Haushalten heute sicher auch die Waschmaschine. Das Wetter hatte nämlich nicht so richtig mitgespielt, der frisch hergerichtete und gleichzeitig aufgeweichte Boden um die Kugelbahn tat sein Übriges.
Die Kugelbahn kann gleich am Wochenende bespielt werden, wenn Römer, Alamannen und Kelten ein Freundschaftstreffen im Freilichtmuseum abhalten und jeweils ihre Handwerke und Kulturen präsentieren (siehe Infokasten). Alle Informationen stehen auch auf der Homepage unter www.roemischesfreilichtmuseum.de.
Freundschaftstreffen von Alamannen und Römern
Am Wochenende, 26. und 27. Juli, wird das Römische Freilichtmuseum Hechingen-Stein zum Treffpunkt verschiedener Sippen der Alamannen und Römer aus der Schweiz, Österreich und Süddeutschland. Neben den Alamannengruppen „Tywaskier“, „Riusiva“, „Rijo Teuta“, „Viatores Aetatis“ und „Gens Leutiensis“ sind auch römische Einheiten wie die „Vex. Legio Secunda“, „Viatores Aetatis“ und „Secundya Returnum“ vertreten. Im Mittelpunkt stehen der freundschaftliche Austausch und das gemeinschaftliche Alltagsleben, das bei Wind und Wetter in Zelten stattfindet. Es wird gemeinsam gebastelt und gekocht, zudem gibt es an beiden Tagen ab 10 Uhr Waffentraining und nachmittags Kampfübungen, bei denen auch das Publikum mitmachen darf.
Besucher können zum regulären Eintrittspreis das Museum besichtigen, darunter einen Raum mit den ersten Funden eines neu entdeckten Weihedenkmals.
Die Murmelbahn, die von der Stadt Hechingen im Außenbereich als Ergänzung des Römerspielplatzes neu angelegt wurde, lädt zum Spielen ein. Wer mag, kann zudem den ausgebauten Rundwanderweg über Bechtoldsweiler erkunden. Für das leibliche Wohl sorgt der Förderverein des Freilichtmuseums.
