Mehrwerttour SWP Neckar-Alb: Buntes Altertum, spannend nacherlebt: Leserinnen und Leser bei den Römern
Ute Schurr wollte es nicht glauben: Auch ihre Latrine sollen die alten Römer rot bemalt gehabt haben?! Die Südweste-Presse-Leserin aus Metzingen war skeptisch angesichts der knallbunten Rekonstruktion der vor annähernd 2000 Jahren höchst modernen Entsorgungsanlage.
Doch Gerd Schollian weiß Bescheid und zu überzeugen. Am Ende nahm es Ute Schurr dem Macher des Römischen Freilichtmuseums Stein ab: Ja, auch im Altertum mochte man es farbig, sogar beim Wasserklosett.
Das Frage- und Antwortspiel war nur eines von vielen bei einer äußerst kurzweiligen und lehrreichen Führung über die fünf Hektar große Anlage der „Villa rustica“. Es war eine Wiederholungstat: Vor drei Jahren war die Südwest Presse Neckar-Alb schon einmal im Freilichtmuseum gewesen. Damals wie jetzt waren die Reaktionen exakt dieselben: Aber hoppla, so unterhaltsam kann Geschichte sein!
Es hat sich gelohnt!
Margitta und Otto Bogenschütz aus Hechingen gehören zu denen, die vor etlichen Jahren das letzte Mal im Freilichtmuseum waren und eigentlich schon lange wieder einen Besuch machen wollten. Da hat es sich bestens getroffen, dass sie als Zeitungsabonnenten einen ganz besonderen Aufenthalt in Stein im Rahmen einer Mehrwerttour machen konnten. Und, wie war’s? Natürlich hat es sich gelohnt! Das Ehepaar Bogenschütz will mit dem nächsten Aufenthalt nun wirklich nicht so lange warten.
Wenn der Zenturio führt
Lohnenswert, das ist ein Rundgang in der „Villa rustica“ immer. Wenn dann aber Gerd Schollian, gewandet als römischer Zenturio, die Führung übernimmt, dann ist es noch viel, viel besser. Der Vorsitzende des Fördervereins quält seine Zuhörerinnen und Zuhörer nicht mit alter Historie, sondern erzählt höchst lebendig, wie die alten Römer auf diesem herrlichen Fleck Erde vor gut 2000 Jahren lebten. Mindestens so spannend ist es, wenn Schollian die Geschichte der Entdeckung und teilweisen Rekonstruktion des Landguts referiert.
Römische Rätsel
Beim heutigen Stein hatten die kultivierten Südländer mitten im germanischen Urwald eines der größten Gehöfte in der fernen Provinz angelegt. Warum dies gerade an dieser Stelle geschah, und um was es sich bei der Niederlassung genau handelte, darüber rätselt man seit Jahrzehnten. Ob jemals die Lösung aus dem Boden geholt werden wird? Darin verborgen ist noch einiges. Man habe noch nicht einmal die Hälfte entdeckt. Und das, wo doch schon seit 1978, dem Jahr der Entdeckung pausenlos gegraben wird.
Einladung zur Zeitreise
Christian Testa, der Leiter Vermarktung der Südwest Presse Neckar-Alb, hatte den Abonnentinnen und Abonnenten bei der Begrüßung eine unvergessliche Zeitreise versprochen. Und er sollte selbstverständlich Recht behalten. Eineinhalb Stunden lang ging es vom wieder aufgebauten Hauptgebäude über den Tempelbezirk bis hinauf zum aktuellen Ausgrabungsfeld. Ganz oben am Wald wird derzeit wieder fleißig gemörtelt: Der Förderverein rekontruiert das einstige Nordtor.
Die Frage, wo eine der herrlichsten Freiluftterrassen der Region zu finden ist, können die Zeitungsleserinnen und -leser jetzt ebenfalls beantworten: Rote Würste und Getränke gab es zum Finale der unterhaltsamen Unternehmung mit einem sensationellen Ausblick auf die Alb und die Burg Hohenzollern.
Info Sehr empfehlenswert ist das Spektakel „Römer im Schein der Fackeln“ am Samstag, 7. Oktober, von 14 bis 22 Uhr. Mehr unter www.roemischesfreilichtmuseum.de.










