Landtagspräsidentin am Hechinger Gymnasium
: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“

Muhterem Aras hat den Schülerinnen und Schülern des Hechinger Gymnasiums einen  Besuch abgestattet.
Von
swp
Hechingen
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Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Mitte) wurde am Gymnasium Hechingen begrüßt. Mit dabei auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg (links) und Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn (rechts).

Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Mitte) wurde am Gymnasium Hechingen begrüßt. Mit dabei auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg (links) und Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn (rechts).

Thomas Jauch
  • Landtagspräsidentin Aras besuchte das Gymnasium Hechingen; Klassen 10 und LK GK dabei.
  • Sie betonte: Demokratie ist kein Selbstläufer; Mitmachen ist Pflicht und Privileg.
  • Persönlich: als Gastarbeiterkind mit 12 nach Deutschland; Religionsfreiheit als Aha-Erlebnis.
  • Auf Hass und Rassismus reagiert sie mit „Jetzt erst recht“; Grundlage ist das Grundgesetz.
  • Schüler stellten viele Fragen; Appell: Infos in sozialen Medien kritisch prüfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund 25 bis 30 Schulen besucht die Landtagspräsidentin Muhterem Aras jährlich. Auf Initiative des Gemeinschaftskundelehrers Joachim Schulz kam auch das Gymnasium Hechingen in den Genuss eines Besuchs, an dem die Klassen 10 sowie das Leistungsfach Gemeinschaftskunde teilnehmen durften.

Zu Beginn begrüßten die Schulleiterin Melanie Dreher sowie die Schülersprecherinnen Kamila Kamolova und Sofie Wolf die Landtagspräsidentin ebenso wie den Bürgermeister Philipp Hahn und die Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg.

Ein „Aha-Erlebnis“

Sehr offen und schülernah berichtete Muhterem Aras von ihren Erfahrungen als Gastarbeiterkind, das im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland kam. Besonders prägend sei für sie die hier herrschende Religionsfreiheit gewesen: Dass sie offen darüber sprechen konnte, Kurdin zu sein und dem alevitischen Glauben anzugehören, habe sie als eine Art Aha-Erlebnis empfunden. Seit zehn Jahren ist sie Landtagspräsidentin. Ein zentrales Anliegen ist es für sie, sich für die Demokratie und gegen Rassismus einzusetzen – auch wenn dies bedeutet, unter Polizeischutz zu stehen. In ihrem Vortrag knüpfte sie an die Worte von Melanie Dreher an, die in ihrer Begrüßung ein Zitat von Angela Merkel aufgegriffen hatte: „Demokratie lebt vom Mitmachen.“ Auch Muhterem Aras betonte, dass es keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg sei, in einer Demokratie zu leben. Jede und jeder könne und solle dazu beitragen. Demokratien, so führte sie aus, zerbrächen häufig dann, wenn sich nicht genügend Menschen aktiv für sie einsetzten. Deshalb lohne es sich immer, für die Demokratie einzustehen.

Informationen kritisch hinterfragen

Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete Muhterem Aras die Fragen der Schülerinnen und Schüler offen und authentisch. Ihre Antworten waren ausführlich und stets adressatengerecht. So fragte ein Schüler beispielsweise, ob soziale Medien der Politik eher geschadet oder genutzt hätten. Muhterem Aras antwortete differenziert und rief dazu auf, Informationen und Meinungen kritisch zu hinterfragen, anstatt sie ungeprüft zu übernehmen.

Nachdem sie berichtet hatte, dass sie regelmäßig mit Hasskommentaren konfrontiert werde und selbst Rassismus erfahre, stellte ein Schüler die Frage, warum sie sich dies überhaupt antue. Ihre klare Antwort lautete: „Jetzt erst recht.“ Man dürfe nicht nachgeben oder sich abschrecken lassen. Sie habe Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen, und wolle keinesfalls klein beigeben. Grundlage ihres politischen Handelns sei stets das Grundgesetz. Es bilde die entscheidende Basis für den politischen Austausch – unabhängig von Parteizugehörigkeiten. Dabei seien ein respektvoller Umgang und ein vertrauensvolles Miteinander von zentraler Bedeutung, die bereits im Kleinen beginnen.

Die Schülerinnen und Schüler verfolgten die Veranstaltung aufmerksam und zeigten großes Interesse. So konnte ein weiterer wichtiger Beitrag zur Demokratiebildung am Gymnasium geleistet werden.