Kreisverkehr in Hechingen: Baustart im Gewerbegebiet Lotzenäcker – ab sofort Umleitungen und Behinderungen

Der Bau des zweiten Kreisverkehrs, der zum Hechinger Gewerbegebiet Lotzenäcker führt, ist gestartet. Zum Spaten griffen (von links) Michael Werner, Bautätigkeitsleiter der Stadt Hechingen, Stephan Ziegler vom Amt für Straßen- und Radwegebau des Landratsamts, Bernd Schwär vom Ingenieurbüro Breinlinger aus Tuttlingen, Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn, Regierungspräsident Klaus Tappeser, der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg vom Zollernalbkreis und Sascha Konrad, Bauleiter von der Firma Stumpp, die den Kreisverkehr bauen wird.
Hardy Kromer- Bau des zweiten Kreisverkehrs „Lotzenäcker II“ in Hechingen hat begonnen.
- Direkte Verbindung zur L 410 ist gesperrt – weite Umleitung über Bodelshausen, B 27, „Nasswasen“.
- Anschlussrampe soll ab dem 8. August wieder offen sein, Arbeiten im Knoten ab dem 24. August.
- Freigabe des Kreisverkehrs ist ab Mitte Dezember geplant; Unterführung bis Herbst 2027.
- Kosten liegen bei 3,5 Mio. Euro, Finanzierung durch Land, Kreis und Stadt – Betonfahrbahn für längere Haltbarkeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Straßenbauprojekt, auf das Hechingen seit einem Jahrzehnt gewartet hat, ist jetzt gestartet. Am Montagmittag war Spatenstich für den zweiten Kreisverkehr am Rande des Gewerbegebiets Lotzenäcker. Die Kreuzung zwischen der K 7107 (der Neuen Rottenburger Straße) und der Auf- und Abfahrtrampe zur L 410 wird jetzt umgebaut.
Hahn: „Leider erhebliche Beeinträchtigungen“
Für die Verkehrsteilnehmer bringe das „leider erhebliche und lange Beeinträchtigungen“ mit sich, sagte Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn während der Feierstunde zum ersten Spatenstich. Konkret ist seit Montagnachmittag der Anschluss zur Landesstraße gesperrt, weil dort eine Behelfsumfahrung gebaut wird. Die (weite) Umleitung führt über Bodelshausen, die B 27 und den Knotenpunkt am „Nasswasen“. Ab dem 8. August, so ist der Plan, soll die Anschlussrampe wieder befahrbar sein. Nach den Handwerkerferien, sprich ab dem 24. August, sollen dann die Bauarbeiten im eigentlichen Kreuzungsbereich beginnen.
Der Kreisverkehr selbst soll bis Weihnachten fertig sein
„Später wird es deutlich besser und komfortabler“, stellte Bürgermeister Hahn all jenen in Aussicht, die unter den Umleitungen und Behinderungen leiden. Später bedeutet zunächst ab Mitte Dezember dieses Jahres, wenn der neue Kreisverkehr aller Voraussicht nach freigegeben werden soll. Die Radfahrer und Fußgänger müssen sich noch bis Herbst 2027 gedulden. Dann soll auch die aufwendige Fuß- und Radwegunterführung fertig sein, die unter der Auffahrtrampe zur L 410 gebaut wird.

Bei der Großbaustelle der Firma Bentley (links) im Gewerbegebiet Lotzenäcker wird jetzt noch mehr gebaut: Landkreis, Stadt und Land finanzieren einen weiteren Kreisverkehr an der Abzweigung zur L 410 (links). Der soll die massiven Staus in den Hauptverkehrszeiten verhindern und für mehr Sicherheit für Radfahrer sorgen.
Hardy KromerSo viel zum Praktischen. Der Hechinger Rathauschef spannte zur Feier des Tages aber noch den großen Bogen zurück bis ins Jahr 2011, als der inzwischen verstorbene Unternehmer Ferdinand Krifka als Eigentümer der „Kaufland“-Immobilie erstmals den Bau von zwei Kreisverkehren an der Einfahrt zum Gewerbegebiet anregte. Der erste – auf Höhe des Einkaufszentrums – war 2016 relativ schnell und für 350.000 Euro auch vergleichsweise günstig gebaut.
Jetzt, genau zehn Jahre später, kostet Kreisel Nummer 2, der auf Höhe der Firma Bentley entsteht, sage und schreibe das Zehnfache, 3,5 Millionen Euro. Das liegt freilich nicht nur an der Inflation, sondern auch an einer deutlich aufwendigeren Gestaltung: Ein sogenannter Bypass sorgt dafür, dass stadteinwärts in Richtung L 410 ohne Rückstau am Kreisverkehr vorbeigefahren werden kann, die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ist ebenfalls kostenträchtig, und dann gibt es noch eine Premiere, auf die der Erste Landesbeamte des Zollernalbkreises, Matthias Frankenberg, hinwies: Die Fahrbahn des Kreisverkehrs wird aus Beton gebaut. Das, so Frankenberg, sei „teurer, hält aber länger“.
Land, Kreis und Stadt legen zusammen
Bezahlbar wird der Kreisverkehr „Lotzenäcker II“, weil das Land, der Zollernalbkreis und die Stadt Hechingen zusammenlegen. Aus dem – Achtung, Monsterwort! – Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) fließen 1,3 Millionen Euro. Von den restlichen 2,2 Millionen Euro zahlen 72,5 Prozent der Landkreis, 17,5 Prozent die Stadt und zehn Prozent das Land.
Die Notwendigkeit ist unbestritten
Die Notwendigkeit des neuen Kreisels betonten alle Redner. Philipp Hahn verwies auf mehr als 15.000 Fahrzeuge, die die Kreuzung täglich passieren: „Morgens ist hier richtig was los.“ Und das liege nicht nur an Elterntaxis aus Bodelshausen, Bechtoldsweiler und Sickingen, sondern vor allem an den zahlreichen Einpendlern aus der ganzen Region, die im boomenden Hechinger Gewerbegebiet arbeiten.
Tappesers letzter Spatenstich
Darauf hob auch Klaus Tappeser ab, der zum letzten Spatenstich seiner Karriere als Regierungspräsident nach Hechingen gekommen war. „Ich mache das gerne, weil dieses Gewerbegebiet floriert – gegen alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Land.“
Auch die Busanbindung soll besser werden
Nicht nur Autofahrer, der Schwerlastverkehr, Radfahrer und Fußgänger sollen das Gewerbegebiet „Lotzenäcker“ besser erreichen können, sondern auch Menschen, die mit dem Bus unterwegs sind. Bürgermeister Philipp Hahn kündigte an, dass der Hechinger Gemeinderat sich bald mit einem neuen ÖPNV-Konzept befassen wird. Ab 2028 soll das Gewerbegebiet von den Stadtbuslinien deutlich öfter angefahren werden.

