Katastrophenschutz Burladingen
: Verwaltung plant erstmals Übungen für den Ernstfall

Ganz große Katastrophenfälle ereigneten sich bisher im Gebiet Burladingen nie. Doch die Stadtverwaltung will gerüstet sein und verstärkt die Schutzmaßnahmen.
Von
Matthias Badura
Burladingen
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Burladingen Sandsäcke Hochwasser Feuerwehr 2024

Als sich im Juni 2024 auf der Alb Hochwassergefahr anbahnte, begab sich die Feuerwehr frühzeitin in Alarmbereitschaft und füllte Sandsäcke. Im Katastrophenfall ist sie einer der ganz wichtigen Akteure. Der Planungsstab der Stadtverwaltung will jetzt eine Großschadenslage in einer Übung durchspielen.

Matthias Badura
  • Burladingen plant erstmals Übungen für eine Großschadenslage unter Leitung einer Fachfirma.
  • Zunächst intern, später mit Rettungskräften – Termin steht noch nicht fest.
  • Ein Katastrophenplan liegt vor und wird laufend aktualisiert, Übungen fehlten bisher.
  • Seit 2022 gibt es 15 moderne Sirenen mit Durchsagemöglichkeit, zu 90 Prozent vom Bund gefördert.
  • Die Stadt beantragt Mittel für Notfalltreffpunkte und Notstrom, große Aggregate sind knapp.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Haben Sie sich erschrocken, als am Mittwoch die Alarmsirenen heulten? Dass es ein Fehler war, die weithin hörbaren Warnmelder aus Kostengründen zwischen 1992 und 1995 großräumig abzubauen, zeigte sich nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Möglicherweise hätte durch sie manches Unglück verhindert und manches Menschenleben gerettet werden können.

Burladingen beschaffte die neuen Warnsysteme durch Beschluss des Gemeinderates 2022: Fünf in der Kernstadt, eines in Hermannsdorf, neun in den übrigen Ortsteilen. Die Kosten übernahm zu 90 Prozent der Bund. Der Vorteil gegenüber den früheren Anlagen besteht darin, dass kurzfristig auch Durchsagen an die Bevölkerung möglich sind. „Giftiger Rauch ist im Anzug. Halten Sie die Fenster geschlossen“ – um ein Beispiel zu geben.

Moderne Sirene in Ringingen

Moderne Sirene auf dem Dach der Ringinger Turnhalle. Insgesamt gibt es in allen Burladinger Stadtteilen 15 von ihnen.

Matthias Badura
Ältere Sirene auf dem Ringinger Schulhausdauch

Eins der alten Modelle, das noch auf dem Ringinger Schuldach steht.

Matthias Badura

Wie ist Burladingen sonst für mittlere und ganz große „Schadenslagen“ gerüstet: gegen anhaltendes Hochwasser oder gegen einen mehrtägigen Stromausfall?

Katastrophenplan der Stadtverwaltung

Für die Verwaltung liegt ein Katastrophenplan vor, der ständig aktualisiert wird, so erklärt Ordnungsamtsleiter Martin Paulus. Das Papier enthält unter anderem Adressen und Verbindungen zu Versorgungs- und Rettungseinrichtungen, die der Stab in der Verwaltung bei einem absoluten Ernstfall kontaktieren müsste – bis hin zu Fernsehsendern; sofern es erforderlich wäre, eine Fernsehdurchsage oder -warnung an die Gesamtbevölkerung abgeben zu müssen.

Es ist auch klar, wie ein solcher Stab zu bilden ist, also die Gruppe, die um den Bürgermeister koordiniert und die Verbindung nach außen und zu den beteiligten Einsatzkräften hält. „Aber das wurde bisher noch nie benötigt, wir hatten ja nie eine ganz große Schadenslage“, so Paulus. Zugleich sei ein solches Szenario innerhalb der Verwaltung bisher nie geprobt worden.

Das soll sich ändern. Geplant sind Übungen unter Leitung einer Fachfirma, zunächst intern, später auch im realen Zusammenspiel mit Rettungskräften. „Da wird eine Katastrophe simuliert und dann schaut man, ob das klappt oder was für Probleme auftreten können.“ Das Ganze läuft einen Tag lang, denkbar sind allerdings auch zwei. Der Termin für die erste Übung dieser Art stehe noch nicht fest, aber man sei an dieser Sache dran.

Einrichtung von Notfalltreffpunkten

Weiter beantragte die Stadt Fördermittel, um mögliche „Notfalltreffpunkte“ mit Hilfsmitteln ausstatten zu können. Zu denken wäre an Feldbetten oder Kochmöglichkeiten für Turnhalle bei Stromausfall.

Um die Versorgung in den Treffpunkten gewährleisten zu können, bräuchte es vor allem Notstromaggregate. Darüber verfügt man im Augenblick nicht. Wie Paulus sagt, habe der Bund dafür ein weiteres Förderprogramm angekündigt. Falls es in Kraft tritt, werde man sich ebenfalls bewerben. Große Notstromaggregate sind in der Stadt zwar vorhanden – auf der Kläranlage und bei der Feuerwehr. „Aber die brauchen sie ja selbst“, so Paulus.

In einem sich anbahnenden Katastrophenfall werden die Feuerwehrhäuser rechtzeitig von den jeweiligen Wehren besetzt. „Das ist bisher schon so, wenn man nicht weiß, wie sich die Situation entwickelt und sich die Lage schlagartig verschmlimmern könnte.“ Der Fall war das 2024 als nach Starkregen ein Hochwasser drohte.

Auf jeden Fall sind Feuerwehr und das örtliche DRK gerüstet, allzeit einsatzbereit und verfügen über Erfahrung. Auf sie wird man sich auf jeden Fall verlassen können.