Hechinger Tradition
: Irma-West-Hain: „Ein Zeichen der Verbundenheit“

99 Winterlinden – mehr passt nicht auf die Fläche am Martinsberg. Werkrealschüler haben die neuen Bäume für den Irma-West-Hain deshalb erstmals auf dem Kreuzwasen gesetzt – und sie zeigen sich stolz, diese Tradition am neuen Standort fortzusetzen.
Von
Alexander Kauffmann
Hechingen
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Freuen sich über den Start auf dem neuen Irma-West-Hain (von links): Werkrealschulrektor Jens Ender, Irma-West-Vorsitzender Stefan Walter, Bürgermeister Philipp Hahn mit seiner Frau Anke, städtischer Förster Alexander Mettler, Kreisfachberater Obst- und Gartenbau Achim Beck sowie AIS-Geschäftsleiter Marcus Hölz.

Freuen sich über den Start auf dem neuen Irma-West-Hain (von links): Werkrealschulrektor Jens Ender, Irma-West-Vorsitzender Stefan Walter, Bürgermeister Philipp Hahn mit seiner Frau Anke, städtischer Förster Alexander Mettler, Kreisfachberater Obst- und Gartenbau Achim Beck sowie AIS-Geschäftsleiter Marcus Hölz.

Alexander Kauffmann
  • Irma-West-Hain zieht vom Martinsberg auf eine städtische Streuobstwiese am Kreuzwasen um.
  • Statt Winterlinden stehen dort nun fünf Apfelbäume, gepflanzt zum 80. Kinder- und Heimatfest.
  • Werkrealschüler starteten die Pflanzaktion; Baumpatenschaften bleiben weiterhin möglich.
  • Die AiS gGmbH übernimmt die Pflege – regelmäßiges Wässern und Schneiden ist zugesichert.
  • Auf der Fläche ist Platz für weitere Bäume, die traditionell wieder vor den Herbstferien kommen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Knapp 30 Jahre lang wuchs der Irma-West-Hain am Martinsberg, Winterlinde um Winterlinde. Jetzt ist dort kein Platz mehr. Kurz vor den Herbstferien haben Schülerinnen und Schüler der Hechinger Werkrealschule die Pflanzaktion deshalb erstmals an einen neuen Standort verlegt: auf eine städtische Streuobstwiese auf dem Kreuzwasen, nahe dem Modellflugplatz. Fünf Apfelbäume verschiedener Sorten stehen dort nun – gepflanzt zum 80. Geburtstag des Irma-West-Kinder- und Heimatfests.

Die Pflanzaktion gehört seit 1999 zum Kinderfest wie die Festhandlung und der Umzug. Damals hatte die Lehrerin Karin Selbmann die Idee, dass Werkrealschüler Bäume pflanzen, die Hechinger Bürger aus persönlichem Anlass spenden – zur Geburt eines Enkels, zur Taufe, zum Gedenken an Verstorbene. Aus der Idee wurde ein Hain mit 99 Winterlinden am Weg zum Schloss Lindich. „Der alte Standort war so erfolgreich, dass er voll ist“, sagte Werkrealschulrektor Jens Ender, „und wir sind unglaublich stolz, dass wir das Projekt am neuen Standort fortsetzen.“

Einsatz für Erhalt heimischer Kulturlandschaft

Bürgermeister Philipp Hahn: Das Baumpflanzen „ist ein Zeichen der Verbundenheit der Bürgerschaft mit der Irma-West-Gemeinschaft“ – einer Gemeinschaft, die ihrerseits an eine schwierige Zeit erinnere, als Hechinger auswanderten. Das Kinderfest geht auf den Hechinger Fred West zurück, der im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert war und der Stadt testamentarisch Geld für ein jährliches Kinderfest hinterließ – zur Erinnerung an seine früh verstorbene Tochter Irma.

Mit einer musikalischen Einlage bereichern die Schüler der Werkrealschule Hechingen die Baumpflanzaktion auf dem neuen Irma-West-Hain auf dem Kreuzwassen.

Mit einer musikalischen Einlage bereichern die Schüler der Werkrealschule Hechingen die Baumpflanzaktion auf dem neuen Irma-West-Hain auf dem Kreuzwassen.

Alexander Kauffmann

Mit dem Umzug ändert sich mehr als die Adresse. Statt Winterlinden wachsen künftig Obstbäume. „Es ist eine städtische Streuobstfläche, die durch Neuanpflanzungen wieder reaktiviert werden soll“, erklärte Hahn. Die Stadt verbindet damit mehrere Ziele: die Wiederbelebung einer ehemaligen Streuobstwiese auf städtischem Grund, Umwelt- und Naturpädagogik für die Werkrealschüler, Artenschutz und den Erhalt der Kulturlandschaft. Bürger sollen weiterhin Baumpatenschaften übernehmen können.

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Arbeit in Selbsthilfe übernimmt die Pflege

Neu ist auch, wer sich um die Bäume kümmert. Die Pflege der Streuobstwiese übernimmt die AiS – Arbeit in Selbsthilfe gGmbH, ein Tochterunternehmen der KBF mit Sitz in Mössingen. „Das heißt, die Bäume werden regelmäßig gewässert und geschnitten“, sagte Hahn. Geschäftsführer Marcus Hölz stellte das Unternehmen vor: Die Mitarbeiter der AiS seien in vielen Arbeitsfeldern rund ums Streuobst tätig, betreuten vergleichbare Projekte in der Gegend, pressten Obst und stellten Säfte her, die sie auch verkauften. Die Winterlinden am Martinsberg bleiben derweil nicht sich selbst überlassen: Dort kümmern sich Jürgen Baumer und sein Team weiter um die Bäume.

Baumpaten freuen sich über Urkunden

Schulleiter Ender überreichte die Urkunden an die Baumpaten. Anke und Philipp Hahn widmeten ihren Baum den Kindern Gregor, Linus, Emilia und Friedrich. Oma und Opa Zeeb pflanzten für Taio Leander Zeeb. Bernd, Iris und Ralf Strobel setzten einen Baum zur Erinnerung an Doris Strobel. Familie Hettich spendete gleich zwei Bäume: einen für Miriam zum 25. Geburtstag, einen für Linus ebenfalls zum 25. Geburtstag.

Die Mundharmonika-Gruppe der Werkrealschule Hechingen spielt bei der jährlichen Baumpflanzung auf dem Irma-West-Hain ein Lied.

Die Mundharmonika-Gruppe der Werkrealschule Hechingen spielt bei der jährlichen Baumpflanzung auf dem Irma-West-Hain ein Lied.

Alexander Kauffmann

Dass die Nachfrage nach Baumpatenschaften anhält, bestätigte Stefan Walter, Vorsitzender der Irma-West-Gemeinschaft. „Die Warteliste für die Baumpaten ist inzwischen gut abgearbeitet“, sagte er – Interessenten gibt es aber nach wie vor. Eine Tafel, die über den neuen Standort informiert, soll mithilfe eines Sponsors noch aufgestellt werden.

Jens Ender, Rektor der Werkrealschule Hechingen, übergibt die Urkunden an die Baumpaten.

Jens Ender, Rektor der Werkrealschule Hechingen, übergibt die Urkunden an die Baumpaten.

Alexander Kauffmann

Platz für weitere Bäume ist auf der Streuobstwiese vorhanden. Bleibt es bei der Tradition, kommen die im Herbst 2027 in die Erde – wieder vor den Herbstferien, wieder mit Werkrealschülern, nur nicht mehr am Martinsberg.

Ein „sensationell toller“ Auftritt der Schüler

Vor Ort waren die Klassen 5a, 5b und 6a der Werkrealschule. Begleitet wurden sie von den städtischen Waldarbeitern Alexander Mettler, Marcel Killmayer und Manuel Ehmann – Letzterer feierte am Pflanztag seinen Geburtstag. Die Schüler spielten Lieder auf der Mundharmonika und hatten eine eigene musikalische Einlage sowie ein Gedicht vorgetragen; Hahn lobte den Auftritt als „sensationell toll“.