Streit um Hohenzollern-Titel
: Fürstenhaus auf Distanz – Verstorbener Prinz Harald „kein Mitglied der Familie“

Nach dem plötzlichen Tod von Harald Prinz von Hohenzollern-Emden stellt das Sigmaringer Fürstenhaus klar: Er sei „kein Mitglied unserer Familie“. Warum er und seine Witwe Josefa den Namen trotzdem zu Recht tragen.
Von
Ernst Klett
Sigmaringen
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Der verstorbene Prinz Harald von Hohenzollern und seine Ehefrau Josefa von Hohenzollern-Emden, OB-Kandidatin in Leonberg. . (Hinweis: Witwe hat Verwendung des Fotos im Kontext des Todes ihres Ehemanns zugestimmt)

Der am 23. Juni verstorbene Harald Prinz von Hohenzollern-Emden und seine Ehefrau Josefa geb. Schmid, OB-Kandidatin in Leonberg. Das Paar hat im September 2024 geheiratet. Die Witwe erwartet in diesem Monat die Geburt ihres Sohnes Leopold, wie sie auf Facebook bekanntgegeben hat. Derweil muss sich die 51-Jährige wegen ihres adeligen Nachnamens rechtfertigen.

Privat
  • Josefa von Hohenzollern-Emden erwartet im Oktober ihr erstes Kind nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes.
  • Ihr verstorbener Gatte Harald trug den Namen „von Hohenzollern-Emden“ durch eine frühere Ehe.
  • Das Haus Hohenzollern distanziert sich und betont, dass beide keine Mitglieder der Fürstenfamilie sind.
  • Josefa verteidigt den Namen und widerspricht Spekulationen über Adoptionen gegen Geldzahlungen.
  • Unterstützung erhielt sie während der Trauerphase auch von Teilen des Hauses Hohenzollern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie wurde einst als „Singende Bürgermeisterin“ bekannt und hatte allem Anschein nach als ehrenamtliche Rathauschefin ihrer Heimatgemeinde Kollnburg Erfolg mit ungewöhnlichen Vorgehensweisen. In den Schlagzeilen hält sich Josefa Prinzessin von Hohenzollern-Emden auch noch lange nach ihrem Abschied von der niederbayerischen Kommunalpolitik. Die Bundesbeamtin im höheren Dienst (FDP, davor CSU) war unter anderem 1. Bürgermeisterin in Leonberg, wo sie jetzt OB-Kandidatin ist.

„Nicht persönlich bekannt, nicht mit uns verwandt“

In einer Pressemitteilung gibt das „Fürstliche Haus Hohenzollern in Sigmaringen“ bekannt, „dass es sich bei dem kürzlich verstorbenen Herrn Prinz von Hohenzollern-Emden um kein Mitglied unserer Familie handelt. Er ist uns nicht persönlich bekannt, ist nicht mit uns verwandt und stammt auch nicht von unserer Familie ab.“

Die 51-Jährige erwartet noch in diesem Monat ihr erstes Kind. Vor wenigen Tagen wurde sie von einem harten Schicksalsschlag getroffen: Ihr Mann Harald Prinz von Hohenzollern-Emden, mit dem sie seit September vergangenen Jahres verheiratet war, erlag einem plötzlichen Herztod. Damit nicht genug: Die Schlagzeilen um den toten Prinzen haben das Sigmaringer Haus Hohenzollern aktiv werden lassen. Eine Verbindung mit dem verstorbenen Gatten der OB-Kandidatin dementiert man in Sigmaringen im Rahmen einer Pressemitteilung. Ihren Nachnamen muss Josefa Prinzessin von Hohenzollern aber nicht hergeben. Das Haus Sigmaringen-Hohenzollern verweist auf „nicht adelige Namensträger“.

Es ist keine Adoption!

Als direkte Reaktion auf das Statement von der Donau und die entsprechenden Nachfragen bei ihr hat die nicht adelige Josefa von Hohenzollern-Emden in den Sozialen Medien darauf beharrt, dass ihr verstorbener Ehemann „nach Recht und Gesetz ein ordnungsgemäßer adeliger Prinz aus dem dem europäischen Hochadel angehörenden Hause Hohenzollern“ sei. Harald Prinz von Hohenzollern-Emden entstammte, so schreibt dessen Witwe, einer renommierten Schmuckdynastie, die Königshäuser weltweit beliefert habe. Er war in der Tat bekannt als „Diamanten-Prinz“ durch seine Tätigkeit als Geschäftsführer eines einschlägigen Minen-Unternehmens in Namibia.

Adelige in Geldnöten sollen schon das karge Budget aufgebessert haben durch die eine oder andere Adoption: Jemand mit größerem Vermögen lässt sich gegen ein größeres Sümmchen in die Familie aufnehmen – und heimst damit vor allem den adeligen Titel ein. Das war zunächst spekuliert worden, als Josefa von Hohenzollern-Emden durch ihre Kandidatur in die Schlagzeilen geriet und die Herkunft ihres Nachnamens hinterfragt wurde. Eine Adoption kann im Fall Harald und Josefa aber komplett ausgeschlossen werden. Es gibt schließlich noch weitere Möglichkeiten, um zu einem „von“ zu kommen: Verehelichung!

Kampfschiff „Emden“ im Ersten Weltkrieg begründete den Zweig

Zur Herleitung der ganzen Geschichte geht das Sigmaringer Fürstenhaus annähernd 100 Jahre zurück. Beim Zusatz „Hohenzollern-Emden“ handelt es sich um den Familienzweig von Franz Joseph Prinz von Hohenzollern, den Zwillingsbruder des früheren Sigmaringer Fürsten Friedrich Viktor (1891-1965). Franz Joseph, der Nicht-Fürst, diente im Ersten Weltkrieg auf dem Kampfschiff „Emden“ und durfte sich eben dieses Wort an sein „Hohenzollern“ hängen.

Boulevard-Größe ehelicht Prinzen

Weiter im Stammbaum, allerdings in Richtung bürgerlich und Jahrzehnte danach: Ein Enkel des nicht zum Fürsten gewordenen Zwillings, Carl Alexander Prinz von Hohenzollern-Emden, heiratete 1991 in vergleichsweise jungen Jahren die 30 Jahre ältere Angela Stölzle. Dabei handelte es sich um eine zu ihrer Zeit ziemlich schillernde Bekanntheit, über die gern in Boulevard-Medien berichtet wurde. Und diese trug durch die Ehe den Namen „Prinzessin von Hohenzollern“. Die Verbindung wurde allerdings schon 1997 wieder geschieden. Zuvor war, so weiß es das Zeitungsarchiv, versucht worden, die Ehe zu annullieren.

Diese angeheiratete und geschiedene Prinzessin, die mittlerweile verstorben ist, ehelichte, so lassen es die Sigmaringer wissen, später Tom Harald Krieger, „einen in München geborenen Diamantenhändler, der in Namibia lebte und mit der Eheschließung ihren Nachnamen annahm.“ Der Kreis schließt sich: Der so zum Prinzen Harald gewordene Diamanten-Mann heiratete im September vergangenen Jahres Josefa Schmid, die dadurch Prinzessin wurde. Ein Adelstitel kann ganz schön herumkommen in nicht adeligen Kreisen!

Am Nachnamen der Leonberger OB-Kandidatin lässt sich allem Anschein überhaupt nichts drehen. Sigmaringen betont zwar ausdrücklich, dass weder der kürzlich in Namibia verstorbene Harald Prinz von Hohenzollern noch seine Frau Josefa Mitglieder der fürstlichen Familie seien. Dass beide „nicht adelige Namensträger“ seien, darauf wird allerdings im selben Satz verwiesen.

Dank für Hilfe und Unterstützung

Josefa Prinzessin von Hohenzollern bestätigt in ihrer Reaktion auf die Erklärung von der Donau, dass ihr verstorbener Mann den Namen „durch die frühere Heirat mit einer langjährigen Freundin, einer mittlerweile verstorbenen Hohenzollern-Prinzessin“ erworben habe. Ausdrücklich distanziert sich die 51-Jährige von der, wie sie schreibt, „früher bekannt gewordenen Geldpolitik des Hauses Hohenzollern, bei der gegen Geldzahlungen Adoptionen durchgeführt wurden.“ Josefa Prinzessin von Hohenzollern-Emden bedankt sich für „Hilfe und Unterstützung während der Trauerphase, insbesondere auch aus Teilen des Hauses Hohenzollern.“ Konkreter wird sie dabei nicht.

Die Hohenzollern und die Hechinger Villa Eugenia

Im Stadtpark, dem Fürstengarten, sorgt die einst fürstliche Villa Eugenia als städtisches Kulturzentrum, betrieben durch einen Förderverein, für viel Leben in der Hechinger Oberstadt. Es war kein einfacher Weg, bis Umbau und Sanierung gestemmt waren. Denn einst hatte Gebäude und Park dem Sigmaringer Fürstenhaus gehört. Das ließ beides, vorsichtig ausgedrückt, etwas im Dornröschenschlaf verharren. Einst, zu wohlgemerkt Sigmaringer Zeiten, war in der Villa auch noch Verwandtschaft untergebracht. Wenig luxuriös, wie man sich erinnert. Ein Sohn der früheren Bewohner war es, so weiß es ein von der HZ zu Rate gezogener Hohenzollern-Experte, der 1991 die Society-Größe Angela Stöckle durch Heirat zur Prinzessin von Hohenzollern machte.