Fürstin Eugenie in Hechingen
: Der Opa unter der Guillotine, der Vater in Prunk und Glanz

„Ein freier Geist im Wandel treu – Eugène de Beauharnais und die Hohenzollern in Hechingen“: So heißt die neue Sonderausstellung im Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen. Den Besuchern wird mehr geboten als nur Adelsporträts.
Von
Hardy Kromer
Hechingen
Jetzt in der App anhören
Die Redner des Abends: Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Fischer (links) und Museumsleiter David Hendel vor den Darstellungen des letzten Fürstenpaares von Hohenzollern-Hechingen.

Die Redner des Abends: Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Fischer (links) und Museumsleiter David Hendel vor den Darstellungen des letzten Fürstenpaares von Hohenzollern-Hechingen.

Jauch/Stadt Hechingen
  • Sonderausstellung in Hechingen: „Ein freier Geist, im Wandel treu – Eugène de Beauharnais“ eröffnet.
  • Fokus auf Eugène de Beauharnais und Verbindung zu Hohenzollern-Hechingen, nicht nur Porträts.
  • Exponate zeigen Revolution, Vizekönigtum in Italien und Münchner Prunk des Palais Leuchtenberg.
  • Erweiterung um Eugenies Vermählung mit Friedrich Wilhelm Constantin im Alten Schloss.
  • Eröffnung mit Akkordeon-Ensemble und Grußworten von Schirmherren, Infos unter www.hzl-museum.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was nimmt der Besucher oder die Besucherin mit von der Eichstätter Wanderausstellung „Ein freier Geist, im Wandel treu – Eugène de Beauharnais und die Hohenzollern in Hechingen“, die jetzt im Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen eröffnet wurde?

Angenehm kühl hinter den Museumsmauern

Als Erstes muss in diesen heißen Tagen tatsächlich erwähnt werden: Es ist mit 22 Grad Celsius angenehm kühl im Landesmuseum hinter den dicken Mauern des Alten Schlosses der Zollernstadt. Ein Besuch der Sonder- wie der Dauerausstellung bietet deswegen an tropischen Tagen einen erheblichen Mehrwert.

Eugenie kam aus keiner gewöhnlichen Familie

Als Zweites – und das hat keine der Ausstellungen über die Fürstin Eugenie je so deutlich gemacht wie die aktuelle Sonderausstellung über ihren Vater Eugène de Beauharnais: Die junge Erbprinzessin, die ziemlich genau vor 200 Jahren – am 3. Juni 1826 – in Hechingen gemeinsam mit ihrem frisch angetrauten Gatten Friedrich Wilhelm Constantin Einzug hielt, kam – auch für adelige Verhältnisse – aus keiner gewöhnlichen Familie.

Eugenie (stehend links) und ihre Geschwister. Schwebend dargestellt ist die im Alter von zehn Tagen verstorbene Schwester Carolina Clotilde. Das Gemälde von Auguste Simon Garnerey von 1817 ist als Reproduktion in der Ausstellung zu sehen.

Eugenie (stehend links) und ihre Geschwister. Schwebend dargestellt ist die im Alter von zehn Tagen verstorbene Schwester Carolina Clotilde. Das Gemälde von Auguste Simon Garnerey von 1817 ist als Reproduktion in der Ausstellung zu sehen.

Jauch/Stadt Hechingen

Da war die Französische Revolution, in deren Wirren Eugènes Vater Alexandre Vicomte de Beauharnais unter der Guillotine sein Leben ließ, da war die napoleonische Zeit, die Eugène, mittlerweile Stiefsohn von Napoleon Bonaparte, als Vizekönig von Italien und Feldherr im Russlandfeldzug 1812 erlebte. Und schlussendlich: der Prunk und Glanz in München. Eugène hatte die bayerische Prinzessin Auguste geheiratet und war mit dem Adelstitel Herzog von Leuchtenberg ausgestattet worden. Das Palais Leuchtenberg war mit seinen rund 250 Räumen das größte Adelspalais in München – Ballsaal inklusive.

Unvorstellbarer Prunk: Die Hochzeit von Eugène de Beauharnais mit der bayerischen Prinzessin Auguste Amalie in München.

Unvorstellbarer Prunk: Die Hochzeit von Eugène de Beauharnais mit der bayerischen Prinzessin Auguste Amalie in München.

Jauch/Stadt Hechingen

Und drittens hat Museumsleiter David Hendel die Ausstellung auf sehr gelungene Weise anlässlich des 200. Hochzeitstages von Eugenie und Friedrich Wilhelm Constantin mit originalen Exponaten aus der hauseigenen und Leihgeber-Sammlungen aus Hechingen und Umgebung bestückt. Bemerkenswert ist zudem eine zeitgenössische Grafik aus der Hohenzollerischen Heimatbücherei, die Eugène de Beauharnais auf dem Totenbett zeigt.

Akkordeon-Ensemble stimmt ein

Zur Einstimmung in die Ausstellung musizierte das Akkordeon-Ensemble der Jugendmusikschule Hechingen mit Tanja Deines, Waltraud Feuchter und Gabriele Lamparter. Die Musikerinnen hatten ein Ständchen und einen Walzer von Akkordeon-Komponist Alfons Holzschuh im Programm, gefolgt von einer sehr gelungenen Bearbeitung der „Capri-Fischer“.

Das Akkordeon-Ensemble der Hechinger Musikschule unter der Leitung von Tanja Deines umrahmte die Ausstellungseröffnung musikalisch.

Das Akkordeon-Ensemble der Hechinger Musikschule unter der Leitung von Tanja Deines umrahmte die Ausstellungseröffnung musikalisch.

Jauch/Stadt Hechingen

Die Begrüßung und Einführung in die Ausstellung oblag Museumsleiter David Hendel, der sogleich Grüße illustrer Persönlichkeiten überbrachte: Nicolaus Herzog von Leuchtenberg, Nachfahre von Eugène de Beauharnais, und Herzog Franz von Bayern, haben als Schirmherren die Ausstellung befördert.

Ein eigenes Kapitel zu Eugenies Hochzeit

Hendels Dank galt dem Freundeskreis Leuchtenberg, der Dr. Bernhard Graf mit der Konzeption und Umsetzung der Ausstellung beauftragt hat. Für die Hechinger Station der Wanderausstellung wurde die Präsentation von Graf eigens um ein Kapitel zur Vermählung Eugenies mit dem späteren Fürsten Constantin erweitert.

Ein Grußwort der Stadt Hechingen kam von Stadtrat und Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Fischer. Er ordnete die Bedeutung des letzten Hechinger Fürstenpaars ein: „Fürst Constantin und Fürstin Eugenie gehören untrennbar zur Geschichte Hechingens. Sie stehen für eine Epoche des Wandels, in der sich traditionelle Herrschaftsformen mit den Herausforderungen einer neuen Zeit auseinandersetzen mussten.“

Wichtig für die Identität als Stadtgemeinschaft

Sein Dank galt allen an der Ausstellung Beteiligten, zuvorderst Museumsleiter David Hendel. „Für das Heute zu lernen und Schlüsse zu ziehen, dafür leisten Museen einen unschätzbaren Beitrag“, betonte Fischer. Und weiter: „Sie helfen uns zu verstehen, wie historische Entwicklungen unsere Gegenwart geprägt haben und welche Bedeutung sie für unsere Identität als Stadtgemeinschaft besitzen.“

Bevor es zum Rundgang durch die Ausstellung und zum Stehempfang ging, stimmte das Akkordeon-Ensemble das Hohenzollernlied an. Die Ausstellungsgäste sangen engagiert mit.

Alle Infos zum Hohenzollerischen Landesmuseum und zur aktuellen Sonderausstellung unter www.hzl-museum.de.