FDP-Ortsverband Hechingen: Partei der Besserverdienenden? Die Basis reibt sich die Augen

Hechingen, Balingen und Zollernalb passen bei der FDP an einen Tisch (von links): Christa Bitzer (Hechingen), Dr. Michael Bitzer (Hechingen), Dr. Werner Marquart (FDP-Stadtrat Balingen und Kreisrat), Rolf Höhmann, (Hechingen), Matthias Linckersdorff (FDP-Stadtrat Hechingen), Albrecht Raible (FDP-Kreisvorsitzender und Ortschaftsrat Stetten bei Hechingen).
privat- FDP-Kreisverband Hechingen diskutiert Neuanfang nach Bundestagswahl
- Enttäuschung über Scheitern an der 5%-Hürde im Bund, Erfolg in Baden-Württemberg und Hechingen
- Liberale fokussieren sich auf Freiheit des Bürgers, nicht nur Wirtschaft
- Äußern Sorge über politische und militärische Einschränkungen der Freiheit
- Diskussion über Demokratie und Schutz der Schwachen
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer folgt auf den gescheiterten und zurückgetretenen Bundesvorsitzenden Christian Lindner? Die wehrhafte Europaabgeordnete? Der dann doch wiedergekehrte Senior aus dem hohen Norden? Der Noch-Fraktionsvorsitzende aus Berlin? An der Basis scheint das die Freien Demokraten wenig zu kümmern. Hechingen, Balingen und der Zollernalbkreis trafen sich, um Wunden zu lecken und den Neuanfang zu lancieren.
Bei seiner Wahlnachlese im Hechinger Hofgut Domäne hat der Hechinger FDP-Ortsverband die Bundestagswahl "persönlich" verarbeitet. So berichten es die Liberalen in einer Pressemitteilung. Neben der "nachvollziehbaren Enttäuschung" über das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde im Bund, war demnach der schwache Trost, dass dies sowohl in Baden-Württemberg als auch in Hechingen nicht passiert sei. Es kam zu einem regen und selbstkritischen Austausch.
Es geht um den freien Bürger
Die Wahrnehmung der FDP als Partei der Besserverdienenden (alle Beteiligten haben sich hier laut Pressemitteilung verwundert die Augen gerieben), also einer sich auf wirtschaftliche Themen beschränkenden Partei, sei falsch, so die vor Vor-Ort-Aktiven. Freiheit im Namen der Partei erschöpfe sich nicht in freier Marktwirtschaft, sondern sei im Kern der „freie“ Bürger. Und, ganz aktuell, bedeute dies auch die Freiheit vor politischer und militärischer Gängelung durch sich nicht an die regelbasierte internationale Ordnung haltende Staaten, Organisationen und Politiker.
Wohin Ausgrenzung führt
Eine einmal errungene Freiheit müsse immer wieder neu erkämpft werden, weil sie sonst von „gut meinenden“ Akteuren eingeschränkt werde. Neben den sofort spürbaren Bedrohungen wirkten auch subtile, die freie Gesellschaft nicht minder bedrohende Akteure, die bestimmte Denk- und Sprechverbote aufstellten. Diejenigen, die sich dagegen verwahren, würden aus dem Diskurs ausgegrenzt. Dies führe in letzter Konsequenz zu Frustration und Radikalisierung. Das Ergebnis sei plakativ an der vergangenen Bundestagswahl zu sehen, das zu einem starken Anwachsen des rechten und linken Randes im deutschen Parteienspektrum geführt hat. Schnell hatten die Hechinger und Kreis-Liberalen Gemeinsamkeit darüber erzielt, sich nicht in gruppenbezogene Täter- und Opferkategorien, wie beispielsweise „alte, weiße Männer“ oder „Postkolonialisten“ oder ähnliche "zwangskollektivistische Schubladen" einordnen zu lassen.
Wie beim Christentum
Es sei auch einfach schön, anspruchsvoll über aktuelle politische Themen kontrovers zu diskutieren. Dies sei die Grundlage zur Bildung demokratischer Mehrheiten, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Albrecht Raible. Er fügte hinzu, dass eine Freiheitspartei mehr sei als eine reine Wirtschaftspartei. Der Hechinger FDP-Stadtrat Matthias Linckersdorff ergänzte, dass wirtschaftliche Freiheit zwar sehr wohl Voraussetzung für Vieles sei, aber das Entscheidende sei, wie auch beim Christentum den Schwachen vor der Ungerechtigkeit des Starken zu schützen.
