Bürgermeisterwahl in Burladingen
: Reportage, Video, Bildergalerie, Stimmen: Die Burladinger feiern Wahlsieger Davide Licht

Die Burladinger Bürgermeisterwahl ist gelaufen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis siegt Davide Licht mit 92,1 Prozent. Bei der Wahlparty gingen schon 14 Kasten Bier weg.
Von
Matthias Badura,
Sabine Hegele,
Hardy Kromer
Burladingen
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Mit dem Corona-Gruß gratuliert Erster Beigeordneter Berthold Wiesner seinem neuen Chef Davide Licht (rechts).

Sabine Hegele

21:20 Uhr: 92,1 Prozent – ein Erdrutschsieg für Davide Licht! HZ-Redakteurin Sabine Hegele hat direkt nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses ein paar Stimmen zum Ausgang der Wahl eingeholt.

Der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner zählte zu den ersten Gratulanten. Gegenüber der HZ bekannte er: „Ich persönlich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Davide Licht. Er ist vom Fach … und genau der Richtige für Burladingen.“ Wiesner freut sich auch über die gute Wahlbeteiligung. Sie sei ein „wichtiges Zeichen“ für den neuen Bürgermeister.

Pauli: Starker Neuanfang für Burladingen

Landrat Günther-Martin Pauli gratuliert „Burladingen zu diesem starken Neuanfang“. Davide Licht, dem „neuen, jungen und starken Mann“ an der Spitze des Burladinger Rathauses möge das gute Wahlergebnis Kraft und Rückenwind geben für die Herausforderungen, die auf ihn zukommen.

Dörte Conradi, Vorsitzende des CDU-Stadtverbands und Mitglied des Gemeinderats, spricht von einem „grandiosen“ Wahlerfolg, den sie einen „riesigen Vertrauensvorschuss“ nennt. Den wiederum habe sich Davide Licht, ausgestattet mit der nötigen Qualifikation, verdient. Jetzt gelte es, „gemeinsam nach vorne zu schauen… und Burladingen erfolgreich in die Zukunft zuführen“.

Alexander Schülzle, Freie Wähler, findet für den Wahlerfolg von Davide Licht ein allumfassendes Wort: „Super“. Diesen Wahlsieger habe man sich gewünscht und hoffe nun auf eine gute Zusammenarbeit.

Grüne freuen sich, AfD hofft auf Neutralität

Stefan Businger, Grüne, bekennt ganz offen: „80 Prozent plus“ – einen Wahlerfolg für Davide Licht in dieser Höhe habe er erwartet. Nun seien er und seine Fraktionskollegen gespannt auf die Zusammenarbeit. „Wir freuen uns.“

Joachim Steyer, AfD, gratuliert Davide Licht. Überrascht habe ihn dessen Wahl nicht, mehr noch: „Ich hatte das Ergebnis ein Stück weit auch in dieser Höhe erwartet.“ Jetzt wünscht er sich, dass der neue Bürgermeister im Sinne der Burladinger Bürgerschaft und des Gemeinderats arbeitet – und dabei auch gegenüber seiner Fraktion „die Neutralität wahrt“.

21:10 Uhr: HZ-Korrespondent Matthias Badura berichtet über den Burladinger Wahlabend:

Applaus, glänzende Augen...

... und spürbare Erleichterung bei rund 200 Zuschauern, die am Sonntagabend auf dem Rathausplatz zusammengekommen waren, um das Ergebnis der Burladinger Bürgermeisterwahl zu erfahren. Die Stadt hat ein neues Oberhaupt: Davide Licht.

Zahlen wie zu DDR-Zeiten

Und mit was für einem Ergebnis. Solche Prozentzahlen gab’s in Deutschland wohl zuletzt zu DDR-Zeiten. Licht wurde mit 92,1 Prozent der Stimmen gewählt. In einem der insgesamt 15 Wahlbezirke erzielte er gar 95 Prozent!

Auch die Wahlbeteiligung war gut, viele kommunalpolitisch Interessierte hatten befürchtet, sie würde schwach ausfallen, weil Licht der erklärte Favorit ist. Mitnichten. Die Beteiligung lag bei satten 50,6 Prozent.

Die zweitmeisten Stimmen vereinigte Kandidat Axel Niedenthal auf sich: 144, was einem Anteil von 2,9 Prozent entspricht. Michael Ohm holte 101 Stimmen, 2,0 Prozent, Hans-Walter Hellbach 71, was 1,4 Prozent entspricht, und Horst Ernst Raichle brachte es auf 12, umgerechnet 0,2 Prozent. Ohm dürfte sein Ergebnis aus der Zeitung erfahren, anwesend war er am Sonntagabend nicht. Raichle war – entgegen ersten anderslautenden Meldungen – doch an Ort und Stelle.

Sportliche und faire Verlierer

Sehr wohl aber Hans-Walter Hellbach und Axel Niedenthal. Unisono gaben sie sich als sportliche und faire Verlierer, wohnten auch der Huldigung des Siegers auf dem Rathausplatz bei.

Axel Niedenthal freute sich, „Zweiter“ geworden zu sein, sagte es sei gut für Burladingen, dass Davide Licht das Rennen gemacht habe. Niedenthal gab zu, ihm habe schon gedämmert, dass er diese Wahl nicht gewinnen könne. Aber aufgeben? Das sei nicht sein Stil.

Ähnlich Hans-Walter Hellbach. Es sei einen Versuch wert gewesen, der Gegner aber einfach zu gut. Im Wahlkampf abzuspringen wäre, wie auch er sagte, für ihn nicht in Frage gekommen. „Wenn ich was anfange, ziehe ich es auch durch.“ Fast gleichlautend sagten die beiden Unterlegenen, sie würden den Tag harmonisch ausklingen lassen, im Kreise der Angehörigen, bei einem Essen der eine, bei einem „Gläschen Wein“ der andere.

Unerbetener Wahlaufruf pro Wiesner verpufft

69 Wahlberechtigte wählten Kandidaten, die gar nicht angetreten waren. Verschiedentlich soll auch Harry Ebert gewählt worden sein, allzu oft allerdings nicht. Auch der vom Ersten Beigeordneten – ungewollte – Wahlaufruf zu seinen Gunsten im Nachrichtenblatt (die HZ berichtete) verpuffte. Der Name Wiesner tauchte nur wenige Male auf.

Auf einem Wahlzettel las man in der Leerzeile: „Alles Pfeiffen“. Er war, wie 40 andere, natürlich ungültig.

14 Kisten Bier sind ruckzuck weg

„Eine Wahlparty gibt es wegen Corona nicht; und auch die Stadtkapelle hat keinen Auftritt“ – hatte es im Vorfeld geheißen. Aber längst war am Sonntag durch Burladingen gedrungen, die Stadtkapelle würde eben doch aufspielen. Das hat die Zahl derer, die auf dem Rathausplatz auf das Wahlergebnis warteten, sicher noch in die Höhe getrieben. Als ob jemand den Andrang geahnt hätte, waren auch 14 Kisten Bier vorbereitet. Deren Inhalt allerdings ruckzuck vergriffen war.

Vorgänger Harry Ebert ward nicht gesehen

Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie Bürger aller Ortsteile waren gekommen, um zu applaudieren. Zu den Gratulanten gehörten auch Landrat Günther-Martin Pauli und die Bürgermeister Oliver Simmendinger, Jungingen, Holger Jerg, Gammertingen; Reinhard Traub, Neufra; Frank Schroft, Meßstetten, und Amtskollegin Dagmar Kuster, Hettingen. Nicht präsent war hingegen der Burladinger Amtsvorgänger. Von Harry Ebert keine Spur.

Gratuliert haben zudem Eberhard Brunner und Hubert Pfister, die Sprecher der Burladinger Vereine – wobei Pfister aus der Bibel, 1. Buch Moses, zitierte: Gott sprach, es werde Licht. Und es ward Licht! Willi Hanselmann, ein Calwer Amtsvorgänger Davide Lichts, versicherte den Burladingern, man lasse Licht nur überaus ungern als Ortsvorsteher von Hirsau und Altburg  ziehen, man freue sich aber dennoch über den Erfolg.

Und Wolfgang Bastian, Chef der „burladinger maler“ und allgemein anerkannter Filou, empfahl seinen Verein, indem er dem neuen Bürgermeister ein Exemplar des „Burladinger Kunstschatzes“ überreichte.

Licht: Das Vertrauen jeden Tag aufs neue gewinnen

Der Wahlsieger zeigte sich „überwältigt und begeistert“. Die Bürger hätten ihm in der Wahl großes Vertrauen entgegen gebracht. „Jetzt gilt es für mich, dieses Vertrauen jeden Tag aufs Neue zu gewinnen“, so Licht.

20:10 Uhr: Weitere interessante Zahlen bringen die Kollegen aus Burladingen mit: 14 Kasten Bier standen zur spontanen Wahlparty parat. Schon nach wenigen Minuten waren die Fläschle restlos vergriffen.

19:51 Uhr: Hier noch einmal das vorläufige amtliche Endergebnis auf einen Blick:

Davide Licht 92,1 %

Axel Niedenthal 2,9 %

Michael Ohm 2,0 %

Hans-W. Hellbach 1,4 %

Horst-E. Raichle 0,2 %

Sonstige 1,4 %

Wahlbeteiligung 50,6 %

19:45 Uhr: Unaufhaltsam bricht über dem Marktplatz von Burladingen die Dunkelheit herein. Bürgermeisterwahl-Sieger Davide Licht wird heute Abend im „Kesselhaus“ feiern. 60 Plätze sind reserviert. Wir von der HZ-Redaktion bereiten derweil die ersten Reaktionen und Analysen auf. Die gibt es bald an dieser Stelle – außerdem eine Bildergalerie zum Wahlabend und eine Video. Schauen Sie immer mal wieder rein!

19:40 Uhr: Auf die Frage, welche Aufgabe er als neuer Schultes von Burladingen als allererstes anpacken werde, hat Davide Licht in der HZ sagt: „Ein neues Stadtleitbild, das wir mit den Menschen, den Vereinen, den Gremien und der Verwaltung vor Ort gemeinsam ins Leben rufen.“ Oberste Priorität habe für ihn vor allem, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die kommunalpolitischen Prozesse einzubeziehen. Außerdem hat der eine „BürgerApp“ als Instrument der digitalen Kommunikation angekündigt. Viele Burladinger erwarten von Davide Licht darüber hinaus, dass er die in den vergangenen Jahren aufgeworfenen Gräben überwindet und ein neues Gemeinschaftsgefühl im Fehlastädtchen herstellt. Ein Jubiläumsjahr ohne Stadtfest? So etwas soll es unter dem neuen Bürgermeister nicht mehr geben.

19:25 Uhr: Mit Davide Licht hat zweifellos der Mann gewonnen, der den engagiertesten Wahlkampf geführt hat. Der Mann aus Calw hat schon etliche Ortschaftsräte auf Ortsrundgängen begleitet, sich an Infoständen in den Stadtteilen vorgestellt, als Erster von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich auf der Stadt-Homepage mit einem Video vorzustellen, und auch beim HZ-Auto-Podium am 6. September hat er den kompetentesten Eindruck hinterlassen. Davide Licht tritt freilich ein schweres Erbe an. Das Image der Stadt Burladingen ist von seinem Vorgänger Harry Ebert doch immer wieder mit Füßen getreten worden. Da gibt es einiges an Aufbauarbeit zu leisten.

19:20 Uhr: Der designierte Burladinger Bürgermeister Davide Licht ist zarte 31 Jahre alt, gelernter Diplom-Verwaltungswirt (FH) und damit also ein Mann vom Fach. Aktuell ist er noch Liegenschaftsleiter bei der Großen Kreisstadt Calw und hauptamtlicher Ortsvorsteher der Calwer Stadtteile Altburg und Hirsau. Er ist ledig und (Achtung Korrektur:) nicht mehr liiert, passionierter Jäger und war Wettkampfradsportler.

19:10 Uhr: Auf dem Marktplatz schickt sich Erster Beigeordneter Berthold Wiesner an, das Wahlergebnis zu verkünden, und die Stadtkapelle wird dem neuen Schultes ein Ständchen spielen. Auch die HZ-Redaktion gratuliert Davide Licht vor Ort und auf diesem Wege online zu seinem in dieser Höhe doch nicht erwarteten Triumph. Wir freuen uns einstweilen darüber, dass schon mehr als 9000 Menschen diesem Live-Ticker gefolgt sind. Bleiben Sie dran. Es wird noch einiges zu berichten geben.

19:06 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis ist da: Davide Licht siegt mit 92,1 Prozent der Stimmen. Ein Erdrutschsieg des 31-jährigen Calwers! Auf Platz 2: Axel Niedenthal mit 2,9 %, Dritter ist Michael Ohm mit 2,0, Vierter Hans-W. Hellbach mit 1,4, Letzter Horst Raichle mit 0,2 %. 1,4 % der Stimmen entfielen auf Sonstige. Die Wahlbeteiligung beträgt jetzt doch einigermaßen vorzeigbare 50,8 Prozent.

19:00 Uhr: 14 von 15 Wahlbezirken sind ausgezählt. Die Wahlbeteiligung ist inzwischen auf schon etwas erfreulichere 45 Prozent gestiegen. Davide Licht liegt mit 92,5 Prozent uneinholbar vorn. Unter ferner liefen: Niedenthal 2,7 %, Ohm 2,1 %, Hellbach 1,3 %, Raichle 0,2 %, Sonstige 1,1 %.

18:55 Uhr: Die Stadtkapelle hat schon Aufstellung fürs Siegerständchen genommen. Aber noch ist der 15. und letzte Wahlbezirk nicht ausgezählt. Ein paar Minuten wird es noch dauern bis zur Gratulationscour für Davide Licht, den neuen Bürgermeister der Stadt Burladingen.

18:49 Uhr: Auch nach Balingen hat es sich schon rumgesprochen, dass es heute in Burladingen einen klaren Wahlsieger zu feiern gibt. Landrat Günther-Martin Pauli ist soeben auf dem Marktplatz eingetroffen.

18:43 Uhr: Draußen auf dem Marktplatz warten schon zahlreiche Burladinger darauf, dem Wahlsieger gratulieren zu dürfen. Pfarrer Konrad Bueb ist auch schon da, dazu viele Vereinsvertreter. Und die Stadtkapelle wird ein Ständchen spielen.

18:40 Uhr: 13 Wahlbezirke sind jetzt ausgezählt. Davide Licht steht aktuell uneinholbar bei 92,6 Prozent. Weit abgeschlagen: Axel Niedenthal mit 2,7 % auf Rang 2, Michael Ohm mit 2,2 % auf Rang 3, Hans-W. Hellbach mit 1,3 % auf Rang 4 und Dr. Horst-Ernst Raichle mit 0,2 Prozent auf dem letzten Platz. Auf „Sonstige“ entfallen 1,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung schwankt um 38 Prozent.

18:38 Uhr: Das Interesse am Burladinger Wahlergebnis ist unverändert groß. Aktuell verfolgen mehr als 4000 User den HZ-Live-Ticker. Schon mal herzlichen Dank dafür – und bleiben Sie dran!

18:30 Uhr: Im Burladinger Rathaus macht sich Erleichterung breit. Es wird keine Hängepartie, keinen zweiten Wahlgang geben. Davide Licht liegt inzwischen uneinholbar vorn. Der 31-Jährige Diplom-Verwaltungswirt (FH) darf sich auf einen Erdrutschsieg von über 90 Prozent freuen. Nur die Wahlbeteiligung ist mit wohl unter 40 Prozent enttäuschend.

18:28 Uhr: Die Licht-Konkurrenten Hans-W. Hellbach und Axel Niedenthal sind im Rathaus eingetroffen. Der Hausener liegt weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Hellbach wird sich wohl mit Rang vier begnügen müssen.

18:26 Uhr: Sechs Wahlbezirke sind ausgezählt, und der Trend verstetigt sich: Davide Licht liegt aktuell bei 93,1 Prozent, mit weitem Abstand gefolgt von Axel Niedenthal (2,5), Michael Ohm (2,1), Hans-W. Hellbach (1,1), Horst-Ernst Raichle (0,5) bei 0,7 Prozent „sonstigen“ Stimmen. Die Wahlbeteiligung pendelt übrigens bei 36 Prozent und ist damit sehr niedrig.

18:23 Uhr: Axel Niedenthal steht aktuell bei 1,9 Prozent und damit auf Platz 2, Michael Ohm bei 1,5 Prozent und damit auf Platz 3. Auch „sonstige“ Stimmen gibt es kaum zwei Prozent. Damit ist der anonyme Wahlaufruf für Berthold Wiesner verpufft - sicher sehr zur Erleichterung des Ersten Beigeordneten selbst.

18:21 Uhr: Kein Konkurrent kann Davide Licht auch nur ansatzweise folgen. Nach drei ausgezählten Wahlbezirken liegt er bei 95 Prozent!

18:19 Uhr: Davide Licht wird’s! Das steht jetzt schon so gut wie fest. Zwei Wahlbezirke sind ausgezählt, und der 31-Jährige aus Calw liegt mit sage und schreibe 93,9 Prozent der Stimmen vor. Ein Erdrutschsieg zeichnet sich ab.

18:12 Uhr: Im Burladinger Rathaus herrscht Transparenz. Wir haben dem Briefwahl-Team beim Auszählen über die Schultern geschaut und erkennen. Der Stapel mit dem Stimmzetteln für Davide Licht ist mit Abstand der größte. Ein klarer Sieg für den 31-Jährigen zeichnet sich ab. Aber noch ist längst nicht offiziell.

18:07 Uhr: Die Burladinger Stadtkapelle steht schon mal bereit. Gegen 18:45 Uhr wollen die Musiker auf dem neuen Marktplatz ein Ständchen für den Wahlsieger spielen. Wenn es denn schon heute Abend einen Ebert-Nachfolger zu feiern gibt. In ein paar Minuten wissen wir mehr.

18:03 Uhr: Favorit Davide Licht ist bereits im Rathaus eingetroffen - mit #lichtblick und „We love Burladingen“-Atemschutzmaske.

18:00 Uhr: Rien ne va plus, nichts geht mehr. Die Wahl in Burladingen ist gelaufen. Die Urnen mit den Stimmzetteln werden umgeschüttet. Jetzt darf munter spekuliert werden. Die Favoritenrolle ist klar verteilt: Davide Licht, der einzige Verwaltungsfachmann unter den fünf Kandidaten, dürfte das Rennen machen. Aber schafft der 31-Jährige aus Calw schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Eine anonyme Initiative für Berthold Wiesner hat das noch auf den letzten Metern des Wahlkampfs zu verhindert versucht - freilich gegen den Willen des Ersten Beigeordneten, der nicht kandidiert. In wenigen Minuten werden die ersten Ergebnisse erwartet. Ist es wieder das kleine Hörschwag, in dem die Stimmen am schnellsten gezählt sind. Lassen wir uns überraschen...

Doch ein Ständchen der Stadtkapelle

16.26 Uhr Noch anderthalb Stunden haben die Wahllokale geöffnet, wer noch nicht beim Wählen war, hat jetzt in allen Stadtteilen und in der Kernstadt weiterhin die Chance, die kommunalpolitischen Weichen der kommenden acht Jahre (mit) zu stellen. Ein Meinungstrend, wer das Rennen macht, zeichnet sich schon ab. Spannend ist die Frage, wer als zweiter durchs Ziel geht. Und wer „quer“ wählt! Berthold Wiesner, der Erste Beigeordnete der Stadt Burladingen, hat dringend darum gebeten, einen Aufruf, der am Donenrstag im Burladinger Amtsblatt erschien, NICHT zu befolgen und ihm KEINE Stimme zu geben. Er stehe als Bürgermeister nicht zur Verfügung, so betonte er am Samstag in einem Radiointerview nochmals. Ob sich alle Wähler daran halten?

15.33 Uhr: Spielt die Stadtkapelle dem Wahlsieger heute Abend doch ein Ständchen? Die Rathausverwaltung hatte der HZ mitgeteilt, das sei nicht vorgesehen – wegen der Corona-Pandemie. Davon, dass sie nicht eingeplant ist, wisse die Stadtkapelle aber gar nichts, so hört man in Burladingen. Und wenn die HZ die letzte Nachricht, die sie von Ralf Burkhart, dem Organisationsvorsitzenden der Stadtkapelle erhielt, richtig interpretiert, dann erklingt heute Abend sehr wohl eine Huldigung auf dem Rathausplatz.

14.30 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Burladinger Bürgermeisterwahl scheint besser als erwartet. Im Wahllokal Kindergarten Jahnstraße erreichte sie schon vor dem Mittagessen 30 Prozent, wie Wahlleiter Martin Paulus sagte, könnte sie (vielleicht) über 50 Prozent steigen. „Ich war da vielleicht im Vorfeld zu pessimistisch“, freute er sich.

10 Uhr: Erst meldete sich gar kein Kandidat – was natürlich auch auf die coronabedingte Verschiebung der Bürgermeisterwahl im Mai zurückzuführen sein dürfte. Heute stehen nun fünf Bewerber am Start: Michael Ohm aus Bremen, Davide Licht aus Calw, Hans-Walter Hellbach aus Burladingen, Axel Niedental aus Hausen und Horst Ernst Raichle aus Mägerkingen. Ohm ist Architekt und Stadtplaner, Licht arbeitet beim Liegenschaftsamt Calw und betreut als hauptamtlicher Ortsvorsteher zwei Teilgemeinden, Hellbach führt ein Unternehmen in der Sicherheitsbranche, Niedenthal betreibt eine Heizungsbaufirma, Raichle ist Mediziner.

Zuletzt gab es noch Irritationen wegen eines weiteren Kandidaten, der selber gar nicht an den Start gehen will und von seiner Nominierung auch nichts wusste: Berthold Wiesner, der Erste Beigeordente der Stadt, wurde im neuen Burladinger Amtsblatt in einem Inserat als künftiges Stadtoberhaupt vorgeschlagen. Die Wähler wurden aufgefordert, seinen Namen in das freie Feld des Stimmzettels zu schreiben.

Wiesner: Das sind verschenkte Stimmen

Wiesner verspürt indes keine Ambitionen auf das Amt. Er habe vor längere Zeit darüber nachgedacht und sich aus gesundheitlichen und familiären Gründen gegen die Kandidatur entschieden. Daher bat er die Burladinger Wähler in der Freitagsausgabe der HZ, sie mögen ihre Stimme am Sonntag einem der offiziellen Kandidaten widmen. Wer ihn, Wiesner, auf den Wahlzettel schreibe, der verschenke seine Stimme.

Wenn heute einer der fünf Bewerber die absolute Mehrheit auf sich vereint ist er gewählt und darf sich als der künftige Bürgermeister von Burladingen feiern lassen.

Sollte es keinem Kandidaten über 50 Prozent hinaus reichen, wird die Wahl in 14 Tagen wiederholt. Dann genügt die relative Mehrheit, wer am 4. Oktober mehr Stimmen vorweisen kann als die Mitbewerber, ist der Sieger.

Schon wegen der Corona-Schutzbestimmungen konnten die fünf Männer, die das Amt anstreben, nur einen eingeschränkten Wahlkampf führen. Wer aber bei der Podiumsdiskussion der HZ auf dem Trigema-Parkplatz dabei war und unsere Berichterstattung verfolgte, hat als Wähler sicher einen hinreichenden Eindruck von den Bewerbern gewonnen. Insofern auch von Raichle, der sich weder bei unserer Diskussion noch sonst wo blicken ließ.

Die Wahl läuft bis 18 Uhr

Die Wahllokale sind heute bis 18 Uhr geöffnet. Eine hohe Wahlbeteiligung wäre zu wünschen. Im Vorfeld beantragten allerdings im Vergleich zu anderen Wahlen weniger Bürger die Briefwahl: Insgesamt 1368 von 9998 Wahlberechtigten. Das sind nur halb so viele wie bei der zurückliegenden Kommunalwahl! „Ich hätte schon wegen Corona und der Schutzbestimmungen geglaubt, dass es weitaus mehr sein werden“, meinte Wahlleiter Martin Paulus.

Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 lag die Wahlbeteiligung bei schlappen 28,2 Prozent. Allerdings stand damals Amtsinhaber Harry Ebert nahezu allein auf weiter Flur.

Die HZ berichtet weiter

Nicht mehr allzu lange, dann wird ausgezählt, die HZ berichtet hier im Liveticker weiter - und veröffentlicht natürlich umgehend das Ergebnis.

Mir dem HZ-Liveticker wie vor Ort dabei

Liveticker Wie sich die Bürgermeisterwahl in Burladingen entwickelt, kann man am morgigen Sonntag bei der HZ im Internet verfolgen. Wir bieten einen Liveticker unter www.swp.de / hechingen und halten Sie über den Fortgang und das Ergebnis auf dem Laufenden.

Auszählung Die Urnen werden unmittelbar nach 18 Uhr geleert. Die Wahlkommission rechnet damit, dass die ersten Ergebnisse gegen 18.45 Uhr im Burladinger Rathaus eintreffen. insgesamt dürften die Stimmen schnell ausgezählt sein. Das Endergebnis könnte bald danach vorliegen.

Wahllokale Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Bis auf Melchingen und Stetten wird in allen Ortsteilen in den Rathäusern gewählt. Nur in diesen beiden Ortschaften finden sich die Wahlkabinen in den Foyers der Festhallen. In Burladingen-Kern gibt es vier Wahlbezirke; die zugehörigen Wahllokale sind untergebracht: in der Stadthalle, im Bahnhofssaal, im Kindergarten Jahnstraße und im Jugendzentrum (Untergeschoss des Bauhofes). Welchem Bezirk sie angehören, entnehmen die Wähler ihrer der Wahlbenachrichtigung.

Briefwähler Exakt 1368 Bürger forderten Briefwahlunterlagen an – nur rund halb so viel wie bei der Kommunalwahl im Jahr 2019.

Keine Wahlparty Das Burladinger Rathaus ist am Sonntag für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Eine Wahlparty wird es aber wegen der Corona-Anstreckungsgefahr nicht geben. Auch die Stadtkapelle wird aus diesem Grund an diesem Abend dem Sieger der Wahl kein Ständchen spielen.