Bürgerengagement: Nach dem Flopp von 2025 soll der Umweltaktionstag dieses Mal gelingen

Die Fehla bietet dieser Tage ein trübes, oder vielmehr trockenes Bild. Der Umweltaktionstag am 10. Oktober kann kein Wasser zuführen und es ist auch aus Naturschutzgründen nicht möglich, das Bachbett zu entkrauten. Zu tun gäbe es an den Ufern links und rechts jedoch genug.
Matthias Badura- Umweltaktionstag in Burladingen: am 10. Oktober von 9 bis 14 Uhr an der Fehla.
- Ziel ist Pflege der Uferböschungen, da Arbeiten im Bachbett aus Naturschutzgründen tabu sind.
- 2025 misslang der Aktionstag mit sehr geringer Beteiligung – diesmal hofft der Bürgermeister auf viele.
- Bauhof kann wegen Vorschriften und Personalmangel nicht helfen, die Jugendfeuerwehr pausiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Umweltaktionstag wurde einst in Burladingen „erfunden“, wenn’s freilich auch ein Vorbild gab: Der Ringinger Ortschaftsrat hatte zu Beginn der 1990er-Jahre die Fassade der Ringinger Marienkapelle aus freien Stücken und unaufgefordert frisch gestrichen. „So ein Engagement müsste doch stadtweit möglich sein“, sagte sich der damals neu gewählte, vor Elan strotzende CDU-Bürgermeister Michael Beck. Er schaffte es tatsächlich, außer in Burladingen auch in allen Teilgemeinden eine Gefolgschaft von Bürgern und Vereinen zu mobilisieren, die sich am ersten und den folgenden Aktionstagen beteiligten.
Seither haben sich die stadtweiten Umweltaktionstage verschieden entwickelt. Generell kann man sagen: Neue Ortsvorsteher erhalten mehr Unterstützung als ihre in die Jahre gekommenen Vorgänger. Und manche Vereine, die einst in öffentlicher Sache anpackten, konzentrieren sich am Aktionstag inzwischen zumeist auf ihre eigenen Anlagen – die sie ohnehin pflegen müssen; aber in dem Fall noch finanzielle Zuwendung der Stadt fürs Material erhalten.
Andererseits gibt es schöne Beispiele von uneigennütziger Solidarität, die dem Gemeinwesen zugutekommt: seien es eine Hüttensanierung, Müllsammlungen, Friedhofs- oder Hangpflege.
Aktionstag 2025 war ein Flopp
Während die Ortsvorsteher in Abständen immer wieder große Teilnehmerzahlen feiern, konnte man den Umweltaktionstag 2025 auf dem Burladinger Friedhof kaum als Erfolg bezeichnen. Gerade eine Handvoll Unterstützerinnen und Unterstützer packte an der Seite des Bürgermeisters bei den Pflegemaßnahmen mit an. Beschämend, peinlich!
War es der Grund oder ein willkommener Vorwand? Es stimmt, dass die Aufräumaktion damals sehr kurzfristig anberaumt wurde. Vielleicht hatten sich da viele potenzielle Helferinnen und Helfer für diesen Samstagmorgen wirklich schon länger etwas anderes vorgenommen?
Am 10. Oktober von 9 bis 14 Uhr
In diesem Jahr soll es anders sein. Der Burladinger Umweltaktionstag ist offiziell für den 10. Oktober angekündigt, von 9 bis 14 Uhr. Das Augenmerk richtet sich auf die Fehla. Die problematische Fehla!
Sie leidet wie die Lauchert und alle weiteren Flusssysteme bis hin zu Donau und Rhein unter Wasserknappheit. Der Bach steht unter Algenbefall und beginnt abschnittsweise, wo er noch nicht komplett ausgetrocknet ist, „zu stinken“, weil ohne Zulauf kein Sauerstoff zugeführt wird.
Warum macht's nicht der Bauhof?
Wäre nicht die einfachste Lösung folgende: Der Burladinger Bauhof entfernt die Algen und die Feuerwehr spritzt ordentlich Wasser in den Bachlauf? Nein, das geht nicht. Beides ist aus umwelttechnischen und -schützerischen Gründen nicht möglich oder erlaubt. Zudem sind wegen der anhaltenden Trockenheit die Trinkwasserpegel zurückgegangen. Da möchte man die Vorräte nicht für die Befüllung des Bachs verwenden. Hinzu kommt, dass der derzeit personalle angespannte Bauhof keine Zeit oder Kapazitäten für die Bachpflege hätte. Die Männer sind unter anderem mit Sanierungsarbeiten in der Kornbühlhalle, mit Reparaturen in den Schulgebäuden oder Instandsetzung von Straßenlaternen beschäftigt – sagt der stellvertretende Bauhofchef, Karl-Moritz Kraus.
Kraus verliert zu dem Thema noch einige mahnende, ja scharfe Worte. Man werde, sagt er, von empörten Bürgern oft auf Missstände, Müll, Unrat oder Verunreinigungen im Stadtbild hingewiesen. Früher sei es normal gewesen, dass jeder vor seinem eigenen Haus den Bürgersteig fegt (was satzungsgemäß Pflicht ist) und auch das unmittelbare Drumherum sauber hält: den ans Grundstück angrenzenden Bach oder einen Brunnen vor dem Haus beispielsweise. Heute beklage man sich und rufe nach der Stadt. „Diejenigen, die mit dem Finger auf etwas zeigen, werden mehr, die, die selbst etwas tun, werden immer weniger.“
Das Thema geht alle an
Der Zustand der Fehla, hieß es neulich im Kanal „Spotted Burladingen“, gehe „alle“ an. Der Ansicht ist auch Bürgermeister Davide Licht. Er hofft, dass „alle“, die das Problem zu benennen imstande sind, dann auch ebenso tatkräftig zum Aktionstag erscheinen. Natürlich freue man sich über jegliche Helferinnen und Helfer, die bereit sind, das Ortsbild zu verschönern und etwas für die Natur zu tun. Er selbst werde dabei sein und wieder mit anpacken.
Im Bachbett darf nichts getan werden, doch an den Uferböschungen gibt es vom Quelltopf bis zum Zinken genug Arbeit.
Jugendwehr hat dieses Mal frei
Die Fehlapflege übernahm bisher traditionell die Jugendfeuerwehr. Die hat jedoch erst kürzlich das Kreisjugendfeuerwehrtreffen mit seinem großen Aufwand bewältigt, weshalb man sie nicht schon wieder in die Pflicht nehmen wollte.
