Behinderte/Nichtbehinderte: Inklusionsverein stiftet seit 50 Jahren Freundschaften

Gratulanten und Akteure: Holger Klein, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe, Landrat Günther-Martin Pauli, Konrad Flegr, Mann der ersten Stunde, Ronja Flegr heutige Vorsitzende des Freizeitclubs, CDU-Bundestagsabgeordneter Christoph Naser und Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger.
Jörg Wahl- Jubiläum in Bisingen: 50 Jahre Freizeitclub für Behinderte und Nichtbehinderte.
- Ehrengäste aus Politik und Verbänden betonten die Bedeutung der Inklusion.
- Konrad Flegr wurde für jahrzehntanges Engagement gewürdigt – Clubheimbau 2015 als Meilenstein.
- Reden warnten vor Hetze vom rechten Rand und betonten Teilhabe als Menschenrecht.
- Programm mit Bilderausstellung, Auftritten von Kai Bosch und Musik am Sonntag.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Inklusion ist das A und O“, unter diesem Motto stand der Festakt anlässlich der Feier „50 Jahre Freizeitclub für Behinderte und Nichtbehinderte“ in der Bisinger Hohenzollernhalle (Zollernalbkreis) am Samstag, 11. Juli. Mehrfach kam zum Ausdruck, was innerhalb eines halben Jahrhunderts wohlwollend für die Gesamtgemeinschaft geleistet wurde.
Die im Foyer aufgebaute Bilderausstellung gab Aufschluss über dieses halbe Jahrhundert. Mit einem Gläschen Sekt wurden die Gäste willkommen geheißen. Der neuen Vereinsvorsitzenden Ronja Flegr oblag es, Begrüßungsworte an die Besucher zu richten. In deren Reihen sah man zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft.
Dank an Konrad Flegr
Weitere Grußworte sprachen Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger, Landrat Günther-Martin Pauli sowie Vorstandsvorsitzender (Stiftung Lebenshilfe) Holger Klein. Eine Video-Grußwort übersandte Nora Welsch, die Landesbeauftragte für Belange von Menschen mit Behinderung. Sie alle verdeutlichten die Bedeutung und Notwendigkeit des Jubiläumsvereins – der dazu beitrage, die Gesellschaft ein Stück besser zu machen. „Sie alle helfen mit ihrer Arbeit, dass Bisingen lebendig, offen und menschlich bleibt“, so Bürgermeister Waizenegger in seiner Ansprache. Und weiter: „Hinter jedem erfolgreichen Verein stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen.“ Einer dieser Menschen sei Konrad Flegr, der sich seit der Gründung mit viel Zeit, Kraft und Herzblut einbringe. „Ihm war der Verein stets wichtiger als seine eigene Person“, so der Gemeindechef. Dafür sprach er Flege ein großes Vergelt’s Gott aus.
Strahlkraft über den Landkreis hinaus
Der Freizeitclub zähle zu den ältesten und profiliertesten Inklusionsvereinen im ganzen Zollernalbkreis. Er habe seit seinem Bestehen unzählige Freundschaften entstehen lassen, Berührungsängste abgebaut und Menschen zusammengebracht. Landrat Pauli zollte den Aktiven des Vereins daher großen Respekt. Das Geleistete strahle in seiner Wirkung weit über den Landkreis hinaus.

Eine Bilderausstellung erzählte die Geschichte des Vereins, ließ zugleich schöne Momente wieder auferstehen.
Jörg WahlEs sei früher wie heute wichtig, dass Gemeinschaften gepflegt werden. Der Freizeitclub habe mit seinen vielen Engagierten –stellvertretend nannte er die Familien von Konrad Flegr und Hans-Peter mit Christine Schreijäg – mustergültige und hoch zu schätzende Arbeit geleistet.
Dies bestätigte auch der Lebenshilfe-Vorstandsvorsitzende Holger Klein. Das gelebte Miteinander, Kennenlernen, Begegnungen sowie die zustande gekommenen Kameradschaften von der ersten Stunde an seien ein unschätzbares Gut. Nicht unerwähnt ließ Klein die unzähligen Veranstaltungen, Unternehmungen und Ausflüge. In ihrem Video-Grußwort betonte zudem Nora Welsch, Inklusion müsse immer wieder neu erarbeitet werden und man müsse sich gegen Angriffe vom rechten Rand wehren.
Mit zwei humorvollen Auftritten sorgte zudem der Inklusionsbotschafter, Comedian Kai Bosch für heitere Gesichter und bekam viel Beifall.
Konrad Flegr ging in seiner Festrede „Inklusion ist das A und O“ auf die wechselvolle Vereinsgeschichte von 1976 bis 2026 ein. Dabei ließ er die Gründung Revue passieren, sprach über die Entwicklung, unvergessliche Erlebnisse, eigene Erfahrungen und über die in heutiger Zeit bestehenden Probleme.
Rechte Hetze macht Angst
Als „Meilensteine“ bewertete Flegr die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die BRD im Jahr 2009 (obwohl die jüngste Prüfung der Umsetzung der Konvention ein „mangelhaft“ erhielt), außerdem den Bau des eigenen Clubheimes 2015. Große Sorgen bereiten ihm behindertenfeindliche Aussagen, vorwiegend aus den Reihen der AfD. „Teilhabe ist kein Luxus, sondern ist ein Menschenrecht. Wehren wir gemeinsam den Anfängen, bevor solche Einstellungen wieder mehrheitsfähig werden“.
Die Vorsitzende Ronja Flegr bedankte sich bei allen Rednern für die Grußworte, Glückwünsche und Präsente, bevor sie das Buffet eröffnete und zum zwanglosen Gespräch einlud.
Fortsetzung am Sonntag
Am Sonntag, 12. Juli, ging es in der Halle weiter. Die Öffentlichkeit war eingeladen. Der Musikverein Steinhofen, die Schulband Goldfinger, der Bisinger Gospelchor und die Band „Finn Mc Cool“ sogten bei bester Bewirtung und hervorragender Stimmung für die musikalische Unterhaltung.
