Amnesty-Ausstellung in Hechingen
: Kinderrechte – so wichtig und doch weltweit bedroht

„Augen auf für Kinderrechte!“ ist die Ausstellung überschrieben, die jetzt in der Hechinger Rathausgalerie eröffnet wurde. Gestaltet haben sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums aus Haigerloch.
Von
Hardy Kromer
Hechingen
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Die Ausstellung "Augen auf für Kinderrechte" ist in der Rathausgalerie Hechingen eröffnet worden. Gestaltet habe sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haigerloch. Veranstalter ist die Hechinger Gruppe von Amnesty International.

Die Ausstellung „Augen auf für Kinderrechte“ ist in der Hechinger Rathausgalerie eröffnet worden. Erste Beigeordnete Dorothee Müllges präsentierte das von Landrat Günther-Martin Pauli übersandte Kinderrechtsplakat für den Zollernalbkreis.

Hardy Kromer
  • In Hechingen wurde die Ausstellung „Augen auf für Kinderrechte!“ in der Rathausgalerie eröffnet.
  • Rund 50 Schüler des Gymnasiums Haigerloch gestalteten Plakate zu Kinderrechten im Kunstunterricht.
  • Themen wie Bildung, Schutz vor Gewalt, Klimakrise und Freizeit stehen im Fokus der Ausstellung.
  • Amnesty International startet einen Briefmarathon für den inhaftierten Journalisten Sai Zwa Thaike.
  • Das Hechinger Bündnis für Demokratie spendete 500 Euro an Amnesty und den AK Asyl.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dichtes Gedränge am Freitagabend im Foyer und im Treppenhaus des Hechinger Rathauses. Annähernd 100 Besucherinnen und Besucher der Ausstellungseröffnung der Ortsgruppe von Amnesty International lieferten den Beweis dafür, dass in Hechingen die Sensibilität für Kinderrechte hoch ist.

Die Ausstellung "Augen auf für Kinderrechte" ist in der Rathausgalerie Hechingen eröffnet worden. Gestaltet habe sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haigerloch. Veranstalter ist die Hechinger Gruppe von Amnesty International.

Erste Beigeordnete Dorothee Müllges (links) begrüßte die zahlreichen Gäste der Ausstellungseröffnung.

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Darauf verwies auch Dorothee Müllges in ihrer Begrüßung. Die Erste Beigeordnete erinnerte daran, dass die Stadt Hechingen die Qualitätsoffensive in ihren Kindergärten vorantreibe, den Schaukelweg inklusiv ausbaue sowie Jugendhearings und andere Beteiligungsprozesse für Kinder und Jugendliche durchführe. Doch bei weitem nicht überall auf der Welt seien das Recht auf Bildung, Spiel und Freizeit, freie Meinungsäußerung und Teilhabe sowie der Schutz vor Gewalt selbstverständlich. In vielen Kriegsgebieten, so Müllges, kämpften Kinder um das nackte Überleben, litten unter Hunger und Kälte und hätte panische Angst vor der nächsten Bombennacht.

„Wie schaffen wir es“, fragte Dorothee Müllges, „als globalisierte Gesellschaft unseren Kindern ihr Recht auf Überleben, Spielen und Lernen, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, eine saubere Umwelt sowie Chancengerechtigkeit zu ermöglichen?“ Genau mit diesen Themen haben sich rund 50 Schülerinnen und Schüler des Haigerlocher Gymnasiums im Kunstunterricht unter der Anleitung von Judith Lenz befasst. Die von den 13-Jährigen gestalteten Plakate stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung in der Rathausgalerie. Ergänzt wird die Schau von Werken aus der Unicef-Ausstellung „Augen auf für Kinderrechte!“

Vorgestellt wurden einige der Schülerarbeiten von der Lehrerin Kerstin Gotthardt und von fünf Mitgliedern der Schülergruppe, die heute die Haigerlocher Klassen 8a und 8b besuchen: Linn Kumpa, Mira Fechter, Carla Müller, Julius Kurz und Alissa Maier. Für musikalische Begleitung sorgte Raphael Schäfer mit der Gitarre.

Die Ausstellung "Augen auf für Kinderrechte" ist in der Rathausgalerie Hechingen eröffnet worden. Gestaltet habe sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haigerloch. Veranstalter ist die Hechinger Gruppe von Amnesty International.

Fünf Schülerinnen der Klassen 8a und 8b des Gymnasiums Haigerloch erläuterten einige der Plakate, die sie für die Ausstellung gestaltet haben. Rechts im Bild: die Lehrerin Kerstin Gotthardt, ganz links der Schüler Raphael Schäfer, der die Ausstellungseröffnung mit Gitarrenspiel umrahmte.

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Kerstin Gotthardt verwies auf die aktuelle Serie in der SÜDWEST PRESSE, in der Hechinger Bürgerinnen und Bürger den Fokus auf diejenigen unter den Menschenrechten lenken, die ihnen besonders wichtig sind. Kinderrechte, so betonte sie, seien freilich nicht automatisch in den Menschenrechten verankert. Weil Kinder besonders schutzbedürftig sind, wurde 1989 eine spezifische UN-Kinderrechtskonvention völkerrechtlich bindend ausformuliert. Diese Konvention umfasst 54 Artikel, die weltweit gültige Maßstäbe für eine kindgerechte Gesellschaft beschreiben. Die Pfeiler dieser Kinderrechte sind: Schutz, Förderung und Beteiligung.

Die Ausstellung "Augen auf für Kinderrechte" ist in der Rathausgalerie Hechingen eröffnet worden. Gestaltet habe sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haigerloch. Veranstalter ist die Hechinger Gruppe von Amnesty International.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung ist eines der Rechte, die in der Konvention der Vereinten Nationen verbrieft sind. Das Plakat wurde von Haigerlocher Gymnasiasten gestaltet.

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Und dennoch, beklagte Kerstin Gotthardt, sei die Kinderrechtssituation weltweit schlecht. Kinder seien in Krieg, Armut und in Dürregebieten zuallererst die Leidtragenden. Auch die Klimakrise sei eine Krise der Kinderrechte. Das Kinderhilfswerk Unicef verweise darauf, dass 99 Prozent aller Kinder mindestens einer Auswirkung des Klimawandels ausgesetzt sind. Aber auch in wohlhabenden, alternden Gesellschaften, in denen Debatten über Rente und Pflege großen Raum einnehmen, würden Kinder „schleichend ihre Lobby verlieren“.

Die Ausstellung "Augen auf für Kinderrechte" ist in der Rathausgalerie Hechingen eröffnet worden. Gestaltet habe sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haigerloch. Veranstalter ist die Hechinger Gruppe von Amnesty International.

„Kinder sind keine Soldaten“ steht über diesem Bild, das Schüler des Gymnasiums Haigerloch gestaltet haben.

Hardy Kromer

Die Schülerinnen, die ihre Arbeiten vorstellten, nahmen nicht allein globale Themen in den Blick, wie das Recht aller Kinder auf Gesundheit und eine saubere Umwelt oder auf Schutz im Krieg und auf der Flucht, sondern setzten auch in ihrer eigenen Lebenswelt an: Freizeit haben, Hobbys nachgehen können, Freunde treffen. „Nicht überall auf der Welt ist das selbstverständlich“, stellte Mira Fechter fest. „In vielen Ländern müssen Kinder arbeiten und haben kaum oder gar keine Freizeit.“ Oder das Recht auf Privatsphäre, auf das Carla Müller abhob: „Kinder und Jugendliche sollen wissen, dass sie ein Recht auf einen eigenen Rückzugsort haben, dass ihre persönlichen Dinge, Gedanken und Geheimnisse respektiert werden müssen.“

Kerstin Gotthardt appellierte abschließend an alle Erwachsenen: „Schärfen wir unsere Sinne! Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen gerade jetzt Verstärkung und Investitionen in die Verwirklichung der Kinderrechte.“

Briefmarathon für die Pressefreiheit

Der 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. In dessen Umfeld startet Amnesty International traditionell einen Briefmarathon zugunsten unschuldig Inhaftierter. Die Hechinger Gruppe hat sich das Schicksal von Sai Zwa Thaike herausgesucht, eines Fotojournalisten aus Myanmar, der zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, weil er zu unbequem über die Folgen einer Sturmflutkatastrophe für sein Heimatland berichtet hatte. „Sein Fall steht exemplarisch für die brutale Unterdrückung der Pressefreiheit“, sagte Reinhard Leinberger, der dazu aufrief, für die Freilassung von Sai Zwa Thaike zu unterschreiben.

Die Ausstellung "Augen auf für Kinderrechte" ist in der Rathausgalerie Hechingen eröffnet worden. Gestaltet habe sie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haigerloch. Veranstalter ist die Hechinger Gruppe von Amnesty International.

Annette Fellinger-Robertz (links) überreichte der Hechinger Amnesty-Ortsgruppe namens des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte eine 500-Euro-Spende. Mit auf dem Bild: die Kunsterzieherin Judith Lenz (Mitte), die mit ihren Schülerinnen und Schülern vom Haigerlocher Gymnasium die Kinderrechts-Ausstellung im Hechinger Rathaus gestaltet hat, und ihre Kollegin Kerstin Gotthardt, die in die Ausstellung einführte.

Hardy Kromer

Bündnis überreicht 500-Euro-Spende

Annette Fellinger-Robertz nutzte die Ausstellungseröffnung, um im Namen des Hechinger Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte eine Bilanz über die Kundgebung anlässlich des AfD-Landesparteitags zu ziehen. „Mehr als 1000 Teilnehmende“, so die Sichtweise der Veranstalter, hätten „friedlich und ohne jede Zwischenfälle“ demonstriert. Die große Polizeipräsenz und die Sicherheitsbedenken hätten sich als „völlig haltlos“ erwiesen. „Wir sind stolz, dass so viele Menschen in unserer Stadt unseren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte mittragen“, sagte Fellinger-Robertz.

Überwältigend sei auch das Spendenaufkommen gewesen. Nach Abzug der Unkosten sei ein stattlicher Überschuss geblieben, den das Bündnis hälftig an Amnesty und den AK Asyl spendet. Einen Scheck von 500 Euro für die Amnesty-Ortsgruppe hatte sie mitgebracht.