9/11-Erinnerung: Wie Heinz E. Hennige aus Haigerloch den Schock in den USA erlebte

Heinz. E. Hennige (rechts) und seinen Vetter David Stengel war hier noch zum Spaßen zumute; sie hatten sich als typisch amerikanische Hinterwäldler verkleidet. Als das Ausmaß der Katastrophe des 11. September 2001 klar wurde, lachte niemand mehr.
privat- Zeitzeuge aus Haigerloch schildert 9/11-Erlebnisse als Tourist in den USA.
- Heinz E. Hennige war in Louisville und sah die Anschläge beim Frühstück im TV.
- Geplanter Flug nach Chicago fiel aus – alle Inlandsflüge wurden gestrichen.
- Heimreise geriet zur Odyssee: Ausfälle, Verspätungen, falsches Terminal in Paris.
- Gepäck kam erst später an, die Feier zum 105. Geburtstag des Onkels verpasste er.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Heinz E. Hennige, Jahrgang 1945, kennt man in Haigerloch und Umgebung weiterhin als Buchautor, Mundartdichter und Familienforscher. Heute lebt er in einem Seniorenheim, erinnert sich aber immer noch gut daran, wie er den Tag des Angriffs auf das World Trade Center am 11. September 2001 als Tourist in den USA erlebte. Der Haigerlocher pflegte seit vielen Jahren enge Kontakte zu seiner dortigen Verwandtschaft. Vor 25 Jahren besuchte er sie erneut – ohne zu ahnen, was ihm im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ bevorstand.
In seinen persönlichen Erinnerungen, die er – als Autor – an diese dramatischen Stunden festgehalten hat, schreibt er: „Am 11. September 2001 war ich in Louisville, Kentucky, rund 1200 Kilometer von New York entfernt, zu Besuch bei meinem Cousin David Stengel, der damals als Staatsanwalt tätig war. Wir frühstückten gerade, als im Fernsehen die ersten Berichte über die Anschläge in New York liefen. Eigentlich wollte ich an diesem Tag von Louisville nach Chicago fliegen und von dort mit dem Bus nach Milwaukee weiterreisen. Doch daraus wurde nichts.“
Es glich einem Horrorfilm
Während des Frühstücks bei den Verwandten lief der auf stumm geschaltete Fernseher und es kamen die Bilder von den Ereignissen in New York, man sah die in die Türme des World Trade Centers rasenden Flugzeuge. „Es war alles sehr unwirklich, sodass ich an einen Horrorfilm dachte.“ Als der Ton eingeschaltet und deutlich wurde, dass es sich um Realität handelt, sei er von einem Unglück ausgegangen. „Als die Nachrichten kamen, dass weitere Flugzeuge in den zweiten Turm in New York, in das Pentagon in Washington D.C. geflogen und ein viertes in Pennsylvania abgestürzt war, wurde das Ausmaß der Katastrophe ersichtlich. Aber obwohl später während der Interviews und Stellungnahmen der Politiker im Hintergrund immer wieder dieselben Szenen abliefen, blieb das Ganze irgendwie unwirklich.“

Mit den Verwandten, als noch niemand etwas Böses ahnte.
PrivatfotoHennige versuchte trotzdem die geplante Weiterreise – er wollte unbedingt am 15. September zur Geburtstagsfeier seines Onkels Otto Stengel wieder in Haigerloch sein. „Als ich dann am Gate auf den Aufruf zum Boarding wartete, kam die Durchsage, dass alle Inlandsflüge in den U.S.A. gestrichen worden seien.“
Anruf bei der Schwester
Sein Cousin David hatte ihn zum Flughafen gefahren. Ihm wurde klar, dass der Verwandte nicht weiterkam, und holte ihn wieder ab. In dessen Haus zurückgekehrt bemerkte der Haigerlocher, dass er in der Hektik seine Kamera und den Rückflugschein von Chicago nach Paris am Schalter liegen gelassen hatte. Es wurde alles noch komplizierter. Nicht vergessen hatte Hennige jedoch, seine Schwester zu Hause anzurufen, um ihr mitzuteilen, dass er wohlauf sei.
Als der Reisende am 15. September schließlich doch in Chicago ankam, musste er feststellen, dass auch sein Flug nach Paris gestrichen worden war. „Nach einigen Schwierigkeiten erhielt ich jedoch einen Ersatzflug, der Chicago mit etwa zweistündiger Verspätung verließ.“
Anschlussflug war längst weg
So sei er verspätet in Paris angekommen – und zudem auf einem anderen Flughafen, nämlich Charles de Gaulle 1. „Mit einem Shuttlebus musste ich zum Terminal Charles de Gaulle 2 fahren. Mein Anschlussflug nach Stuttgart war da natürlich längst weg. Also hieß es erneut warten.“
105. Geburtstag des Onkels verpasst
Weiter berichtet der Zeitzeuge von seiner Odyssee: „Als ich schließlich mit weiterer Verspätung in Stuttgart ankam, fehlte auch noch mein Gepäck. Lange irrte ich im Flughafen umher, bis ich den richtigen Schalter fand. Mein Gepäck traf übrigens erst am 20. September ein. Inzwischen war auch mein Zug abgefahren, sodass ich in Böblingen erneut auf einen IC warten musste. Letztlich kam ich an diesem Tag erst gegen 17 Uhr in Horb an – und hatte die Feier zum 105. Geburtstag meines Onkels Otto Stengel endgültig verpasst.“
