Windräder bei Baiereck: Baiereck sieht Problemnächte nicht berücksichtigt

Eines der beiden Windräder auf dem Schurwald oberhalb von Baiereck: Für die Baierecker ist die Lärmproblematik keineswegs gelöst.
Staufenpress- Messungen zeigen: Windräder bei Baiereck überschreiten keine Immissionsrichtwerte.
- Umweltschutzamt widerspricht Bürgerinitiative „Pro Schurwald“ – keine störenden Auffälligkeiten.
- Gutachter bestätigt 38,3 dB(A) bei Testphase, keine Ton-/Impulszuschläge nötig.
- Austausch der Getriebe im Februar – Beschwerden über Lärm bestehen weiterhin.
- Weitere Messungen geplant, Umweltschutzamt informiert bei neuen Auffälligkeiten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zu dem Betrieb der Windräder bei Baiereck gibt es eine Pressemitteilung des Umweltamtschutzamts, das in Baiereck auf große Verwunderung stößt. Berichtet wird hier über eine Beschwerde der Bürgerinitiative Pro Schurwald zum Probebetrieb in der Nacht auf den 12. September. „Die beiden Windkraftanlagen sind immer noch deutlich zu laut und der Brummton ist weiterhin vorhanden“, so fasste es ein Vertreter der Initiative damals zusammen. Das Umweltschutzamt berichtet nun, dass ein unabhängiger Gutachter die Schallmessung der Bürgerinitiative überprüft habe und zum Ergebnis gekommen sei, dass keine störenden Auffälligkeiten vorlägen. Angeführt wird dafür ein bestimmter Messpunkt noch vor Baiereck, wo es mit 38,3 Dezibel im Rahmen gewesen sei und kein Brummton vorliege. Auf dieser fachlichen Grundlage lägen der Genehmigungsbehörde derzeit keine belastbaren Anhaltspunkte für eine Überschreitung der Richtwerte vor, so die Pressemitteilung.
Der Brummton schien tatsächlich weg
Was die Bürgerinitiative gemessen hatte, ist das eine. In Baiereck sprach man beim Probebetrieb nicht mehr vom Brummton, der schien weg, aber von einem deutlichen Flugzeuggeräusch in der Nacht. Karsten Wakolbinger, der eine Profi-Messstation hat, kam auf 41 Dezibel. Was gerade so an der Grenze ist.
Nun wundert man sich in Baiereck, warum das Umweltschutzamt über diesen Probebetrieb überhaupt berichtet und den Eindruck erweckt, alles sei soweit in Ordnung und die Windräder könnten weiterlaufen. Und dass als nächster Schritt die Abnahmemessung folge.
Beschwerdeflut ist dem Amt bekannt
Denn: Seither gab es ganz andere Beschwerden. „Es gab die Problemnächte vom 3. bis zum 6. Oktober“, betont Ortsvorsteher Vincent Krapf. Da war wieder ein Brummton da, und Wakolbinger Messungen sagten: Zweimal war der Pegel zu hoch und mit Brummton sowieso, auch die dritte Messung war drüber, wenn man den Brummton dazurechnet, was zu der Systematik gehöre. Entsprechend war die Beschwerdeflut.
Diese Problemnächte waren dem Landratsamt und dem Windradbetreiber bekannt. In der Pressemitteilung findet sich dazu nichts. Auch nicht zu den Messungen von Karsten Wakolbinger.
Ortsvorsteher Krapf formuliert einen Widerspruch im Verfahren, den man in Baiereck sieht. Der Gutachter, der die Messungen der Bürgerinititive vom 12. September überprüft habe, sei ja derselbe, der die Messungen im Auftrag des Windradbetreibers vorgenommen habe. Wie könne jemand „unabhängig“ überprüfen, was andere an seinen Messungen kritisiert hätten?
Nachdem bereits im Februar störende Töne festgestellt wurden und Einwohner des Ortes Baiereck, der unterhalb des Windparks im Tal liegt, nachts Brummtöne hörten, die sie nicht schlafen ließen hatte der der Herstellers Nordex und der Betreibers Uhl Windkraft die Getriebe der beiden Anlagen ausgetauscht. Am 30. September war die Anlage wieder in Betrieb gegangen. Vincent Krapf, der Ortsvorsteher von Nassachtal-Diegelsberg war vom Ergebnis wenig begeistert. „Es war furchtbar laut, und der Brummton war wieder so, wie mit dem alten Getriebe. Kein Unterschied.“ Bis Sonntagabend seien die Windräder laut gewesen, am stärksten eben Donnerstagnacht und Samstag tagsüber.
