Windpark Baiereck
: Ungünstige Witterung verzögert Messungen

Das Landratsamt Göppingen informiert über den Sachstand zur schalltechnischen Überprüfung am Windpark „Königseiche“. Die Abnahmemessung und die ergänzende Immissionsmessung sind vorbereitet - jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.
Von
Franziska Fezer
Baiereck
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Die Windkraftanlage „Königseiche“ bei Baiereck sorgt bei Anwohnern seit Monaten für Ärger.

Staufenpress
  • Windpark „Königseiche“ in Baiereck verursacht seit Monaten nächtliche Brummtöne und Anwohnerbeschwerden.
  • Austausch von Getrieben brachte keine Lösung; Beschwerden bestehen seit Wiederinbetriebnahme am 30. September 2025.
  • Schallmessungen verzögern sich wegen ungeeigneter Wetterbedingungen; Abnahmen erfordern 7–13 m/s Wind.
  • Neue Messpunkte in Süd-/Südost-Lagen sollen zusätzliche Immissionsmessungen ermöglichen.
  • Rechtliche Schritte hängen von normgerechten Nachweisen ab; Landratsamt informiert weiter über den Sachstand.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit Monaten werden die Bewohner Baierecks um ihren Schlaf gebracht. Der Grund: Der Windpark „Königseiche“, von welchem vor allem in den Nachtstunden ein unerträglicher Brummton ausgehe. Landratsamt, Betreiber und Hersteller suchen seither fieberhaft nach einer Lösung, um das Problem zu beheben.

Zwar hatte man nach eingehender Überprüfung ein Triebwerk als vermutlichen Verursacher des Brummtons ausgemacht, doch trotz eines Austauschs scheint der Brummton nicht behoben zu sein. Wie das Landratsamt am 12. Dezember 2025 mitteilt, gehen seit der Wiederinbetriebnahme der beiden Windenergieanlagen weiterhin Rückmeldungen aus Baiereck ein. In Abstimmung mit der Stadt Uhingen, der LUBW (Windenergie-Kompetenzzentrum), der nach § 29b BImSchG bekanntgegebenen Messstelle sowie dem Betreiber wurden nun die nächsten Schritte festgelegt.

Witterung kam Messung in die Quere

Die bestehende Schallimmissionsprognose (TÜV SÜD) wurde im Softwaremodell nachvollzogen. Gebäudedaten (inkl. der Gebäudehöhe) aus dem amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) sind abgebildet. Für den als markant benannten Standort „Im Schönblick 3“ ergab die Modellierung laut Mitteilung des Landratsamtes keine Pegelerhöhung durch Reflexion. Der maßgebliche Pegel liege modellhaft bei rund 38,4 dB(A).

Die schalltechnische Abnahmemessung als Emissionsmessung an WEA 1 ist vorbereitet. Für eine normgerechte Durchführung sind Windgeschwindigkeiten von 7–13 m/s in Nabenhöhe sowie Westwind erforderlich. Das Messfenster liegt witterungs- und flugbetriebsbedingt nachts etwa zwischen 23 Uhr und 5 Uhr. Bisher waren jedoch die Witterungsbedingungen nicht geeignet, sodass eine Abnahmemessung noch nicht durchgeführt werden konnte.

Neue Messpunkte kommen hinzu

Zur Plausibilisierung der Abnahmemssessung wurde vereinbart, dass zusätzlich eine gezielte Immissionsmessung in beschwerderelevanten Süd-/Südost-Lagen durchgeführt wird. Auch hier seien jedoch passende Windgeschwindigkeiten (7–13 m/s in Nabenhöhe) erforderlich, um eine genaue und verlässliche Messung zu gewährleisten. Die Messpunkte werden in Abstimmung mit der Stadt festgelegt. Auf dieser Grundlage erarbeitet die Messstelle ein Immissionsmesskonzept.

Erst wenn dieses abgestimmt und freigegeben sei, so das Landratsamt, könne die Immissionsmessung erfolgen. Nur dann sei gewährleistet, dass bei einer Überschreitung der Immissionsrichtwerte auch weitergehende Schritte eingeleitet werden könnten.

Rechtliche Eingriffe setzten belastbare Nachweise für Überschreitungen der maßgeblichen Immissionsrichtwerte durch regelwerkskonforme Messungen voraus. Solche Nachweise lägen der Behörde derzeit nicht vor. Die Abnahmemessung erfolgt, sobald die hierfür erforderlichen Windverhältnisse vorliegen. Die ergänzende Immissionsmessung wird durchgeführt, sobald das Konzept abgestimmt ist und die meteorologischen Bedingungen passen.

Das Landratsamt wird die Bevölkerung über den Sachstand weiterhin auf dem Laufenden halten.

Lärmbelastung seit Monaten

Nachdem bereits im Februar störende Töne festgestellt wurden und Einwohner des Ortes Baiereck, der unterhalb des Windparks im Tal liegt, nachts Brummtöne hörten, die sie nicht schlafen ließen hatte der Herstellers Nordex und der Betreibers Uhl Windkraft die Getriebe der beiden Anlagen ausgetauscht. Am 30. September 2025 war die Anlage wieder in Betrieb gegangen. Vincent Krapf, der Ortsvorsteher von Nassachtal-Diegelsberg war vom Ergebnis wenig begeistert. „Es war furchtbar laut, und der Brummton war wieder so, wie mit dem alten Getriebe. Kein Unterschied.“