Wahlwerbung mit KI
: Göppinger AfD macht mit Fake-Bild Wahlkampf

Mit dem Bild eines Parteimitglieds, das es so nicht gibt, wirbt der AfD-Kreisverband Göppingen. Das Foto von Dr. Stefanie Müller wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.
Von
Birgit Rexer
Kreis Göppingen
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Der Kreisverband der AfD Göppingen macht mit einem durch Künstliche Intelligenz (KI) erstelltem Foto einer Frau Parteiwerbung. Der Instagram-Post (links) schlägt Wellen.

Kreisverband AfD Göppingen/dpa/Pixabay (Fotocollage: SWP)

Der Kreisverband der AfD Göppingen wirbt auf seiner Instagramseite mit dem Fakebild von Dr. Stefanie Müller, die erklärt, warum sie AfD-Mitglied geworden ist. Nur, dass es diese Frau gar nicht gibt. Nach Recherchen des SWR wurde das Bild mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) erstellt. An der Echtheit des Bildes zweifelt auch der KI-Experte Marco Huber vom Fraunhofer-Institut in Stuttgart. Gegenüber dem SWR betont er: „Die Fältchen am Auge sind sehr unnatürlich. Und sehr häufig sieht man es an den Pupillen. Die sind beim Menschen sehr rund, das sind sie in dem Fall nicht.“

Auch der Name ist nicht korrekt

Der AfD-Kreisvorsitzende Sandro Scheer bestätigte am Donnerstag gegenüber der dpa, dass er das Bild mit einer Künstlichen Intelligenz erstellt habe, auch der Name der Frau sei nicht korrekt. Es sei aber eine Dr. Stefanie in den Kreisverband eingetreten und habe ihre Motivation dazu ähnlich geschildert, wie im Post beschrieben. Um die Frau zu schützen, wollte er demnach nicht ihren echten Namen nennen. Mit Fake News hat der Post laut Scheer nichts zu tun, es sei klar erkennbar, dass das Foto keine echte Person zeige.

Ähnlich sieht es Markus Frohnmaier, Co-Vorsitzender des AfD-Landesverbands. Er sieht bei dem durch eine KI generierten Bild keinen Unterschied zu solchen aus Foto-Datenbanken. Problematisch wäre es aus seiner Sicht nur, wenn nicht offenkundig wäre, dass es sich um KI-generierte Inhalte handele. Bei dem Post des Göppinger Kreisverbands sehe er keine Verwechslungsgefahr. Welche Rolle Künstliche Intelligenz im Wahlkampf spielen wird, sei noch zu diskutieren.