Uganda-Hilfe in Göppingen
: Reise nach Afrika in doppelter Mission

Große Armut und ergreifende Begegnungen, aber auch viel Dankbarkeit und Lebensfreude. Das Uganda-Team war wieder eine Woche lang in Afrika - zusammen mit dem Rotary Club Göppingen, der hier Großes vorhat.
Von
Susann Schönfelder
Göppingen
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Uganda-Team Göppingen

Mittendrin: Das Uganda-Team Göppingen (vorne in der Mitte Fabio Vercelli) hat eine intensive Zeit mit den Kindern der St. Monica Junior School in Kasanje verbracht.

Uganda-Team
  • Das Uganda-Team Göppingen reiste erneut nach Kasanje, Uganda, um Projekte zu unterstützen.
  • Startschuss für den Küchenanbau der St. Monica Junior School mit symbolischem Spatenstich.
  • Rotary Club Göppingen unterstützt Wasserversorgung für zehn Schulen, 3000-5000 Kinder profitieren.
  • Benefizkonzert zugunsten Uganda-Hilfe am 29. März im evangelischen Gemeindehaus in Bartenbach.
  • Spendenkonto: Volksbank im Unterland, IBAN: DE46 6206 3263 0198 0930 04.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war einmal mehr eine Reise, die nachhallt. „Der Abschied war sehr emotional, da sind viele Tränen geflossen“, erzählt Fabio Vercelli, Koordinator der Uganda-Hilfe Göppingen. Anfang März hat sich eine 16-köpfige Gruppe des hiesigen Teams, das zum Verein Uganda-Hilfe Unterland gehört, wieder für eine Woche nach Afrika aufgemacht. Nachdem es im vergangenen Jahr Grund zum Feiern gab, da die neue Schule im Dorf Kasanje fertig und gebührend eingeweiht wurde, fiel dieses Mal der Startschuss für das nächste Projekt: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich begann der Küchenanbau für die St. Monica Junior School. „Eine größere Küche macht es möglich, vorzukochen oder auch zwei bis drei verschiedene Gerichte anzubieten“, erklärt Vercelli. Derzeit bekommen die Kinder Polenta - morgens flüssig, mittags fest.

Der Koordinator des Göppinger Uganda-Teams macht deutlich, dass die Arbeit in Kasanje nie aufhören wird und daher weiterhin Spenden gebraucht werden. Eine Kita mit drei Vorschulklassen ist hier bereits entstanden, Hauptprojekt ist die St. Monica Junior School, die 2012 eingeweiht wurde. Mit dem Bau des zweiten Schulgebäudes wurde 2019 begonnen, die oberste Etage wurde zu Schlafsälen für die Internatskinder ausgebaut. „Die alte Schule muss wieder instandgesetzt werden“, berichtet Fabio Vercelli.

Ein weiteres Projekt ist der Schulcampus, der für die Kinder essenziell sei. „Die Kinder spielen oder tanzen nach der Schule oder am Wochenende. Das ist die einzige Art der Freizeitgestaltung, dort gibt es nicht mehrere verschiedene AGs.“ Zudem soll das Landwirtschaftsprojekt ausgebaut werden, das die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg bereits mit 30.000 Euro unterstützte. Dabei geht es darum, die Menschen in Kasanje an den Anbau von Lebensmitteln heranzuführen - und dies unter fachkundiger Anleitung. Die Schüler und auch die Eltern sollen lernen, wie man beispielsweise ein Frühbeet anlegt - als Hilfe zur Selbsthilfe.

Uganda-Team Göppingen

Das Uganda-Team Göppingen hatte wieder jede Menge T-Shirts für die Kinder im Gepäck.

privat

Seit Jahren unermüdlich auf Spendentour

Damit die rund 320 Schülerinnen und Schüler in Kasanje die Schulbank drücken sowie die 40 Waisen unter ihnen hier leben können, ist Fabio Vercelli seit Jahren unermüdlich auf Spendentour. Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Kindern in Uganda ein besseres Leben und in erster Linie Bildung zu ermöglichen. Stück für Stück soll sein „Herzensprojekt“ gedeihen und Früchte tragen, sagt Vercelli und fügt hinzu: „Jedes Jahr sehe ich in Uganda, wie unser Einsatz Leben verändert – das Leuchten in den Augen der Kinder, die Hoffnung in den Gemeinden.“ Die Dankbarkeit der Jungen und Mädchen in diesem kleinen, sehr armen Land direkt am Äquator, die wegen eines Luftballons oder eines Lollis völlig aus dem Häuschen sind, geben ihm und seinen Mitstreitern die Kraft weiterzumachen und jedes Jahr die beschwerliche Reise nach Afrika anzutreten. „Wir hatten eine Keilriemenpanne. 19 Leute mussten sich in einen Kleinbus ohne Klimaanlage quetschen“, erzählt der 41-Jährige. Für dieses Malheur wurde die Gruppe jedoch vielfach entschädigt - sei es beim fröhlichen Schulfest oder beim fast schon legendären Fußballspiel, das nicht immer ohne Blessuren abgeht.

Rotary Club Göppingen weitet Hilfe auf andere Schulen aus

Neben dem Koordinator selbst machten sich in diesem Jahr Dr. Denis Mpanga, Pfarrer der italienischen Gemeinde San Francesco in Göppingen und Initiator des Projekts in seinem Heimatland Uganda, sowie Wolfgang Friedrich, Gründer und Chef des Vereins, auf den Weg. Auch Fabio Vercellis Bruder Roberto, dessen Frau Katrin und die Töchter Elisa sowie Romea waren mit von der Partie. Zudem gehörten Elena Dobocan, Sabrina Gussenberger, Stephanie Wahl, George Cemari, Zoe Gaus, Yasmin Kotti, Romina Santoro und Adriano Parisi zur Reisegruppe.

Zum ersten Mal dabei war Christian Gaus, Präsident des Rotary Clubs Göppingen. Und das hatte einen Grund: Die langjährige Unterstützung der St. Monica Junior School strahlt aus. Der hiesige Club hat ein sogenanntes Global Grant angestoßen. Global Grants fördern umfangreiche internationale Projekte mit messbaren und nachhaltigen Ergebnissen beispielsweise in der Friedensförderung, Konfliktprävention, medizinischer Behandlung oder Wasserversorgung.

„3000 bis 5000 Kinder werden profitieren“

Bei dem aktuellen Projekt geht es um die Wasserversorgung von mindestens zehn Schulen im Umkreis von Kasanje. Zisternen und Filtersysteme werden die Bildungseinrichtungen etwa in einem halben Jahr mit sauberem, fließendem Wasser versorgen - in einer Region, in der eine verlässliche Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeit ist, erklären Gaus und Vercelli. „3000 bis 5000 Kinder werden davon profitieren“, verdeutlicht der Koordinator des Göppinger Teams, der selbst Vorstandsmitglied im Rotary Club ist, die Dimension. „Statt kilometerweit laufen zu müssen, um Wasser zu holen, können die Kinder die Schulbank drücken.“

Das Gesamtbudget beträgt knapp 100.000 US-Dollar. Der Rotary Club Göppingen, der Rotary Club Katende in Uganda und das internationale Rotary-Netzwerk arbeiteten Hand in Hand, um das Projekt zum Erfolg werden zu lassen, sagt Gaus. Die hohe Summe komme zustande, weil sich durch den Global Grant und die Unterstützung von Rotary-Distrikten die Spenden vervielfachen. Nebeneffekt: „Wir kurbeln zusätzlich die Wirtschaft in Uganda an, weil wir das Material dort kaufen und auch Handwerker vor Ort beauftragt werden.“ Der Präsident der Göppinger Rotarier ist nach seiner ersten Reise nach Uganda noch immer beeindruckt: „Das war ergreifend, bewegend, beglückend und sehr emotional.“ Die Lebensumstände in Afrika mit europäischen Augen zu sehen, sei heilsam gewesen: „Man reflektiert die eigene Sichtweise und sein Anspruchsdenken. Das ortet ganz gewaltig.“

Musik zugunsten des Uganda-Vereins

Benefizkonzert: Am Samstag, 29. März, findet ein Benefizkonzert zugunsten der Uganda-Hilfe statt. Die Veranstaltung unter dem Motto „What a wonderful world“ beginnt um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bartenbach. Das Big-Band-Konzert steht unter der Leitung von Dominik Dörner, die Veranstalter versprechen einen stimmungsvollen und mitreißenden Abend. Anschließend gibt es einen Sektempfang.

Spendenkonto: Wer helfen möchte, kann sich beim Göppinger Koordinator Fabio Vercelli melden, Telefon (07161) 9660460 oder E-Mail fabio.vercelli@uganda-hilfe-unterland.org. Spendenkonto: Volksbank im Unterland, IBAN: DE46 6206 3263 0198 0930 04, BIC: GENODES1VLS.