Spendengala in Rechberghausen
: Ein farbenfroher Abend für Kinder in Uganda

Einmal mehr waren rund 300 Besucher gekommen, um in Rechberghausen das Engagement für ein Schulprojekt in Uganda zu feiern und zu würdigen. Die Arbeit ist aber längst nicht zu Ende.
Von
Susann Schönfelder
Rechberghausen
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Uganda-Abend, Spendengala im Haug-Erkinger-Saal in Rechberghausen

Die Tanzgruppe vom TV Rechberghausen sorgte beim Uganda-Abend in Rechberghausen für beste Stimmung und gute Laune.

Giacinto Carlucci
  • Spendengala in Rechberghausen sammelt 41.000 Euro für Schulprojekt in Uganda.
  • Unternehmer Filippo Salvia finanziert neue Küche für St. Monica Junior School in Kasanje.
  • Veranstaltung betont Bedeutung von Bildung für 300 Kinder und deren Zukunft.
  • Bau der Schule kostete 270.000 Euro, Betriebskosten werden weiterhin durch Spenden gedeckt.
  • Nächste Reise des Uganda-Teams nach Kasanje im Februar geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der kleine Junge im gelben T-Shirt sitzt huckepack auf dem Rücken eines Mädchens und lächelt verschmitzt in die Kamera. Er strahlt Lebensfreude aus und scheint keine Sorgen zu haben. Auf einem anderen Plakat schaut ein Mädchen mit großen Augen eher schüchtern den Fotografen an, ringt sich aber zu einem kleinen Schmunzeln durch. Beide Kinder scheinen Danke sagen zu wollen. Danke dafür, dass am Freitagabend knapp 300 Gäste nach Rechberghausen in den Haug-Erkinger-Saal gekommen sind und Interesse an ihrem Leben zeigen. Nur durch Spenden können sie und ihre rund 300 Mitschüler im Dorf Kasanje in Uganda die Schule besuchen, Gemüse im Gewächshaus anbauen, zwei warme Mahlzeiten zu sich nehmen und später hoffentlich ein auskömmliches Leben führen. Ohne Hunger, dafür mit Bildung als Rüstzeug im Gepäck. Anders als ihre Eltern, die sich ohne Schulabschluss durchs Leben schlagen müssen.

Dass die Kinder, Eltern und Lehrer in Kasanje nicht vergessen werden, das machte der Uganda-Abend in Rechberghausen einmal mehr deutlich. Zum fünften Mal fand die gesellige, emotionale, musikalische und kulinarische Spendengala statt, die jedes Jahr zahlreiche Unterstützer findet. Allein an diesem Abend kamen rund 41 000 Euro durch Spenden und Eintrittsgelder für das Schulprojekt zusammen, berichtet Fabio Vercelli, Koordinator des Uganda-Teams Göppingen und Hauptorganisator der Veranstaltung. „Und es gab eine tolle Überraschung“, erzählt er. Unternehmer Filippo Salvia habe sich bereit erklärt, die Kosten für den Bau einer neuen Küche in der St. Monica Junior School in Kasanje zu übernehmen.

Einrichtung wurde 2012 eingeweiht

„Ein Abend im Zeichen der Bildung und Förderung“ war die Veranstaltung des Uganda-Teams Göppingen überschrieben. Die Gruppe ist Teil der Uganda-Hilfe Unterland und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern in dem afrikanischen Land ein besseres Leben und in erster Linie Bildung zu ermöglichen. Eine Kita mit drei Vorschulklassen ist in Kasanje bereits entstanden, zudem das Hauptprojekt, die St. Monica Junior School. Die private Einrichtung wurde 2012 eingeweiht, das zweite Schulgebäude folgte 2019, gab Vereinschef Wolfgang Friedrich einen kurzen Abriss über die Arbeit des Vereins, die auf Pfarrer Denis Mpanga aus Uganda zurückgeht.

Die Schule samt oberstem Stockwerk und Dach sind nach fünf Jahren Bauzeit fertig und eingeweiht, sagt Fabio Vercelli, nun können Kinder bis zur siebten Klasse hier die Schulbank drücken. Ubuntu heißt dieser Komplex, was soviel heißt wie „Menschlichkeit“ beziehungsweise die Verbundenheit der Menschen. „Der Weg dorthin war hart, weil uns Corona ausgebremst hat“, betont er. Er sei stolz und dankbar auf alle Mistreiter, die an das Projekt geglaubt und es allen Widrigkeiten zum Trotz durchgezogen hätten. Etwa 270 000 Euro hat der Bau gekostet, ohne die Hilfe aus Deutschland wäre dies nicht gegangen, unterstreicht der Koordinator.

Fabio Vercelli: „Die Arbeit hört nie auf“

Mit einer Powerpoint-Präsentation und eindrücklichen Bildern lieferte er einen Streifzug durch die vergangenen Jahre, zeigte den Baufortschritt der Schule und gab einen Einblick in die jüngste Reise des Teams in dieses kleine, sehr arme Land am Äquator. Im Februar hatte sich wieder eine kleine Delegation des Uganda-Teams aufgemacht nach Afrika, hat geholfen, wo es nötig war, intensiv Zeit mit den Kindern verbracht und nicht zuletzt den vielen Unterstützern belegt, dass ihre Spenden ankommen und gut investiertes Geld sind.

Und wie geht es nun weiter? Jetzt, wenn die Schule fertig ist? „Die Arbeit hört nie auf“, macht Fabio Vercelli deutlich. Die Betriebskosten müssen zum großen Teil über Spenden gedeckt werden. Auf den Verein kämen in naher Zukunft Instandhaltungskosten zu, der erste Schulblock sei bereits wieder sanierungsbedürftig, das Klima in Afrika setze den Gebäuden früher zu als in unseren Breiten, erklärt der 41-Jährige. Ein großer Wunsch Vercellis war die neue Küche, die nun bereits finanziert ist. Ein weiteres Projekt sei ein Kleinspielfeld, auf dem die Jungen und Mädchen der St. Monica Junior School Fußball, Volleyball oder Basketball spielen können. Auch ein Spielplatz geistert dem Uganda-Team im Kopf herum. Spenden sind also nach wie vor willkommen.

Nachdenklichkeit und Zuversicht haben ihren Platz

Wer noch nicht von diesem Projekt überzeugt war, wurde es spätestens am Freitagabend im Haug-Erkinger-Saal. Christian Gaus, Präsident der Göppinger Rotarier, fand genauso lobende Worte wie die Rechberghäuser Bürgermeisterin Claudia Dörner. Für gute Stimmung sorgte die Tanzgruppe des TV Rechberghausen unter der Leitung von Steffi Heim, die Gruppe „Old but Gold“ brachte mit ihrer Darbietung viel Farbe in den Abend. Buntheit und Menschlichkeit, Nachdenklichkeit und Motivation, aber auch Hoffnung und Zuversicht zogen sich wie ein roter Faden durch den Uganda-Abend. Alles zusammen spornt das Team an, weiterzumachen. Die nächste Reise nach Kasanje steht im Februar an.

„Kinder laufen für Kinder“: Spendenlauf der Janusz-Korczak-Schule

Die Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Schule im Göppinger Reusch laufen am Freitag, 25. Oktober, für die Kinder in Uganda. Auf einer abgesteckten Strecke am Spielplatz beziehungsweise auf der großen Wiese an der Zeppelinstraße laufen die Kinder Runden a 250 Metern, Eltern und Sponsoren zahlen dann pro gelaufene Runde einen freiwilligen Betrag ab einem Cent aufwärts. Ein Teil der erlaufenen Summe kommt dem Uganda-Schulprojekt zugute, der andere soll für Spielgeräte auf dem Pausenhof verwendet werden.

Wer mit einer Spende helfen möchte, kann sich beim Göppinger Koordinator Fabio Vercelli melden, Telefon (07161) 9660460 oder E-Mail fabio.vercelli@uganda-hilfe-unterland.org. Spendenkonto: Volksbank im Unterland, IBAN: DE46 6206 3263 0198 0930 04, BIC: GENODES1VLS.