Totschlag in Reichenbach/Fils
: Mann auf Motorhaube zu Tode geschleift. Staatsanwalt: Tat war kein Unfall

Ende Mai wurde ein Mann auf der Motorhaube durch Reichenbach geschleift. Man gehe nicht davon aus, dass es sich bei der Tat um einen Unfall gehandelt habe.
Von
Birgit Rexer
Reichenbach/Fils
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Die Polizei sichert auf der Straße Spuren der Tat.

SDMG/Kohls

Am 30. Mai fanden Autofahrer in den späten Abendstunden an der Ortsausfahrt von Reichenbach in Richtung Plochingen einen blutüberströmten Mann auf der Straße.

Etwa zur gleichen Zeit gingen die ersten Notrufe bei der Einsatzleitstelle der Polizei ein. Die Anrufer schilderten erschütternden Szenen, die sich kurz vor 23 Uhr in dem Ort abgespielt hatten. Sie berichteten von Hilferufen und einem Pkw, der mit einer Person auf der Motorhaube durch den Ort gerast sei. Zeitweise wurde der Mann von dem Auto mitgeschleift. „Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich beim aufgefundenen und lebensgefährlich verletzten 32 Jahre alten Mann um die Person, die sich auf der Motorhaube befunden hatte“, bestätigte damals eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Reutlingen. Während die Polizei auf der Straße die Spuren der Tat sicherte, sperrte die Feuerwehr die Unfallstelle ab.

Einen Tag nach der Tat gestorben

Trotz schneller notfallmedizinischer Versorgung vor Ort, starb der 32–jährige Mann am nächsten Tag im Krankenhaus.

Die 34–jährige Fahrerin des Fahrzeugs kehrte noch am Dienstagabend an den Straßenabschnitt der L1192 zurück, an dem der schwer verletzte Mann gefunden wurde. Sie wurde dort von der Polizei festgenommen.

Autofahrerin kehrt später zurück

Die 34–Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft, bestätigte jetzt ein Sprecher des Polizeipräsidiums. „Die Ermittlungen werden unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags geführt“, erklärt Aniello Ambrosio, Erster Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Stuttgart. „Nach derzeitigen Erkenntnissen wird nicht davon ausgegangen, dass es sich um einen Unfall gehandelt hat“, fügt der Staatsanwalt hinzu. Die Ermittlungen zu der Tat, den Hintergründen und vor allem dem Tatmotiv der Frau dauern bislang noch an. „Ich bitte um Verständnis, dass derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Einzelheiten zum Ablauf und zu einer etwaigen Motivation für die Tat mitgeteilt werden können“, erklärt Staatsanwalt Ambrosio.

Noch ist nicht bekannt, wann Anklage gegen die Fahrerin des Autos erhoben wird.