Tipps gegen die Hitze
: Wenn die Sonne aufs Dach knallt

In unserer Serie „Kühler wohnen“ zeigen wir, wie man dem Sommer trotzt: Heiße Zeiten, kühle Räume – was Häuser jetzt brauchen.
Von
SWP
Kreis Göppingen
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Eine Frau schliesst Vorhänge in einer Dachgeschosswohnung

Vor allem in Dachgeschosswohnungen kann es im Sommer unerträglich heiß werden. Die Energieagentur des Landkreises Göppingen gibt Tipps, was man tun kann (Symbolbild).

Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpa
  • Dachgeschosswohnungen leiden im Sommer unter extremer Hitze – baulicher Schutz ist essenziell.
  • Dämmung schützt vor Hitze und Kälte, verbessert Wohnkomfort und senkt Energieverbrauch.
  • Außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden oder Markisen hält Wärme effektiv ab.
  • Dachbegrünung kühlt Gebäude, fördert Insektenvielfalt und wird oft gefördert.
  • Blower-Door-Test deckt undichte Stellen auf – Abdichtung verbessert Klima und Effizienz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn tagsüber die Sonne auf das Dach knallt und sich die Wände aufheizen, bleibt die Hitze oft lange im Gebäude. Vor allem in den vergangenen Juni-Nächten war das spürbar: Viele Häuser gaben die gespeicherte Wärme noch Stunden nach Sonnenuntergang an die Innenräume ab. Besonders unter dem Dach wurde es regelrecht unerträglich. Wer dauerhaft etwas gegen solche Hitzebelastungen tun will, kommt an baulichen Maßnahmen nicht vorbei, schreiben die Experten der Energieagentur des Landkreises Göppingen.

Im zweiten Teil unserer Serie „Kühler wohnen“ geht es deshalb um den baulichen Hitzeschutz – also um Dämmung, Verschattung, Sonnenschutz und Dachbegrünung. Richtig umgesetzt, sorgen diese Maßnahmen nicht nur im Sommer für mehr Wohnkomfort, sondern senken auch den Energieverbrauch im Winter.

Wärmeschutz ist nicht nur ein Thema für den Winter

Viele denken bei Dämmung zuerst an Heizkosten. Doch eine gute Wärmedämmung schützt auch vor Hitze – und das oft besonders wirksam. Denn gedämmte Dächer und Wände verzögern das Eindringen der Wärme und halten die Räume länger angenehm kühl.

Vor allem Dachflächen sind im Sommer besonders hitzebelastet. Wer unterm Dach wohnt, kann durch eine nachträgliche Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung deutlich profitieren. Neben einer geringen Wärmeleitfähigkeit ist auch eine möglichst hohe Wärmespeicherfähigkeit wichtig. Diese sorgt dafür, dass das Material die Hitze aufnehmen und verzögert wieder abgeben kann, was zu einer angenehmeren Innentemperatur führt. Das kann sowohl durch die Verwendung von Dämmstoffen mit einer hohen Rohdichte (Holzfaser, Zellulose etc.) als auch durch innenliegende Trockenbauelemente als zusätzlicher Wärmepuffer erreicht werden. Auch Außenwände lassen sich nachträglich dämmen. Wichtig ist dabei: Die Maßnahmen müssen fachgerecht geplant und ausgeführt werden, um Feuchteschäden zu vermeiden und den gewünschten Effekt zu erzielen.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude bietet bei der Dach- und Fassadendämmung für Einzelmaßnahmen einen Zuschuss von 15 Prozent. Alternativ kann eine Steuerermäßigung von 20 Prozent über drei Jahre in Anspruch genommen werden.

Gebäudehülle abdichten – gegen heiße Luft und Feuchtigkeit

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Luftdichtheit des Gebäudes. Durch undichte Stellen an Fenstern, Türen oder Dachdurchführungen dringt im Sommer warme Luft ins Haus – im Winter geht hier wertvolle Heizwärme verloren. Eine professionelle Blower-Door-Messung kann aufzeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Wird gezielt abgedichtet, verbessert das nicht nur das Raumklima, sondern auch die Energieeffizienz.

Kühle Schattenseiten – mit der richtigen Verschattung

Besonders wirkungsvoll ist zudem außenliegender Sonnenschutz – etwa durch Rollläden, Markisen oder Fensterläden. Denn er hält die Sonnenstrahlen ab, bevor sie auf das Fensterglas treffen und Wärme ins Innere leiten. Für den Hitzeschutz im Dachgeschoss sind entsprechende Rollläden unverzichtbar. Aktuell erobern solarbetriebene Modelle den Dachfenstermarkt. Diese bieten den Vorteil, dass kein eigener Stromanschluss zum Dachfensterrahmen verlegt werden muss. Wer eine Nachrüstung plant, sollte sich auch über finanzielle Unterstützung informieren, die unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden kann.

Begrünte Dächer: Kühlung von oben

Eine weitere Maßnahme mit Mehrfachnutzen ist die Dachbegrünung. Vor allem auf Flachdächern oder Garagen kann sie relativ einfach nachgerüstet werden. Die Pflanzen verdunsten Wasser, beschatten die Dachfläche und kühlen so das Gebäude – zusätzlich zur Dämmung. In heißen Sommern bieten begrünte Dächer zudem wertvolle Lebensräume für Insekten und tragen zur Abkühlung des Wohnumfelds bei. Für extensiv begrünte Dächer gibt es in vielen Kommunen Förderprogramme – Informationen dazu erhält man in der jeweiligen Heimatgemeinde oder -stadt.

Das Fazit: Mit cleveren baulichen Maßnahmen lässt sich Sommerhitze wirksam abhalten – oft profitiert man zugleich bei Schallschutz, Wohnkomfort und im Winter. Wer neu baut oder saniert, sollte Hitzeschutz daher unbedingt mitdenken.

Im nächsten Teil unserer Serie dreht sich alles um Klimageräte: Welche Technik wirklich kühlt – und worauf man bei Auswahl, Betrieb und Stromverbrauch achten sollte.