„Kühler wohnen“
: Einfach cool bleiben – auch bei Hitze

Im ersten Teil unserer Serie zeigen wir, wie sich Wohnräume spürbar kühler halten lassen – ganz ohne bauliche Eingriffe.
Von
SWP
Kreis Göppingen
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Frau öffnet ein Fenster: ILLUSTRATION - Im Frühjahr trägt die Luft mehr Feuchtigkeit in sich - häufigeres und längeres Lüften ist deshalb wichtig.  (zu dpa: «Wie oft, wie lange? So lüften Sie im Frühjahr richtig») Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Lüften ist wichtig – aber nur zur richtigen Zeit. Wer tagsüber die Fenster öffnet, holt sich die Hitze ins Haus. Die besten Zeitfenster sind die kühlen Nacht- und frühen Morgenstunden.

Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa/Symbolbild
  • Tipps gegen Sommerhitze: Lüften nachts/morgens, tagsüber Fenster/Rollläden schließen.
  • Haushaltsgeräte wie Fernseher und Trockner meiden – sie erzeugen zusätzliche Wärme.
  • Effektiver Sonnenschutz: Außenrollos besser als Innenjalousien, helle Stoffe reflektieren Wärme.
  • Körperliche Anpassung: Leichte Kleidung, Wasser trinken, Anstrengung auf kühle Tageszeiten verlegen.
  • Online-Vortrag der Energieagentur Göppingen am 15. Juli zu Hitzeschutz und Fördermöglichkeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Schweiß steht auf der Stirn, das Bett fühlt sich an wie eine Heizdecke, an Schlaf ist kaum zu denken – so ging es in den vergangenen Tagen vielen Menschen im Landkreis Göppingen. Die Hitzewelle im Juni hat die Region fest im Griff gehabt. Temperaturen über 30 Grad, kaum Abkühlung in der Nacht – die Belastung war spürbar, besonders in aufgeheizten Wohnungen.

Und es ist längst keine Ausnahme mehr: Der Klimawandel macht sich auch bei uns bemerkbar. Im Landkreis Göppingen ist die Jahresmitteltemperatur bereits um 1,1 Grad gestiegen, wie eine aktuelle Untersuchung im Auftrag des Landkreises zeigt. Die Zahl heißer Tage nimmt weiter zu – durchschnittlich 6,5 zusätzliche Hitzetage mit über 30 Grad sind künftig pro Jahr zu erwarten. Höchste Zeit also, sich mit wirksamen Schutzmaßnahmen auseinanderzusetzen. Im ersten Teil unserer Serie „Kühler wohnen“ zeigen wir, wie sich Wohnräume schon durch richtiges Verhalten spürbar kühler halten lassen – ganz ohne bauliche Eingriffe.

Hitzefallen im Alltag vermeiden

Lüften ist wichtig – aber nur zur richtigen Zeit. Wer tagsüber die Fenster öffnet, holt sich die Hitze ins Haus. Die besten Zeitfenster sind die kühlen Nacht- und frühen Morgenstunden. Dann heißt es: Querlüften, also gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen – das sorgt für Durchzug und frische Luft. Bereits am Morgen sollten Fenster und Türen wieder geschlossen werden – und idealerweise auch Rollläden oder Vorhänge. Doch nicht nur die Sonne heizt unsere Wohnungen auf. Haushaltsgeräte wie Fernseher, Computer, Lampen, Herd oder Spülmaschine geben teils erhebliche Wärme ab. Besonders in heißen Phasen lohnt es sich, deren Betrieb zu vermeiden oder in die kühleren Abendstunden zu verlegen. Auch Wäsche sollte besser draußen trocknen – denn Wäschetrockner heizen zusätzlich. Und selbst Standby-Geräte erzeugen laufend Wärme. Wer diese konsequent ausschaltet, spart Energie – und ein paar Grad Raumtemperatur.

Besonders effektiv ist es, Sonnenstrahlen gar nicht erst in die Wohnung zu lassen. Außenliegende Verschattung – etwa durch Rollläden, Markisen oder Fensterläden – bremst die Hitze deutlich besser als Innenjalousien. Wer nur von innen abdunkeln kann, sollte helle Stoffe oder reflektierende Folien nutzen, um die Strahlung zumindest teilweise zu blocken.

Auch der Mensch braucht Hitzeschutz

Leichte Kleidung, viel Wasser, möglichst wenig Bewegung – auch unser Körper braucht Unterstützung bei großer Hitze. Ein feuchtes Tuch im Nacken kann angenehm kühlen. Körperliche Anstrengungen sollten in den kühlen Tagesrandzeiten stattfinden. Wer kann, legt eine Siesta ein – auch das ist eine sinnvolle Anpassung an die Realität steigender Temperaturen. Weitere Tipps für das richtige Verhalten bei Hitze – siehe Extra-Kasten.

Mit einfachen Mitteln und klugem Verhalten lässt sich der Hitzestress in den eigenen vier Wänden bereits deutlich senken. Doch für nachhaltigen Hitzeschutz sind auch bauliche Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Dachbegrünung sowie bei Bedarf technische Lösungen wichtig – darum geht es in den kommenden Teilen dieser Serie.

Alltagstaugliche Tipps von der Energieagentur

Wie bleiben Wohnräume im Sommer angenehm kühl? In dem kostenfreien Online-Vortrag am Dienstag, 15. Juli, um 18.30 Uhr geben die Expertinnen und Experten der Energieagentur Landkreis Göppingen alltagstaugliche Tipps: vom nächtlichen Lüften über effektiven Sonnenschutz bis zur Vermeidung innerer Wärmequellen. Auch bauliche Maßnahmen und der Einsatz von Klimageräten werden vorgestellt – inklusive Informationen zu aktuellen Fördermöglichkeiten. Die Anmeldung ist unter www.klimaschutz-goeppingen.de/veranstaltungen oder unter (07161) 6516500 möglich.

Extra-Tipp: Alltagstipps aus dem Hitzeknigge

Wie verhalten bei großer Hitze? Der Hitzeknigge des Landkreises Göppingen gibt praktische Tipps für Alltag und Beruf. So wird empfohlen, nicht nur viel zu trinken, sondern auch den Mineralstoffhaushalt im Blick zu behalten – etwa mit salzhaltigen Lebensmitteln, Bananen oder grünem Gemüse. Weitere Hinweise zu Ernährung, Bewegung, Arbeiten bei Hitze und Verhalten im Notfall finden sich im vollständigen Hitzeknigge – erhältlich bei Ihrer Stadt oder Gemeinde sowie online unter www.teamklima.de.