Sperrung B29 Schwäbisch Gmünd: Autofahrer flüchten nach Rauchentwicklung aus dem Einhorntunnel

Der Einhorntunnel in Schwäbisch Gmünd ist am Samstagnachmittag für rund zwei Stunden gesperrt gewesen (Archivfoto).
Andreas Rosar/dpaEs ist wohl der Albtraum jedes Autofahrers: Bei der Fahrt durch einen Tunnel macht sich plötzlich Rauch bemerkbar. Erinnerungen an schlimme Unglücke wie im Oktober 2001 im Schweizer Gotthard-Tunnel werden wach. Damals hatten elf Menschen ihr Leben verloren, als zwei LKW in dem Tunnel zusammenstießen und es zu einem Brand kam.
Sicherheitskonzept greift
Am Samstagnachmittag (11.05.2024) wurden nach der Meldung von Rauch im Einhorntunnel sofort Alarm ausgelöst, der Tunnel wurde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Insassen der Fahrzeuge, laut Polizei rund 50 Personen, flüchteten über die Notausgänge ins Freie. Ein Polizeisprecher schilderte der SÜDWEST PRESSE das Vorgehen in einem solchen Fall: "Der Tunnel verfügt ja über Rauchmelder und eine Videoüberwachung. Wenn ein Alarm eingeht oder die Rettungsleitstelle etwa Rauch auf dem Video sieht, sperrt sie automatisch en Tunnel. An die Autofahrer ergehen dann Lautsprecherdurchsagen, entweder in den Fahrzeugen zu bleiben oder diese zu verlassen." Alle paar Meter in dem Tunnel gibt es Verbindungstüren zum parallel verlaufenden Fluchttunnel. Über diese können sich die Pkw-Insassen dann in Sicherheit bringen.
Qualmender Skoda stand außerhalb des Tunnels
Auf der Suche nach der Quelle des Rauchs stieß die Polizei einige hundert Meter nach dem Tunnel auf einen Skoda. Dessen Fahrer sowie alle anderen Beteiligten kamen mit dem Schrecken davon, nach rund zwei Stunden konnte die Sperrung des Tunnels wieder aufgehoben werden.
Im Falle einer größeren Rauchentwicklung verfügt der Einhorntunnel über Abluftöffnungen. Diese 3-4 großen Klappen werden dann geöffnet und der Rauch kann abziehen. Ob in diesem Fall auch entlüftet werden musste, konnte die Polizei nicht sagen. Solche Einsätze wie der heutige seien sehr selten, so der Polizeisprecher.
Die Feuerwehr war mit 11 Fahrzeugen und 80 Einsatzkräften vor Ort, auch das DRK war mit mehreren Rettungswagen im Einsatz.
Rückblick: Schweres Unglück im Einhorntunnel
Im August 2019 war es im Einhorntunnel zu einem schweren Unfall gekommen. Ein Autofahrer war damals in einen LKW gekracht, der Tunnel war stundenlang gesperrt. Der Autofahrer, ein 55-Jähriger starb sechs Wochen später.
