Schüsse in Schorndorf
: Ermittlungen wegen versuchten Totschlags – Bandenkrieg in der Region?

Nach Schüssen in Schorndorf und der Festnahme eines Mannes aus dem Kreis Göppingen, geht die Kripo von einem Zusammenhang mit ähnlichen Fällen in jüngster Zeit aus.
Von
Christine Figl,
Birgit Rexer
Schorndorf
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Ein 20-Jähriger aus Kreis Göppingen sitzt nach Schüssen in Schorndorf in Untersuchungshaft. (Symbolbild)

© abr68/adobe.stock.com

Erneut fallen Schüsse – diesmal in Schorndorf: Am 23. Oktober meldeten sich abends Anwohner bei der Polizei und berichteten von einer Schießerei und von zwei Fahrzeugen, die mit der Tat in Verbindung stünden. Ein 20 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Göppingen befinde sich wegen des Vorfalls seitdem in Untersuchungshaft, schreibt das Landeskriminalamt (LKA).

Nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft werde gegen den 20-Jährigen und gegen Unbekannte wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und des unerlaubten Führens einer Schusswaffe ermittelt.

Auto hat Einschusslöcher

Den Angaben des LKA zufolge hatte sich der Mann nach dem Vorfall selbst bei der Polizei gemeldet und behauptet, dass Unbekannte auf ihn geschossen hätten. Auch sein Auto wies Einschusslöcher auf. Später habe sich aber herausgestellt, dass es wohl einen Schusswechsel gegeben hatte, bei dem auch der Verdächtige selbst beteiligt war.

Es haben sich zwischenzeitlich Zeugen gemeldet, erklärte die Pressesprecherin des Landeskriminalamts Baden-Württemberg auf Nachfrage. Weitere Auskünfte zu der Tat könne die Kripo aufgrund des laufenden Verfahrens nicht geben.

Polizei durchsucht die Wohnung im Kreis Göppingen

Ermittler durchsuchten direkt nach der Tat die Wohnung des Mannes im Landkreis Göppingen. Dort entdeckten sie unter anderem eine Schreckschusswaffe, eine Druckluftpistole, Munition und mehrere Messer.

Am Tatort in Schorndorf-Weiler stellten die Beamten Patronenhülsen sicher und fanden Einschusslöcher in geparkten Fahrzeugen und auch an Hauswänden. Nach weiteren Beteiligten werde gefahndet.

Die Schüsse dürften im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen von zwei rivalisierenden Gruppen im Großraum Stuttgart stehen, hieß es weiter. Seit Monaten kommt es in der Region immer wieder zu Schüssen auf Menschen.