Schüsse auf FDP-Politiker: Nach „Aktenzeichen XY“ geht die Polizei 23 neuen Hinweisen nach

Das Schild zum Uhlandhof, der zwischen Zell und Hattenhofen liegt: FDP-Kreisrat Georg Gallus (67) wurde hier durch Schüsse schwer verletzt. Der Täter ist noch nicht gefasst.
Staufenpress/Jürgen Fischer- Nach dem TV-Aufruf in "Aktenzeichen XY" ermittelt die Polizei 23 neue Hinweise zum Mordversuch an FDP-Politiker Georg Gallus.
- Die Tat fand im März 2023 auf dem Uhlandhof in Hattenhofen statt, Gallus wurde schwer verletzt.
- Der Täter verwendete eine umgebaute Schreckschusswaffe, die Munition stammt von Özkursan.
- 10.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des Täters.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war ein eiskalter Mordversuch: Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ hat am 6. November den Anschlag auf den FDP-Kreisrat Georg Gallus aufgerollt. Bringt der TV-Aufruf den Durchbruch und klärt das Verbrechen auf? Derzeit sieht es nicht danach aus: Insgesamt gingen seit der Sendung 23 Hinweise ein. „Fast alle Hinweise wurden bereits geprüft, eine heiße Spur hat sich aber bisher nicht ergeben“, teilt Sven Vrancken, Pressesprecher beim zuständigen Polizeipräsidium Ulm, mit. Die noch wenigen verbleibenden Hinweise sollen zeitnah überprüft werden.
In nachgestellten Szenen wurde die Bluttat der Nacht vom 18. auf den 19. März 2023 auf dem Uhlandhof in Hattenhofen und die Tage davor aufgearbeitet. Name und Schauplatz wurden verändert beziehungsweise verfremdet. Doch der Film zeigte eindrücklich, wie der unbekannte Täter vorging und sich das Opfer gerade noch vor den tödlichen Kugeln in Sicherheit bringen konnte. Der Unbekannte feuerte um 4 Uhr morgens mehrmals von außen durch ein Fenster auf den Landwirt, der in seiner Wohnung im Erdgeschoss schlief. Der Politiker wurde bei dem Mordanschlag so schwer verletzt, dass er in der Klinik am Eichert in Göppingen notoperiert werden musste. „Er und seine Familie leben seither in Angst, dass der Täter zurückkehrt und sein Werk vollendet“, sagte Moderator Rudi Cerne.
Details zur Tatwaffe
Die Zuschauer erfuhren bei „Aktenzeichen XY“ auch bislang unbekannte Details, insbesondere zur Tatwaffe. Laut der Ermittlerin Marina Grimm von der Kripo Ulm habe der Unbekannte eine umgebaute Schreckschusswaffe benutzt, „die Munition passt nicht zur Waffe“, verdeutlichte sie. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass es sich eher nicht um einen Profikiller handelt.
Die Patronen stammen laut Grimm vom türkischen Hersteller Özkursan. Es gebe in Deutschland bisher nur eine nachgewiesene Tat mit dieser Munition, einen Zusammenhang zu dem Verbrechen in Hattenhofen konnten die Ermittler aber bisher nicht feststellen. Sie hoffen nun auf Hinweise, wo diese Patronen angeboten wurden. Vielleicht kann auch jemand Angaben dazu machen, wo solche Schreckschusswaffen gebaut oder verkauft werden.
Motiv des Täters liegt im Dunkeln
Auch auf das Motiv des Täters kann sich die Kripo nicht endgültig einen Reim machen. „Ein persönliches Motiv liegt am nächsten“, meinte die Ermittlerin. Eventuell könne es einen Zusammenhang mit einer Vermietung des Hofes für Veranstaltungen geben, auch ehemalige Beschäftigte könnten als Täter infrage kommen. Auch Wesens- oder Verhaltensänderungen von Menschen im räumlichen und sozialen Umfeld des Opfers seien für die Ermittler interessant. Von privater Seite seien 10.000 Euro Belohnung auf die Ergreifung des Täters ausgesetzt worden.

