Schüsse auf Göppinger FDP-Politiker: Ermittler glauben nicht an Profikiller – Sechs Hinweise nach „Aktenzeichen XY“

Das Schild zum Uhlandhof, der zwischen Zell und Hattenhofen liegt: Der FDP-Politiker Georg Gallus wurde hier durch Schüsse schwer verletzt.
Staufenpress/Jürgen Fischer- Der FDP-Politiker Georg Gallus wurde in Hattenhofen durch Schüsse schwer verletzt.
- Die Tatwaffe war eine umgebaute Schreckschusswaffe; Hinweise deuten nicht auf einen Profikiller hin.
- Die Ermittler suchen nach Hinweisen zur Herkunft der Munition und der Waffe.
- Die Staatsanwaltschaft und Polizei intensivieren ihre Ermittlungen.
- Bisher sind sechs Hinweise bei der Polizei eingegangen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war ein eiskalt geplanter Mord: Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hat am Mittwochabend den Anschlag auf den FDP-Kreisrat Georg Gallus aufgerollt. Es war gleich der erste Fall, später wurde die Sendung aufgrund des politischen Bebens in Berlin abgebrochen. In nachgestellten Szenen wurde die Bluttat der Nacht vom 18. auf den 19. März 2023 auf dem Uhland-Hof in Hattenhofen und die Tage davor aufgearbeitet. Name und Schauplatz wurden verändert beziehungsweise verfremdet. Doch der Film zeigte eindrücklich, wie der unbekannte Täter vorging und sich das Opfer gerade noch vor den tödlichen Kugeln in Sicherheit bringen konnte. Der Unbekannte feuerte um 4 Uhr morgens mehrmals von außen durch ein Fenster auf den Landwirt, der in seiner Wohnung im Erdgeschoss schlief. Der Politiker wurde bei dem Mordanschlag so schwer verletzt, dass er in der Klinik am Eichert in Göppingen notoperiert werden musste. „Er und seine Familie leben seither in Angst, dass der Täter zurückkehrt und sein Werk vollendet“, sagte Moderator Rudi Cerne.
In dem Beitrag des ZDF war die Rede davon, dass Gallus drei polnische Saisonarbeiter auf seinem Hof beschäftigt habe, diese seien in einem Nebengebäude untergebracht gewesen. Der 67-jährige Landwirt betont einen Tag später jedoch, dass diese Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Attentats längst nicht mehr auf dem Hof beschäftigt gewesen seien. Gallus hatte sich ganz bewusst entschieden, „Aktenzeichen XY“ nicht anzuschauen. Stattdessen ging er mit seinem Sohn und seiner zukünftigen Schwiegertochter in Göppingen essen. „Hattenhofen war am Mittwochabend wie leergefegt, da saßen wohl alle vor dem Fernseher“, sagt er.
Täter benutzte umgebaute Schreckschusswaffe
Die Zuschauer erfuhren bei „Aktenzeichen XY“ auch bislang unbekannte Details, insbesondere zur Tatwaffe. Laut der Ermittlerin Marina Grimm von der Kripo Ulm habe der Unbekannte eine umgebaute Schreckschusswaffe benutzt, „die Munition passt nicht zur Waffe“, verdeutlichte sie. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass es sich eher nicht um einen Profikiller handelt. Die Hülsen seien aufgeplatzt gewesen, „daher haben sie an Geschossenergie verloren. Die Munition hatte also weniger Durchschlagskraft“, verdeutlichte die Kripo-Beamtin. Die Verletzungen wären wohl sonst noch gravierender gewesen. Die Patronen stammen laut Grimm vom türkischen Hersteller Özkursan. Es gebe in Deutschland bisher nur eine nachgewiesene Tat mit dieser Munition, einen Zusammenhang zu dem Verbrechen in Hattenhofen konnten die Ermittler aber bisher nicht feststellen. Sie hoffen nun auf Hinweise, wo diese Patronen angeboten wurden. Vielleicht kann auch jemand Angaben dazu machen, wo besagte Schreckschusswaffen gebaut oder verkauft werden.
„Persönliches Motiv liegt am nächsten“
Auch auf das Motiv des Täters kann sich die Kripo nicht endgültig einen Reim machen. „Ein persönliches Motiv liegt am nächsten“, meinte die Ermittlerin. Eventuell könne es einen Zusammenhang mit einer Vermietung des Hofes für Events geben, auch ehemalige Beschäftigte könnten als Täter in Frage kommen. Auch Wesens- oder Verhaltensänderungen von Menschen im räumlichen und sozialen Umfeld des Opfers seien für die Ermittler interessant. Von privater Seite seien 10.000 Euro Belohnung auf die Ergreifung des Täters ausgesetzt worden.
„Im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach dem Täter intensivieren Staatsanwaltschaft und Polizei jetzt ihre Ermittlungen erneut“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Bislang gingen nach der Sendung sechs Hinweise bei der Polizei ein, die nun geprüft werden. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei auch weiterhin unter der Telefon-Nummer (0731) 1880 entgegen.


