Regionalwahl 2024 Kreis Göppingen
: Der Trend: CDU liegt vorne, die AfD wird zweitstärkste Kraft

Die ersten Ergebnisse der Regionalwahl für den Landkreis Göppingen sind eingetroffen. Ein Trend zeichnet sich ab: Die CDU hat die Nase vorn, gefolgt von der AfD. Doch es gibt Ausreißer.
Von
Susann Schönfelder
Kreis Göppingen
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Am Sonntag wurde auch ein neues Regionalparlament gewählt. Von vornherein stand fest, dass der Landkreis Göppingen künftig einen Sitz mehr als bislang haben wird. Hier wird in der Uhland-Realschule ausgezählt.

Giacinto Carlucci

Es war nach 20 Uhr am Sonntagabend, als die ersten Ergebnisse der Regionalwahl eingingen. Bad Boll gehörte zu den schnellsten Kommunen im Landkreis, die ausgezählt hatten. Die Voralbgemeinde folgte nicht dem allgemeinen Trend: Hier lag die CDU mit 25,31 Prozent ganz knapp vor den Freien Wählern, die 25,27 Prozent der Stimmen holten. Die Grünen landeten mit 17,3 Prozent auf Rang drei, gefolgt von der AfD (13,8 Prozent). Die SPD holte nur 6,4 Prozent der Stimmen.

Auch Eislingen war recht schnell an diesem Abend - und folgte dem bundesweiten Trend. Die CDU hatte die Nase vorn, gefolgt von der AfD. Die Freien Wähler landeten auf Platz drei, Grüne und SPD folgten abgeschlagen mit jeweils etwa zehn Prozent der Stimmen. Schnell wurde an diesem Wahlabend deutlich: Die Grünen, die bei der Wahl 2019 noch die stärkste Kraft im Regionalparlament waren, müssen im Landkreis Göppingen ordentlich Federn lassen. Für die CDU ging es vor fünf Jahren weit nach unten, jetzt machten die Christdemokraten wieder Boden gut. In Lauterstein, Bad Ditzenbach, Bad Überkingen oder Deggingen holten sie gar mehr als 40 Prozent. In Böhmenkirch knallten bei der CDU sicher die Sektkorken: Mit fast 49 Prozent war sie hier einsamer Spitzenreiter.

AfD in Göppingen und Eislingen über 20 Prozent

Der Blick auf das Ergebnis der Regionalwahl in der Stadt Göppingen zeigt eine starke AfD. Die Partei erreichte hier 21,3 Prozent der Stimmen und lag damit nur knapp zehn Prozent hinter der CDU, die in Göppingen auf 31,1 Prozent kam.  Die Grünen landeten bei 13,7 Prozent, die Freien Wähler bei 12,0, die SPD bei 10,8 und die FDP bei 5,2 Prozent.

Noch besser als in Göppingen schnitt die AfD bei der Regionalwahl in der Nachbarstadt Eislingen ab. Hier kletterten die Rechtspopulisten auf 23,3 Prozent. Die CDU erreichte 31,6 Prozent. Drittstärkste Kraft in Eislingen wurden die Freien Wähler mit 15,5 Prozent der Stimmen. Grüne und SPD liegen nahezu gleich auf mit 10,4 beziehungsweise 10,7 Prozent.

Kopf-an-Kopf-Rennen in Wangen

Auch in Eschenbach zeigte sich dieses Bild, Grüne und SPD rutschten hier sogar unter die Zehn-Prozent-Marke. Eine Besonderheit gab es in Ottenbach: Auch hier sind die Christdemokraten mit 38,3 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft, die Freien Wähler konnten ihnen aber mit 20,9 Prozent ordentlich Paroli bieten und ließen die AfD (16,6 Prozent) hinter sich. In Rechberghausen schafften die Freien Wähler das nicht, sie lagen knapp hinter der AfD, die mit großem Abstand der CDU folgte, die dort 36,7 Prozent schaffte. In Wangen lieferten sich AfD und Freie Wähler ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinter der CDU, die Grünen schafften es in der Schurwaldgemeinde auf 12,4 Prozent.

Kreis Göppingen bekommt mehr Gewicht

Ganz unabhängig vom Wahlausgang war von vornherein klar, dass der Landkreis Göppingen im künftigen Regionalparlament einen Sitz mehr als bislang haben wird. Acht statt bisher sieben Vertreterinnen und Vertreter wird der Kreis entsenden und damit etwas an Gewicht gewinnen. Den achten Sitz hatte der Landkreis erst 2019 abgesprochen bekommen. Jetzt bekommt er ihn wieder.

Dabei nicht berücksichtigt sind eventuelle Ausgleichssitze. Wie viele Sitze pro Stadt-/Landkreis in der Regionalversammlung zu vergeben sind, richtet sich nach der Einwohnerzahl.

Bisher saßen Elmar Steinbacher und Jan Tielesch (beide CDU), Dorothee Kraus-Prause und Martina Zeller-Mühleis (beide Grüne), Susanne Widmaier (SPD) und Joachim Hülscher (AfD) für den Landkreis im Regionalparlament. Reiner Ruf (Freie Wähler) war im vergangenen Jahr für Werner Stöckle nachgerückt. Außer Steinbacher und Tielesch trat bei der Wahl an diesem Sonntag keiner von ihnen erneut an.

Piraten wegen eines Formfehlers nicht dabei

Bei der Regionalwahl am 9. Juni wählen die Bürgerinnen und Bürger die Mitglieder der Regionalversammlung. Es sind etwa zwei Millionen Menschen zur Wahl der Regionalversammlung, die einmalig in Baden-Württemberg ist, aufgerufen. Die Wahl für die Regionalversammlung der Region Stuttgart umfasst die Landkreise Göppingen, Böblingen, Esslingen und Ludwigsburg, den Rems-Murr-Kreis und die Stadt Stuttgart. Ohne Ausgleichsmandate hat das Regionalparlament 80 Sitze, 657 Kandidaten bewarben sich in der Region Stuttgart dafür. CDU, Grüne, Freie Wähler, SPD, AfD und FDP haben die acht Plätze ihrer Listen im Landkreis gefüllt, zwei Bewerber kandidierten bei der Linken, sieben bei der ÖDP. Wegen eines Formfehlers nicht dabei waren bei dieser Wahl im Wahlkreis Göppingen die Piraten.

Sobald das Gesamtergebnis der Regionalwahl für den Landkreis Göppingen feststeht, wird es hier angezeigt (zunächst werden in der Grafik unten Zwischenergebnisse dargestellt).

So sieht das Regionalwahlergebnis im Landkreis Göppingen aus:

Regionalversammlung: So wurde 2019 im Kreis gewählt