Radfahren im Kreis Göppingen
: Landkreis unterstützt Kommunen bei der Sanierung von Radwegen

Eine aus Spargründen eingestellte Förderung wird wieder aufgenommen. Wenn es keine Zuschüsse von Land oder Bund gibt, springt der Kreis ein.
Von
Dirk Hülser
Kreis Göppingen
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Hangrutschung Radweg alte Bahntrasse zwischen Rechberghausen und Birenbach

Wenn Radwege saniert werden müssen, wie hier auf dem Archivbild zwischen Rechberghausen und Birenbach, können Kommunen wieder einen Zuschuss beim Landkreis beantragen.

Staufenpress
  • Landkreis Göppingen nimmt Förderung für Radwegsanierung wieder auf
  • Zuschüsse, wenn keine Mittel von Land oder Bund verfügbar sind
  • Ausschuss beschloss einstimmig; Kreistag entscheidet am 8. Mai
  • 50.000 Euro im Haushalt; Zuschuss steigt von 30 auf 50 Prozent
  • 1167 Maßnahmen, 68,9 Mio. Euro; viele Wege brauchen Oberflächensanierung

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Kommunen ihre Radwege sanieren und es keine anderen Fördermittel gibt, bezuschusst der Landkreis solche Arbeiten künftig wieder. Das hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss einstimmig beschlossen, am 8. Mai muss der Kreistag noch endgültig zustimmen. Dafür werden im laufenden Haushalt 50.000 Euro bereitgestellt. 2011 wurde das erste Radverkehrskonzept des Landkreises beschlossen. Im Jahr 2025 wurde die Förderung erstmals aus Spargründen ausgesetzt.

Radwege sind in die Jahre gekommen

Insgesamt umfasst die Radverkehrskonzeption 1167 Maßnahmen mit geschätzten Kosten in Höhe von 68,9 Millionen Euro, berichtet Jörg-Michael Wienecke, der Leiter des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur, in der Sitzungsvorlage.  Davon entfielen rund 44 Prozent der geschätzten Kosten auf die Baulast der Städte und Kommunen. Der größte Anteil daran entfalle wiederum auf Sanierungsmaßnahmen an land- und forstwirtschaftlichen Wegen. Wienecke: „Dies ist darauf zurückzuführen, dass während der damaligen Radverkehrskonzeption von 2011 viele Radwege neu gebaut und beschildert wurden. Jedoch sind einige davon in die Jahre gekommen, weisen deutliche Schäden auf und benötigen deshalb innerhalb der nächsten zehn Jahre teils großflächige Oberflächensanierungen, um den hohen Standard im Landkreis beibehalten zu können.“

Um höhere Kosten durch zunehmende Schäden zu vermeiden, empfehle es sich, frühzeitig zu sanieren. Aber: „Ein großes Problem hierbei ist, dass es aktuell kein Bundes- oder Landesförderprogramm gibt, welches Sanierungen fördert. Bezuschusst wird lediglich der Aus- oder Umbau sowie der Neubau von Radverkehrsinfrastruktur.“ Diese Programme würden von den Kommunen auch entsprechend regelmäßig in Anspruch genommen. Reine Oberflächensanierungen würden jedoch nicht bezuschusst.

Und hier soll der Landkreis nun wieder einspringen. Die Idee dahinter: „Das Förderprogramm dient dabei als Impulsgeber und fördert die Investitionstätigkeit der Gemeinden bei der Radverkehrsinfrastruktur, dies schließt auch die Oberflächensanierungen ausdrücklich mit ein.“ Überfällige Reparaturen würden dadurch zu meist günstigeren Konditionen frühzeitiger angegangen. „Das spart auf mittlere und lange Sicht insgesamt Kosten“, schreibt Wienecke. Um den Anreiz zu erhöhen, sieht die neue Förderrichtlinie außerdem vor, den Zuschuss von bisher 30 Prozent auf künftig 50 Prozent zu erhöhen. Bisher seien die jährlich zur Verfügung gestellten Mittel ausreichend gewesen.