Nachtnarrensprung in Göppingen: Fasnetsfans feiern ab jetzt in der Halle

Szene vom Monsterkonzert beim Göppinger Nachtnarrensprung 2025.
Giacinto Carlucci- Der Göppinger Nachtnarrensprung findet am Samstag, 10. Januar 2026, mit 2000 Hästrägern statt.
- 80 Gruppen aus Deutschland und der Schweiz nehmen teil; bis zu 5000 Besucher werden erwartet.
- Die Narrenparty wird erstmals in der Freihof-Turnhalle gefeiert – mehr Kapazität und weniger Aufwand.
- Neue Umzugsstrecke: Schlossplatz, Kirchstraße, Kornhausplatz, Pfarrstraße und Foggiaplatz.
- Die Narrenzunft setzt auf Brauchtumspflege und ruft zu einem familienfreundlichen Fest auf.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es wird wieder laut und sehr bunt am Samstag (10. Januar 2026) in der Göppinger Mitte. Die Hohenstaufenstadt wird dann wieder für einen Tag fest in Narrenhand sein – und sie kann es dann mit den Faschingshochburgen im Landkreis aufnehmen. Dabei galt die protestantisch geprägte Kreisstadt bis vor zwei Jahrzehnten noch als eine Art Fasnets-Wüste. Vor 16 Jahren haben die „Galgenberghenker“ das gründlich geändert. Daniel Paasch, der mittlerweile Ehrenvorsitzender der Narrenzunft Galgenberghenker ist, hatte mit einigen Gleichgesinnten den Nachtnarrensprung auf die Beine gestellt – und einen Volltreffer gelandet.
2000 Hästräger ziehen durch die Stadt
Mittlerweile ist der „Nachtnarrensprung“ aus dem Faschingskalender im Landkreis nicht mehr wegzudenken. Zum 16. Mal ziehen Hexen, Gruselgesichter, Fantasiegestalten und ohrenbetäubend laute Guggamusiker durch die Stadt. 80 Gruppen aus allen Teilen des Landes sowie der Schweiz haben sich angekündigt. Insgesamt rechnen die Galgenberghenker mit 2000 Hästrägern, die in 30 Bussen in die Stadt kommen werden und auch den Hotels Umsatz bescheren, wie Paasch betont. In diesem Jahr ist unter anderem wieder eine 25-köpfige Gruppe vom Narrenverein Kuckuck aus der Göppinger Partnerstadt Sonneberg mit dabei. Für diese Gäste, die bereits am Freitag anreisen, wird es auch einen Empfang durch Oberbürgermeister Alex Maier geben, „mit Flaggehissen und anschließendem Freundschaftsabend“, erklärt Daniel Paasch.
Ein närrischer Samstag
So richtig närrisch wird es dann am Samstag. Um 11 Uhr ist Zunftmeisterempfang in der Freihof-Turnhalle. Um 14 Uhr treffen sich alle Teilnehmer und Besucher auf dem Schlossplatz wie üblich zum „Monsterkonzert“ der vielen mitgereisten Guggamusiker. Um 16 Uhr setzt sich der Umzug durch die Stadt in Bewegung – und zwar auf einer leicht geänderten Strecke: Vom Schlossplatz geht es die Kirchstraße hinunter zum Kornhausplatz und zurück über die Pfarrstraße zum Foggiaplatz, vorbei an vier Bewirtungsständen der Veranstalter sowie an einigen weiteren Außenständen der Wirte an der Umzugsstrecke. „Es ist alles ein bisschen kompakter“, freut sich Paasch. Die große Narrenparty steigt erstmals nicht im Zelt auf dem Marktplatz, sondern in der Freihof-Turhalle am Fogggiaplatz. „Das Aufbauen des Zeltes für einen einzigen Tag war immer ein sehr großer personeller Aufwand“, begründet Paasch, der auch Präsident des Narrenverbunds Neckar-Fils-Region ist. Etwas mehr als 1000 Partygäste können in der Turnhalle feiern und damit sogar etwas mehr als bisher im Zelt. Das sei bei den derzeitigen Temperaturen auch heizungstechnisch ein Vorteil: „Wir haben im vergangenen Jahr 1000 Liter Heizöl für das Zelt verbraucht“, rechnet Paasch vor. Trotz des geänderten Veranstaltungsorts wird es ein öffentlich zugängliches Zusatzangebot am Foggiaplatz geben: Vom vom Kinderkarussell bis hin zu Süßigkeitsständen und anderen Buden.
Ab jetzt immer in der Halle
Der Plan ist, die Narrenparty ab jetzt immer in der zentral gelegenen Freihof-Turnhalle abzuhalten. Er sei froh, dass die Verwaltung das nun möglich gemacht habe. Generell sei das Verhältnis zwischen der Stadt und der Narrenzunft „von Jahr zu Jahr besser geworden“, findet der Organisator. Natürlich gebe es immer noch Auflagen und viel Abstimmungsbedarf, aber das gehöre in einer größeren Stadt eben dazu, wenn man eine solche Veranstaltung macht. Allerdings: „Die Kosten sind auch ohne Zelt immer noch immens“, meint Paasch. Deshalb setzen die Galgenberghenker auch darauf, dass die Umzugsgäste fairerweise eines der Umzugs-Abzeichen erstehen, die für vier Euro an den Zugangspunkten verkauft werden. Diese Aufgabe haben die Zehntklässler der Hermann-Hesse-Realschule übernommen. „Wenn man zu einer solchen Veranstaltung geht, weiß man, dass das dazugehört.“ Schließlich muss die recht kleine Narrenzunft viele Ausgaben und Auflagen finanzieren. Umzugsstrecke und Festareal seien „terrormäßig super abgesichert“, sagt Paasch. Natürlich hoffen alle, dass es friedlich bleibt. Was die Organisatoren an der Umzugsstrecke ebenfalls nicht so gern sehen, ist übermäßiger Alkoholkonsum. „Wer schon stark angetrunken zum Umzug kommt, schadet der ganzen Atmosphäre“, findet Paasch, „schließlich sind auch viele Kinder beim Umzug mit am Straßenrand. Und das Ganze soll ja den Charakter eines Familienfestes haben.“
An drei Stellen an der Umzugsstrecke können die Besucher auch einem der Kommentatoren folgen: hinter dem Rathaus, bei der Gaststätte „Treff“ und am Kornhausplatz. Die Besucher werden gebeten, die Parkhäuser anzusteuern.
Henker und Hexen
Die „1. Narrenzunft Göppingen, Galgenberghenker, Stadthexen, Storchiana“ ist vergleichsweise jung, sie wurde erst vor 19 Jahren gegründet – und zwar auf dem ehemaligen Galgenberg, der einstigen Göppinger Hinrichtungsstätte, die heute ein Wohngebiet ist.
Gruppen: Die Zunft besteht aus den drei Narrengruppen „Galgenberghenker“, „Stadthexen“ und den „Storchianern“, ein ehemaliger Narrenzunftverein. Die „Storchianer“ haben sich 1860 in der Weinstube des Georg Bantel gegründet, dem heutigen ersten Stock des Storchenmuseums.
Narrenrufe: Die drei Gruppen haben unterschiedliche Narrenrufe: Je drei Mal „Heng'en - auf“ für die Galgenberghenker, „Stadt-Hex“ und „Storcha-Nest“. Dazu kommt der allgemeine Narrenruf: Drei Mal „Narri-Narro“.
Brauchtum: Die Göppinger Narrenzunft hat sich der Brauchtumspflege der Schwäbisch- Alemannischen Fasnet verschrieben.
