Modekette auch in Göppingen: Chef von Aachener per Haftbefehl gesucht

Das Göppinger Modehaus Aaachener in der Göppinger Bleichstraße vor seiner Eröffnung.
FirmenfotoZuletzt hat der Center-Center-Manager des Göppinger Einkaufszentrums Agnes, Joachim Trender, den Aachener-Chef Friedrich-Wilhelm Göbel bei der Eröffnung von TK-Maxx gesehen. Das war am 31. August. Wie es dazu kommen konnte, dass Göbel seit Donnerstag bundesweit per Haftbefehl gesucht wird, kann sich auch Trender nicht erklären. Der Manager verweist auf das Fachmagazin „Textilwirtschaft“, das zuerst über ein Lebenszeichen von Göbel berichtet hat. Wo der 60-jährige Chef der Aachener-Modekette sich momentan aufhält, weiß allerdings auch das Magazin nicht.
Göbel hatte im Frühjahr diesen Jahres angekündigt, dass das Modehaus Aachener im Begriff sei bis zu 25 Filialen des insolventen Galeria Karstadt Kaufhof zu übernehmen und wurde deshalb als „,Karstadt-Retter“ gehandelt.
Göbel erscheint nicht zum Prozesstermin
Doch der Reihe nach: Bundesweit gesucht wird Göbel, weil er nicht zu einem Prozesstermin erschienen war, worauf das Amtsgericht Hagen einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. Offenbar handelt es sich um ein Verfahren, in dem ihm vorgeworfen wird, 2020 gegenüber einem Gerichtsvollzieher ein falsches Einkommen angegeben zu haben. Außerdem soll er verneint haben, seiner Ehefrau 2018 eine Villa in Kitzbühel für 4,7 Millionen Euro überschrieben zu haben. Erst hatte die Bild-Zeitung dann „Textilwirtschaft“ darüber berichtet.
E-Mail an die Führungskräfte der Modekette
Die Rede ist auch von einem Verstoß gegen das GmbH-Gesetz. Göbel soll 2021 im Zuge einer Handelsregister-Eintragung angegeben haben, in den vergangenen fünf Jahren keine wirtschaftlichen Verfehlungen begangen zu haben. In Wahrheit soll der 60-Jährige aber 2017 wegen Insolvenzverschleppung verurteilt worden sein. Laut „Textilwirtschaft“ soll Göbel sich in einer E-Mail an seine Führungskräfte gewandt haben. Tenor der Nachricht: Bei der Modekette Aachener, die in Göppingen auf drei Etagen im ehemaligen Kaufhof-Gebäude beheimatet ist, läuft alles trotzdem weiter. Seit der Fall Göbel bundesweit Schlagzeilen macht, seien Beschäftigte und Lieferanten beunruhigt, berichtet „Textilwirtschaft“.
Der Göppinger Center-Manager des Einkaufszentrums Agnes weiß auch nicht mehr. „Wir haben an die TEH-Textilhandel GmbH vermietet und nicht an Göbel“, betont Joachim Trender. Dabei handelt es sich um eine Muttergesellschaft der Modekette Aachener in Dortmund, die Göbel gegründet hat. Dass der Investor, der als Karstadt-Retter gehandelt wird, nach dem Haftbefehl Chef der Modekette Aachener bleibt, scheine unwahrscheinlich, vermutet das Magazin „Textilwirtschaft.“

