Lebensmittelkontrolle Kreis Göppingen
: Polizei muss anrücken und uneinsichtige Firma in Lauterstein schließen

Obwohl der Betrieb vorübergehend geschlossen war, verkaufte die Unternehmerin weiterhin Lebensmittel auf verschiedenen Social-Media-Plattformen.
Von
Dirk Hülser
Lauterstein
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Wegen des Verdachts der Verstöße gegen das Gewerberecht ermittelt das Polizeirevier Metzingen gegen zwei Männer, die im Industriegebiet Längenfeld Lebensmittel von zwei Lkw heraus verkauft haben.

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Mit Hilfe der Polizei ist am Donnerstag, 19.12.2024, von Lebensmittelkontrolleuren ein Betrieb in Lauterstein geschlossen worden (Symbolbild).

Eky Eibner
  • Betrieb in Lauterstein wegen Hygienemängeln geschlossen; Unternehmerin verkauft weiter illegal Lebensmittel.
  • 187 kg Lebensmittel wegen fehlender Einfuhrdokumente vernichtet.
  • Polizei und Amt für Verbraucherschutz vollstrecken Schließung am 19.12.2024.
  • Unternehmerin weiterhin uneinsichtig; behördliche Veröffentlichung der Verstöße.
  • Räume erfüllen keine Hygieneanforderungen, Lebensmittel unsachgemäß gelagert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zuerst wurde das Geschäft von den Lebensmittelkontrolleuren des Landratsamts am 12. Dezember vorläufig geschlossen, doch offenbar wurden übers Internet munter weiter Lebensmittel verkauft.  Deshalb wurde am Donnerstag, 19.12.2024, die lebensmittelrechtliche Schließung durch das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie die Polizei ergänzend vollstreckt, berichtet Abteilungsleiter Stephan Ludwig.

Lebensmittel illegal eingeführt

Mit Bezug auf die Informationen durch die Zoll- und benachbarte Lebensmittelüberwachungsbehörden über Versuche von illegalen Lebensmitteleinfuhren ohne Gesundheitseingangsdokumente in die EU, wurden am 6. November bereits 187 Kilogramm Lebensmittel mangels Einfuhrfähigkeit vernichtet. Am Vormittag des 12. Dezember wurde das Unternehmen „Africa multipurpose stuff“ in Lauterstein überprüft. Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass keiner der Betriebsräume in einem Wohnhaus die hygienischen Anforderungen für einen Umgang mit Lebensmitteln erfüllte und dass diverse Lebensmittel wie Bohnen, Samen, diverser getrockneter Fisch und getrocknete Kuhhaut unter Umgehung der vorgeschriebenen Einfuhrkontrollen in die EU gebracht wurden. Daraufhin wurde die Betriebsschließung und die Beschlagnahme der unsicheren Erzeugnisse vor Ort angeordnet; ebenso wurde inzwischen die Strafverfolgung sowie die Gewerbebehörde informiert und ein Verfahren zur Veröffentlichung der Verstöße unter Benennung des Firmennamens eingeleitet, teilt das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz mit.

Inzwischen habe die Unternehmerin weiterhin eine Abgabe von Lebensmitteln auf verschiedenen Social-Media-Plattformen beworben und damit gegen die Schließungsanordnung verstoßen. Vor diesem Hintergrund wurde das Unternehmen am Vormittag des 19. Dezember im Zuge einer konzertierten Aktion gemeinsam mit der Polizei und der Gemeinde als Ortspolizeibehörde durch Amtstierärzte, Lebensmittelkontrolleure und Vollzugspersonal des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz erneut überprüft. Dabei wurde die Schließungsanordnung vollstreckt, indem weitere Lebensmittel beschlagnahmt, teils als Proben erhoben und im Übrigen weggenommen wurden.

Unternehmerin ist uneinsichtig

Die Unternehmerin wurde dabei vor Ort zur Veröffentlichung der Verstöße unter Benennung des Unternehmens angehört. „Demnach und weil die Unternehmerin entgegen der Beweislage weiterhin eine Rechtskonformität der Lebensmittel behauptet, liegen die Voraussetzungen für eine Veröffentlichung gemäß der Verbraucherschutzvorschriften vor“, schreibt Ludwig in der Mitteilung. Entsprechend wurden die Verstöße unter Benennung des Lebensmittelunternehmens inzwischen auf den Internetseiten des Landes Baden-Württemberg und des Landratsamts veröffentlicht.

Kein Raum erfüllt Hygieneanforderungen

Das Unternehmen hat am 26. August und 6. November eine Einfuhr von Lebensmitteln ohne die vorgeschriebenen Gesundheitsdokumente in die EU versucht. Am 12. Dezember wurde ergänzend festgestellt, dass Lebensmittel unter Umgehung von Einfuhrkontrollen aus Nigeria importiert, vor Ort zubereitet, über das Internet angeboten und per Post an die Verbraucher versandt werden, berichten die Kontrolleure. Kein Raum im Wohnhaus erfüllt demnach die Hygieneanforderungen für einen Umgang mit Lebensmitteln. Wohnräume und Zubereitungsbereiche bilden eine Raumeinheit, infolge des Gebäudezustands, herumliegender gelber Säcke, von Kleidungsstücken und anderem herrscht ein muffiger Geruch, versetzt mit Lebensmittelgerüchen, haben Ludwig und seine Mitarbeiter registriert. Handwasch- und Spülvorrichtungen existieren in den besichtigten Zubereitungsräumen nicht. Diverse getrocknete Lebensmittel wie Fisch, Rinderhaut, Bohnen und Samen verfügen über keine Kennzeichnungen.