Gemeinderatswahl 2024
: CDU ist auch in Göppingen wieder stärkste Kraft

In der Kreisstadt haben die Christdemokraten die Spitzenposition zurückerobert und besetzen nun jedes vierte Mandat. Die AfD holt  die deutlichsten Zuwachse,  die Grünen lassen am meisten Federn.
Von
Arnd Woletz
Göppingen
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In der Schillerschule in Faurndau wird gewählt. Neben Europa-, Regional- und Kreistagswahl geben die Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen auch für die Wahl zum Gemeinderat ab.

Giacinto Carlucci

So hat Göppingen gewählt

So stimmten die Göppinger 2019 ab

Der Göppinger Gemeinderat bleibt auch  weiterhin in acht Gruppierungen recht stark zersplittert. Alle bisher vertretenen Parteien haben wieder Sitze erringen können, auch die Linke und die Piraten jeweils ein Mandat. Dennoch gab es zum Teil deutliche Verschiebungen.

CDU stärkste Kraft

Die CDU ist künftig mit zehn  von 40 Sitzen  klar die stärkste Kraft. Damit haben die Christdemokraten die vor fünf Jahren an den Grünen  abgegebene Führungsposition zurückerobert.  Und mit 25,5 Prozent hat die  CDU auch mehr als fünf Prozentpunkte zugelegt. Sie stellt mit Dr. Andreas Bickelhaupt auch den Stimmkönig. Er übertraf damit sogar die ebenfalls wieder in den Gemeinderat einziehende Landtagsabgeordnete Sarah Schweizer knapp. Dazu kommen für die CDU Volker Allmendinger,  Kai Außerlechner, Paul Lambert, Dieter Schurr, Jan Tielesch, Fraktionschef Felix Gerber, Marie Therese Hagenmaier und  als neuer Stadtrat Christian Schlather, der kurz vor Auszählungsschluss noch Ingo Hagen knapp übertrumpfte. Die acht CDU-Stadträte, die wieder antraten, wurden alle auch wieder gewählt.  Auf der CDU-Liste scheiterten hingegen unter anderem der ehemalige KSK-Chef Dr. Hariolf Teufel, aber auch ehemalige Stadträte wie  Werner Ziegler, Wolfgang Mayer oder Klaus Fischer.

Der bisherige CDU-Fraktionschef freute sich am Abend über das Ergebnis.  Es sei für die Kommunalwahl ein gutes Ergebnis, jede vierte Stimme bekommen zu haben. Er freue sich auf die nächsten fünf Jahre im Gemeinderat.  Das starke Ergebnis der AfD nannte er „Wasser im Wein“.

AfD mit deutlichsten Zugewinnen

Beim Stimmenanteil auf den Fersen  ist den Christdemokraten  die AfD mit  sieben Sitzen und 17,4 Prozent der Stimmen. Das bedeutet, dass die AfD gegenüber ihren bisherigen  Ergebnis die höchsten Zuwächse auch in der Kreisstadt aufweist (plus sieben Prozent). Von den bisher vier AfD-Stadträten sitzt aber nur Michael Weller erneut im Gremium. Die übrigen sechs Vertreter dieser Partei sind neu: Dieter  Mosthaf, Miriam Weingardt, Robert Herrmann, Octavian Flaminiu Cordovean, Michael Prüfer und Lutz Tolsdorf.

Deutliche Verluste bei den Grünen

Abgestraft wurden die Grünen.  Vor fünf Jahren hatten sie sich auch im Stadtparlament der Kreisstadt mit neun Mandaten  an die Spitze gesetzt. Das ist Geschichte. Am Sonntag kamen sie nur noch auf sechs Sitze.  Beim Stimmergebnis stürzten die Göppinger Grünen von 23,2 auf 14,9 Prozent ab. Elke Caesar, Volker Landskron, Christoph Weber und Dietrich Burchard zogen aber wieder in das Gremium wieder ein.  Neu sind bei den Grünen die jungen Kräfte Nina Goldmann und Tim Becker.

SPD historisch schwach

Die SPD verlor abermals leicht von 15,3 auf 13,8 Prozent der Stimmen. Das bedeutet sechs Sitze für die Sozialdemokraten,  für die mit Hilde Huber, Armin Roos,  Dr. Michael Grebner und Hue Tran vier bisherige  Vertreter wieder erfolgreich waren. Neu sind Dorothea Stephan und Andreas Völkl. Heidrun Schellong und Christine Schlenker konnten ihre Sitze nicht mehr verteidigen.

Weitere Gruppierungen recht stabil

Die FDP/FW  (11,0 Prozent) musste einen ihrer fünf Sitze abgeben. Sie ist nun mit Klaus Rollmann, Matthias Bidlingmaier, Till Herwig und Markus Vaihinger im Stadtparlament vertreten. Susanne Weiß schaffte es nicht mehr.

Die Freien Wähler Göppingen hielten ihre fünf Sitze und mit 12,7 Prozent auch annähernd ihren Stimmenanteil von 2019. Hier sind Dr. Emil Frick, Rudi Bauer wieder in den Gemeinderat eingezogen. Stefan Horn hat es wieder geschafft. Dazu kommen Dr. Frank Genske und Thomas Schwegler. Hingegen sind Wolfgang Berge und Wolfram Feifel, zwei Urgesteine der Göppinger Stadtpolitik, aber auch Dr. Hans-Peter Schmidt nicht mehr gewählt worden.

Für die Linke ist Christian Stähle wieder im Gemeinderat vertreten, obwohl seine Partei nur 2,7 Prozent der Stimmen schaffte. Für einen zweiten Sitz reichte es nicht mehr. Die Piraten (2,1 Prozent) stellen mit Julia Uebele wieder eine Stadträtin.

Die Auszählung der Gemeinderatswahlen zog sich am Montag übrigens lange hin. Erst um 18.30 Uhr lagen alle 68 Ergebnisse vor und der Wahlsieg der CDU und der AfD stand fest.

Um  13.35 Uhr  hatte das noch anders ausgesehen: Nach Auszählung von 11 Wahlbezirken  lag die AfD mit 12,3 Prozent der Stimmen  auf Platz fünf. Doch je mehr Stimmen ausgezählt waren, desto stärker kam die AfD auf. Um 14.25 Uhr war sie  mit 13,2 Prozent schon  auf Platz drei vorgerückt. Am Ende stand Platz zwei hinter der CDU fest.

Nur acht der 40 Mitglieder sind Frauen

Der  in Göppingen traditionell geringe Anteil der  weiblichen Bürgervertreter hat sich noch einmal verringert: mit acht Stadträtinnen ist nur jeder Fünfte im Gremium eine Frau. Zum Start des Gemeinderats vor fünf Jahren waren es noch neun Frauen.

Auffällig ist am neuen Göppinger Lokalparlament, dass viele Ärzte in dem Gremium sitzen: Es sind fünf an der Zahl.