
Intensivpflegern Respekt zollen : Corona-Leichtsinn wäre trotz verständlicher Urlaubsgefühle fatal – ein Kommentar
Wer sich zwei Stunden mit Intensivpflegekräften unterhält und sie bei ihrer Arbeit begleitet, wird dankbar und demütig. Die eigene, ganz persönliche Corona-Zeit mit Homeschooling und Home-Office war heftig, keine Frage. Aber was diese Menschen auf der Intensivstation geleistet haben, ist nahezu übermenschlich. Körperlich und in allererster Linie emotional. Tagtäglich alles zu geben und dennoch erleben zu müssen, wie sich Menschen von ihrem Vater, ihrer Ehefrau oder ihrem Sohn verabschieden müssen, geht an die Substanz und verändert einen Menschen. Dass so mancher dieser Belastung nicht standhält und ausgebrannt den Job wechselt, ist nachvollziehbar. Denjenigen, die bei der Stange bleiben, kann nicht genug Respekt entgegengebracht werden. Dieser Tage können die Intensivpflegekräfte etwas durchatmen. Doch die vierte Welle bahnt sich an, die nächste Mutation steht sicher in den Startlöchern. Corona-Leichtsinn trotz verständlicher Urlaubsgefühle wäre daher fatal. Auch die zunehmende Impfmüdigkeit in Deutschland bereitet Sorge. Um gut durch den nächsten Corona-Herbst zu kommen, ist die Spritze ein Muss. Für sich selbst, die Familie, die Gesellschaft – und die Intensivpfleger.
