Finanzen im Kreis Göppingen: Kein Aufatmen bei den Kreisfinanzen – bei der Klinik erst recht nicht

Sie haben genug Grund für nachdenkliche Mienen: Kreiskämmerer Jochen Haas (r.) und Landrat Markus Möller (2.v.r.).
Giacinto Carlucci- Kreistag befasst sich mit Jahresabschlüssen des Landkreises und der Klinik-GmbH.
- Kreis schloss besser ab als befürchtet, doch das Ergebnis liegt bei minus 22,34 Mio. Euro.
- Haupttreiber ist das Alb-Fils-Klinikum: Defizitausgleich des Kreises beträgt 19 Mio. Euro.
- Jahresfehlbetrag der AFK-GmbH lag über 24 Mio. Euro – Rücklagen neutralisieren Abschreibungen.
- Für dieses Jahr plant die Klinik minus 14,7 Mio. Euro, 2027 droht durch neues Gesetz höheres Minus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause geht es ums Geld: Sowohl der Jahresabschluss 2025 des Landkreises als auch die Abschlüsse verschiedener kreiseigener Gesellschaften werden vorgestellt. Der Kreis schneidet etwas besser ab als zuletzt erwartet, die Klinik-GmbH schlechter.
Schock im Frühjahr
Die Unterlagen zur Sitzung am 24. Juli sind online bereits im Bürgerinfoportal des Landkreises einsehbar. Demnach ging es der Kreiskasse zum Ende des vergangenen Jahres zwar nicht gut, aber doch besser als gedacht – wobei das relativ ist: Bei der Aufstellung des Haushalts Ende 2024 – noch unter Landrat Edgar Wolff – waren die Beteiligten von einem Fehlbetrag in Höhe von neun Millionen Euro ausgegangen. Dann der Schock im Frühjahr 2026: Auf knapp 24 Millionen Euro bezifferte die Verwaltung unter dem neuen Landrat Markus Möller das voraussichtliche Defizit. Ganz so schlimm ist es jetzt nicht gekommen, aber dennoch beträgt das Loch in der Kasse weit mehr als die ursprünglich gedachten neun Millionen Euro: „Das tatsächliche Gesamtergebnis beträgt nun minus 22,34 Millionen Euro. Dieses wird den Rücklagen entnommen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Der Grund für die Misere liegt auf der Hand: Es sind die Kosten, die das Alb-Fils-Klinikum (AFK) verursacht. Der Defizitausgleich für die AFK-GmbH beträgt demnach 19 Millionen Euro. Das sind drei Millionen mehr als gedacht, ursprünglich war von einem Klinik-Defizit von 16 Millionen Euro ausgegangen worden. Der Verlust muss durch den Landkreis ausgeglichen werden.
Dabei beläuft sich der Jahresfehlbetrag der AFK-GmbH sogar auf mittlerweile mehr als 24 Millionen Euro. Die Differenz zum Bilanzverlust in Höhe von gut fünf Millionen Euro ist auf eine Entnahme aus der Rücklage der Klinik zurückzuführen. Diese wird, wie schon in den Vorjahren, verwendet zur „Neutralisierung der Abschreibungen für vom Gesellschafter finanziertes Anlagevermögen“ – wobei der Gesellschafter der Landkreis ist.
Für das laufende Jahr 2026 ist von der Klinik ein Planergebnis von minus 14,7 Millionen Euro vorgesehen, also mehr als vier Millionen besser als 2025. Aber schon für das Jahr 2027 rechnet die Geschäftsleitung mit einem deutlich größeren Bilanzverlust. Dieser Anstieg werde voraussichtlich verursacht durch das neue Beitragssatzstabilisierungsgesetz für die gesetzlichen Krankenkassen, die Klinik gehe deshalb von einem zusätzlichen Minus in Höhe von mindestens fünf Millionen Euro aus, unterm Strich werde dann ein Bilanzverlust von mindestens 20 Millionen Euro stehen.

