Kampf gegen Tigermücken
: Holzhausen droht dauerhaftes Problem mit den Insekten aus Asien

Im dritten Jahr in Folge gibt es in dem Uhinger Stadtteil eine Population der Asiatischen Tigermücke. Welche Maßnahmen die Bürger nun befolgen sollen und wie gefährlich die Schnaken sind.
Von
Marcus Zecha
Uhingen
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Eine weibliche Asiatische Tigermücke ⇥

ARCHIV - HANDOUT - Eine weibliche Asiatische Tigermücke (Aedes albopicts), aufgenommen im Jahr 2002. Foto: James Gathany/Centers for Disease Control and Prevention's/dpa (zu dpa «Land befürchtet Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke» vom 29.08.2015 - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bei vollständiger Nennung der Quelle Foto: James Gathany/Centers for Disease Control and Prevention's/dpa) +++ dpa-Bildfunk +++

Eine weibliche Asiatische Tigermücke. Die kleinen Stechmücken fühlen sich in Holzhausen offenbar wohl.

dpa

Das dritte Jahr in Folge ist sie in Holzhausen: die Asiatische Tigermücke. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Uhingen hervor. Demnach geht das Landratsamt Göppingen offenbar davon aus, „dass das kleine Insekt zum ständigen Sommer-Begleiter werden könnte“. Obwohl die Insekten Überträger von gefährlichen Krankheiten sein können, sei die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung laut Robert-Koch-Institut gering. Damit das so bleibe, müssten auch die Bürger aktiv werden.

Seit drei Jahren feste Population

Inzwischen hat sich seit drei Jahren eine feste Population der Asiatischen Tigermücke im Uhinger Stadtteil Holzhausen etabliert“, informiert das Gesundheitsamt Göppingen. In den vergangenen Wochen gingen bei der Behörde vermehrt Meldungen über die Asiatische Tigermücke ein. Anhand von eingeschickten Mücken und Fotos wurden diese durch die Mitarbeitenden des Gesundheitsamts eindeutig als Asiatische Tigermücke bestätigt.

Von den Insekten, die auch durch ihr sehr aggressives Anflugverhalten auffallen, geht ein gewisses Infektionsrisiko aus: Denn die Asiatische Tigermücke kann Zika-, Dengue-Virus oder West-Nil-Fieber übertragen. Wobei die Betonung auf „kann“ liege. Denn: „Die Viren, die sie theoretisch übertragen können, müssten erst durch einen infizierten Reiserückkehrer aus den Tropen mitgebracht werden“, betont das Robert-Koch-Institut (RKI). Und auch dann ist die Wahrscheinlichkeit gering: Denn die Mücke müsste eine infizierte Person in einem bestimmten Zeitfenster stechen, da die Viren in der Regel nur wenige Tage im Blut der Infizierten vorhanden sind. Außerdem müsste die Mücke dann im Hochsommer lange genug leben, um Wochen später eine erneute Blutmahlzeit zu nehmen, dafür weitere Menschen zu stechen und das Virus so weiterzugeben.

Bislang sind solche Fälle laut RKI hierzulande noch nicht bekannt geworden, aber die Fallzahlen von zum Beispiel Dengue-Fieber bei Reiserückkehrern sei in Deutschland doppelt bis dreifach so hoch wie in anderen Jahren zu dieser Jahreszeit, und somit steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass es in Gebieten in denen die Asiatische Tigermücke vorkommt, zu Infektionen kommen kann.

Ebenso empfiehlt das RKI Reiserückkehrern aus tropischen oder subtropischen Gebieten, in denen Dengue-Fieber auftritt, in deutschen Regionen mit der Asiatischen Tigermücke im Sommer und Frühherbst auch bei Symptomfreiheit bis 14 Tage nach der Reise, sich um Mückenschutz zu kümmern.

Hilfe der Bürger erforderlich

Um die Verbreitung der tagaktiven und stark an den Menschen angepassten Mücke zu unterbinden, ist es sehr wichtig, dass jegliche Brutmöglichkeiten im Garten, auf Terrassen und Balkonen beseitigt werden. Zu den bevorzugten Brutstätten der Asiatischen Tigermücke gehören alle Arten von kleinen und stehenden Wasseransammlungen im Garten. Diese entstehen beispielsweise in:

·         Blumentopfuntersetzern

·         Gießkannen

·         Eimern

·         Planschbecken

·         verstopften und/oder beschädigten Dachrinnen

Die Eier der Tigermücke überstehen Trockenheit und kalte Winter gleichermaßen. Daher rät das Landratsamt, die Behälter nach dem Auskippen des Wassers gründlich zu reinigen. Um erneute Wasseransammlungen zu verhindern, empfiehlt es sich, alle Behältnisse umgedreht oder wenn möglich unter einem Dach zu lagern.

Biologischer Wirkstoff gegen Tigermücken

Zur Bekämpfung der Population wird ein biologischer Wirkstoff verwendet. Diesen hat die Stadtverwaltung Uhingen in den vergangenen Wochen in Tablettenform verteilt beziehungsweise er kann in der Verwaltungsnebenstelle in Holzhausen abgeholt werden. Die Tabletten sollten alle zwei Wochen in mögliche Brutgewässer der Asiatischen Tigermücke gegeben werden, um die Brut abzutöten. Außerdem fand im Juni eine Infoveranstaltung zu diesem Thema in der Verwaltungsnebenstelle in Holzhausen statt, um möglichst viele Menschen zu informieren. „Denn nur gemeinsam kann die Population der Asiatischen Tigermücke eingedämmt werden“, betont Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger. Wenn sich auch nur ein einziger nicht an der Maßnahme beteilige, scheitern die besten Maßnahmen. „Holzhausen soll nicht dauerhaft Heimat der Asiatischen Tigermücke werden“, ergänzt Matthias Wittlinger. „Unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen muss es uns wert sein, mit relativ einfachen Mitteln viel zu erreichen.“ Deshalb trage die Stadt ihren Teil dazu bei, indem sie informiere und bei öffentlichen Gebäuden entsprechende Maßnahmen ergreife. Zudem betont er, dass die Stadt die weitere Vorgehensweise mit einem Schädlingsbekämpfer prüft.

Warnung des Gesundheitsamtes

Das Gesundheitsamt rät dazu, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu befolgen, da laut Fachkreisen anzunehmen sei, dass die Problematik mit der Asiatischen Tigermücke die kommenden Jahre zunehmen wird.