Bundestagswahl im Kreis Göppingen: CDU, AfD und Linke jubeln

Hermann Färber (CDU) ist der Wahlsieger im Kreis Göppingen. Er hat erneut das Direktmandat gewonnen, wartete am späten Abend aber noch auf die Zuteilung.
Giacinto Carlucci- Wahllokale im Kreis Göppingen geschlossen, Auszählung begonnen.
- Spannung steigt: Erste Gemeindeergebnisse erwartet.
- Wahlergebnisse der Bundestagswahl im Wahlkreis 263 Göppingen.
- Ergebnisse zu Erst- und Zweitstimmen werden hier veröffentlicht.
- Alphabetische Liste der Städte und Gemeinden im Wahlkreis 263 Göppingen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die CDU bleibt stärkste Kraft im Kreis Göppingen, gefolgt von der AfD, die das stärkste Ergebnis ihrer Parteigeschichte einfährt. Die FDP stürzt – wie bundesweit – massiv ab, die SPD als bisher zweitstärkste Kraft bleibt weit hinter ihren Erwartungen und muss sich mit Platz drei begnügen. Auch die Grünen lassen Federn. Während die Linkspartei beim Wahlausgang im September 2021 kaum eine Rolle spielte, machte sie bei der Wahl am Sonntag einen ordentlichen Satz nach oben. So lässt sich das Zwischenergebnis im Kreis bei einer insgesamt guten Wahlbeteiligung zusammenfassen.
Goßner und Färber sind zufrieden
Auf die bundesweite Hochrechnung gab es bereits erste Reaktionen. CDU-Kandidat und Bundestagsabgeordneter Hermann Färber freut sich: „Die CDU hat die Bundestagswahl gewonnen, der neue Bundeskanzler wird Friedrich Merz heißen.“ Jetzt gelte es, eine Koalition mit möglichst wenig Partnern hinzubekommen, am liebsten wäre dem Abgeordneten natürlich eine Koalition nur mit der bayerischen Schwesterpartei CSU. Realistisch sei jedoch schwarz-rot, aber noch sei alles sehr knapp, sagte Färber am frühen Abend.

Hans-Jürgen Goßner (AfD) wird den Wahlkreis künftig in Berlin vertreten.
Giacinto CarlucciHans-Jürgen Goßner (AfD) ist zufrieden, erstaunt ist er nicht, er hatte das Ergebnis so erwartet und wusste sich mit Platz sechs auf der Landesliste auch auf der sicheren Seite: „Wir haben das Wahlergebnis verdoppelt, was soll ich da jammern? Wenn ich die ersten Ergebnisse aus dem Wahlkreis anschaue, sind wir hier sogar nochmal besser.“ Er wird sein Landtagsmandat niederlegen und in den Bundestag wechseln.
„Robert Habeck war der richtige Spitzenkandidat“
Moritz Franz-Gerstein hatte eine schwarz-grüne Koalition angestrebt. Das wird nicht reichen, stellt der Bundestagskandidat der Grünen im Wahlkreis Göppingen schon nach der ersten Hochrechnung fest. Franz-Gerstein und andere Grüne, wie die Süßener Stadträtin Lilith Kuhn aus Süßen, verweisen darauf, dass innerhalb der ungeliebten Ampelkoalition die Grünen am wenigsten verloren haben unter den bisherigen Ampelparteien. „Die Wählerinnen und Wähler haben uns am wenigsten abgestraft“, sagt Franz-Gerstein im TV-Sender „Filstalwelle“. Die Göppinger Grünen wollen keinen Zweifel daran lassen, dass Robert Habeck der richtige Spitzenkandidat war.
Die SPD geht aus der Bundestagswahl deutlich geschwächt hervor. „Für und als Sozialdemokraten ist das Ergebnis natürlich ernüchternd“, sagte Franziska Blessing. Wenn es auf Bundesebene für ein Zweierbündnis zwischen SPD und CDU reichen würde, sei sie gar nicht begeistert, es könne aber sein, dass die SPD aus staatspolitischer Verantwortung diese Option eingehen müsse. Mit ihrem eigenen Ergebnis bei den Erststimmen lag Franziska Blessing etwa zwei bis drei Prozent über dem SPD-Wert bei den Zweitstimmen in Wahlkreis. „Das ist durchaus in Ordnung“, meinte die 35-Jährige.
Linke freuen sich über „sensationellen Erfolg“
Die Umfragen ließen bereits erahnen, dass die FDP böse abstürzen wird. Die Göppinger Kandidatin Anna Ortwein, die mit der Basis im griechischen Restaurant „Orakel“ den Wahlabend verfolgte, hoffte und bangte dementsprechend, dass die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. „Wir haben unser Möglichstes gegeben, um den Menschen die FDP näherzubringen“, meinte sie im Interview mit der Filstalwelle.
Sabine Schapke, die Kandidatin der Linken im Wahlkreis, spricht von einem „sensationellen Erfolg“ ihrer Partei: „Wir sind wirklich die Gewinner der Wahl und haben allen Grund zu feiern.“ Schapke meinte, so gut habe die Linke hier noch nie abgeschnitten, „das freut mich total“. Den Erfolg ihrer Partei führt die Co-Vorsitzende des Kreisverbands Göppingen der Linken darauf zurück, dass man im Wahlkampf die Themen aufgegriffen habe, die den Menschen wirklich auf der Seele gebrannt hätten. Während es auf Bundesebene nun das Ziel sei, eine starke Opposition darzustellen, gehe es auf Kreisebene darum, die neuen Mitglieder gut zu integrieren, für sie soll im Frühjahr ein Neumitgliedertreffen stattfinden. Schapke selbst blickt als nächstes auf die Landtagswahlen 2026.
Hoffen auf ein Zweierbündnis
Der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich setzte darauf, dass es bundesweit für ein Zweierbündnis reicht. „Und dann sollte die SPD da auch reingehen“, sagte der Grandseigneur der SPD im Landkreis bei der Filstalwelle. Hofelich betonte den Zwang zur Kompromissfähigkeit bei vielen Themen wie Sicherheit und Wirtschaftspolitik und richtet immer wieder den Blick in die Zukunft. Die SPD müsse sich über das Wahlprogramm hinaus fragen, wie sie die Leute wieder erreicht und er ließ durchblicken, dass sich dafür auch das Personal an der Parteispitze ändern könnte.
Wen haben die meisten Bürgerinnen und Bürger im Wahlkreis 263 Göppingen gewählt? Die Ergebnisse zu Erst- und Zweitstimmen finden Sie hier, sobald die Daten verfügbar sind.
Die Wahlergebnisse der Bundestagswahl am 23. Februar in den Städten und Gemeinden im Wahlkreis 263 Göppingen finden Sie in alphabetischer Reihenfolge hier:
Bad Ditzenbach
Börtlingen
Bad Boll
Dürnau
Gammelshausen
Gruibingen
Hattenhofen
Mühlhausen im Täle
Schlat
