Bombendrohungen an Schulen
: Nach Droh-Mail: Polizei räumt Schulhäuser in Göppingen und Schorndorf

Auch an der Faurndauer Waldorfschule und am Schorndorfer Burggymnasium sind am Freitagmorgen Droh-Mails eingegangen. Die Haier-Grundschule in Faurndau war indirekt betroffen. Was die Polizei bisher weiß.
Von
Christine Figl,
Susann Schönfelder
Faurndau/Schorndorf
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  • Großeinsatz am Freitagmorgen: Die Polizei räumte und durchsuchte auch die Waldorfschule in Faurndau.

    Großeinsatz am Freitagmorgen: Die Polizei räumte und durchsuchte auch die Waldorfschule in Faurndau.

    SDMG / Kern
  • Großeinsatz am Freitagmorgen: Die Polizei räumte und durchsuchte auch die Waldorfschule in Faurndau.

    Großeinsatz am Freitagmorgen: Die Polizei räumte und durchsuchte auch die Waldorfschule in Faurndau.

    SDMG / Kern
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Nach Bombendrohungen hat die Polizei am Freitag, 27.10., die Freie Waldorfschule Filstal in Faurndau sowie das Burggymnasium in Schorndorf geräumt. Auch in Fellbach und Waiblingen (alle drei im Rems-Murr-Kreis) sollten nach Angaben eines Polizeisprechers vom Freitag Schulen geräumt werden, weil Drohungen eingegangen waren.

Unbekannte Täter haben am Morgen an die Waldorfschule in der Ahornstraße eine E-Mail mit bedrohlichem Inhalt geschickt. Die Polizei rückte ab 7.40 Uhr mit einem Großaufgebot aus und räumte die Schule in Faurndau.

Die Beamten durchsuchten die Waldorfschule. Nach einer Bewertung aller Informationen wurden keine Hinweise auf eine Gefährdung festgestellt. Gegen 9.50 Uhr war der Einsatz beendet. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Auch die benachbarte Haier-Grundschule war indirekt von der Bombendrohung betroffen. „Die Kinder mussten in ihren Klassenzimmern bleiben“, berichtet Jörg Hofrichter, Leiter des Staatlichen Schulamts Göppingen. Seit dem Amok-Lauf von Winnenden und Wendlingen, bei dem der Täter 15 Menschen und sich selbst tötete, gelten die Vorsichtsmaßnahmen auch für umliegende und etwas weiter entfernte Schulen, sagt Hofrichter. Gegen 10.45 Uhr habe er von der Grundschule Entwarnung bekommen: „Es geht allen Kindern und Lehrkräften gut“, habe ihm die kommissarische Schulleiterin mitgeteilt.

Polizeisprecher: „Aktuell ein verbreitetes Phänomen“

In Schorndorf bot sich ein ähnliches Szenario: „Wir wurden um 7 Uhr alarmiert“ berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen, das für den Rems-Murr-Kreis zuständig ist. Die Drohung, dass sich eine Bombe im Gebäude befinde, sei per Mail eingegangen. „Das ist aktuell ein verbreitetes Phänomen“, sagt der Sprecher auf Nachfrage. Entsprechende Nachrichten gingen derzeit an mehreren Schulen ein.

„Wir haben die Schule evakuiert“, berichtet der Polizeisprecher über den Fall in Schorndorf weiter. Schüler und Lehrer mussten das Gebäude verlassen und kamen in einer Sporthalle unter. Die Schulen wurden geräumt. Weitere Schüler kamen in der Stadtkirche sowie im Alten Rathaus unter.

Die Beamten durchsuchten anschließend das gesamte Gebäude, um herauszufinden, ob sich verdächtige Gegenstände darin befinden. Der Sprecher des Aalener Polizeipräsidiums weiß, dass die Suche inzwischen abgeschlossen ist und die Polizisten nichts Verdächtiges gefunden haben.

Schulgebäude wieder freigegeben

„Von unserer Seite aus ist das Gebäude wieder freigegeben“, erzählt der Sprecher um 9.30 Uhr. Wie es für die Schüler weitergehe, könne er nicht sagen. Das müsse die Schulleitung klären und an Eltern und Kinder weitergeben.

Am Freitagmorgen kam es nach den derzeitigen Erkenntnissen landesweit zu ähnlichen Bedrohungslagen. Betroffen waren neben dem Burggymnasium in Schorndorf und der Waldorfschule in Faurndau auch das Gustav-Stresemann-Gymnasium in Schmiden sowie das Salier-Gymnasium in Waiblingen. Alle erhielten per E-Mail Bombendrohungen am Freitag. Die Polizei war an den Orten mit Großaufgeboten im Einsatz. Ein Sprecher geht davon aus, dass rund 80 Einsatzkräfte beteiligt waren. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.