Anschlagsdrohung in Göppingen
: Polizei räumt Waldweihnacht und riegelt Innenstadt ab

Wegen der Drohung eines Anschlags hat die Polizei den Göppinger Weihnachtsmarkt am Samstagabend geräumt und das Gebiet in der Innenstadt weiträumig abgeriegelt. Die Polizei war bis in den späten Abend hinein mit starken Kräften im Einsatz. Die Beamten patrouillierten mit Maschinenpistolen.
Von
Helge Thiele
Göppingen
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  • Die Göppinger Hauptstraße beim Rathaus am Samstagabend: Ein Polizeifahrzeug versperrt den Eingang zur Waldweihnacht, so wie an den anderen Zugängen auch.

    Die Göppinger Hauptstraße beim Rathaus am Samstagabend: Ein Polizeifahrzeug versperrt den Eingang zur Waldweihnacht, so wie an den anderen Zugängen auch.

    Giacinto Carlucci
  • Die Göppinger Waldweihnacht wurde am Samstagabend komplett geräumt. Absperrbänder der Polizei hinderten Passanten am Betreten des Geländes.

    Die Göppinger Waldweihnacht wurde am Samstagabend komplett geräumt. Absperrbänder der Polizei hinderten Passanten am Betreten des Geländes.

    Giacinto Carlucci
  • Die Polizei war bis in den späten Samstagabend hinein mit starken Kräften im Einsatz.

    Die Polizei war bis in den späten Samstagabend hinein mit starken Kräften im Einsatz.

    Giacinto Carlucci
  • Die Polizeibeamten trugen schwere Schutzausrüstung.

    Die Polizeibeamten trugen schwere Schutzausrüstung.

    Giacinto Carlucci
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Wie ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Ulm auf Anfrage mitteilte, hat es am Samstagabend den Hinweis auf eine Bedrohungslage in Göppingen gegeben. Die Drohung richtete sich gegen die Waldweihnacht in der Innenstadt. Der Hinweis war gegen 19.40 Uhr bei der Polizei eingegangen und wurde sehr ernst genommen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz sowie in der unteren Marktstraße wurde umgehend und komplett abgesperrt, geräumt und geschlossen. Überall wurden Passanten durch rot–weiße Absperrbänder der Polizei auf die Sperrung hingewiesen.

Beamte patrouillieren mit Maschinenpistolen

Über Göppingen kreiste ein Polizeihubschrauber. Die Polizei war bis in den späten Abend hinein mit starken Kräften im Einsatz — in schwerer Schutzausrüstung. Teilweise patrouillierten die Beamten mit Maschinenpistolen durch die Innenstadt. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Polizei keine näheren Angaben zur Zahl der Einsatzkräfte und der Einsatzfahrzeuge. Der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier wurde am Samstagabend von der Polizei informiert und über die aktuelle Situation auf dem Laufenden gehalten.

Gegen 22.30 Uhr hatte die Polizei ihren Einsatz beendet. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm sagte: „Es sind keine Personen zu Schaden gekommen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu den Hintergründen der Anschlagsdrohung aufgenommen.“

Polizei lobt Besonnenheit der Besucher

„Die Räumung des Weihnachtsmarkts lief ruhig und geordnet ab.“ Die Polizei geht davon aus, dass die Göppinger Waldweihnacht am Sonntag wieder öffnen kann.

Keine Angaben zur konkreten Drohung

Welche konkrete Drohung es gegen den Weihnachtsmarkt gab, teilte die Polizei nicht mit. In den sozialen Netzwerken berichteten Besucher des Weihnachtsmarkts über die Räumung und die Atmosphäre in der Innenstadt. Viele machten sich große Sorgen.

Alles musste blitzschnell gehen

Eine Gastronomin schilderte gegenüber unserer Zeitung, dass zwei Polizisten in ihr Lokal gekommen seien, ihren Dienstausweis gezeigt und die Anweisung gegeben hätten, das Café am Marktplatz zu räumen. Alles musste blitzschnell gehen. Die Gastronomin hatte keine Zeit mehr, um die Gäste auf der Terrasse abzukassieren.

OB Maier dankt Polizei

Der Göppinger Rathauschef Alex Maier sagte am späten Samstagabend zu der Anschlagsdrohung: „Die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität, deshalb begrüßen wir die präventive Räumung des Weihnachtsmarkts durch die Polizei. Stand jetzt gehen wir davon aus, dass der Markt bereits am Sonntag wieder wie üblich öffnen kann. Polizei und Stadt werden weitere Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, wenn nötig. Ich stehe mit den zuständigen Stellen im ständigen Austausch und hoffe, dass der Täter schnell überführt werden kann.“