Wegen Terrorverdachts festgenommen
: Jugendliche sollen Anschlag auf Kölner Weihnachtsmarkt geplant haben

Die Polizei hat am Mittwoch einen 15- und einen 16-Jährigen in Gewahrsam genommen. Sie sollen sich über einen Anschlag mit Brandsätzen und Kleinlaster ausgetauscht haben.
Von
Amelie Schröer
Köln
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Wurde womöglich ein Anschlag auf den Kölner Weihnachtsmarkt verhindert? Ein 15- und 16-Jähriger sitzen wegen Terrorverdacht nun in Haft.

Sascha Thelen/dpa

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen und in Brandenburg hat womöglich einen dramatischen, islamistischen Anschlag in Köln verhindert. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Mittwoch mitteilt, habe das Amtsgericht Leverkusen wegen der Planung und Vorbereitung eines islamistischen Terroranschlags einen Haftbefehl gegen einen 15-Jährigen aus dem Rheinisch-Bergischen-Kreis in Nordrhein-Westfalen erlassen. Der Jugendliche sei bei einer Durchsuchung seiner Wohnung am Dienstag (28.11.) vorläufig festgenommen worden.

Anschläge mit Brandsätzen und Kleinlaster geplant

Hintergrund der Festnahme war, dass sich der 15-jährige Hauptbeschuldigte und ein 16-Jähriger auf dem Nachrichtenportal Telegram über die Absicht ausgetauscht haben, am kommenden Freitag (01.12.) einen Anschlag auf vermeintliche „Ungläubige“ zu verüben. Als mögliche Ziele habe der 15-Jährige aus NRW unter anderem eine Synagoge und einen Weihnachtsmarkt genannt. Wie ernst die Drohung war, war zunächst unklar. Da er jedoch vor kurzem dann ein konkretes Datum und einen öffentlichen Platz nannte, griff die Polizei am Dienstag sicherheitshalber zu.

Nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) soll der 15-Jährige auf Telegram ein Video verbreitet haben, in dem er die Tat ankündigte. Konkret soll er sich mit dem älteren Verdächtigen über einen Anschlag mit Brandsätzen oder einem Kleinlaster auf einen Weihnachtsmarkt oder eine Synagoge in Köln ausgetauscht haben. Beide Jugendlichen gelten nach WDR-Informationen als Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Erinnerung an Anschlag auf Berliner Breitscheidplatz

Immer wieder gerät das Thema Sicherheit zu Beginn der Weihnachtsmärkte in Deutschland in den Fokus der Diskussionen. Der mutmaßlich geplante Anschlag am Freitag erinnert an den Anschlag am 19. Dezember 2016 auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Damals war ein islamistischer Terrorist in einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gefahren. Durch die Tat starben insgesamt 13 Menschen, einer von ihnen Jahre später an den Folgen.