Photovoltaik Böhmenkirch: Böhmenkirch startet PV-Bündelaktion

Um die Bürger bei der Installation einer PV-Anlage zu unterstützten, beschloss der Böhmenkircher Gemeinderat eine Bündelaktion mit der Energieagentur des Landkreises.
dpa- Böhmenkirch startet eine PV-Bündelaktion – Ziel ist mehr Photovoltaik auf Gemeindedächern.
- Die Energieagentur begleitet von Infoabend bis Umsetzung, inklusive Basis- und Individualangebot.
- Erwartete Ersparnis durch Sammelbestellung: etwa zehn bis 15 Prozent, Laufzeit sechs bis zwölf Monate.
- Land fördert 80 Prozent der Koordination, die Gemeinde zahlt 2500 Euro; Kommunikation ist Teil des Pakets.
- Antrag zu Abschaltzeiten mit Albwerk scheiterte, der Rat stimmte der Bündelaktion mehrheitlich zu.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr Photovoltaik auf den Dächern der Gemeinde, dazu eine durchdachte Kommunikationsstrategie für die kommenden zwei Jahre: Mit diesem Doppelpaket ist die Energieagentur des Landkreises Göppingen in der Sitzung am 29. Juli vorstellig geworden, wie die Gemeinde auf Nachfrage der GZ berichtet. Der Leiter der Energieagentur des Landkreises, Timm Engelhardt, stellte ein Förderprojekt vor, das Böhmenkirch beim Klimaschutz noch weiter voranbringen solle – und stieß dabei überwiegend auf offene Ohren. Das Problem: Viele wollen Photovoltaik, aber keiner weiß wie.
Informationsdschungel bei PV
Den Ausgangspunkt der Präsentation bildete eine simple Beobachtung: Viele Bürgerinnen und Bürger würden gerne eine Photovoltaikanlage installieren, scheitern aber am Informationsdschungel aus Technik, Kosten und Fördermöglichkeiten. Hinzu komme die Unsicherheit, welche Lösung zum eigenen Gebäude passt, eine schwer durchschaubare Anbieterlandschaft sowie schlicht fehlende Zeit, um Angebote zu vergleichen. Genau hier solle laut Engelhardt die sogenannte PV-Bündelaktion ansetzen: ein von der Energieagentur koordiniertes Verfahren, das Interessierte von der ersten Information bis zur Umsetzung begleitet – „neutral, gebündelt und mit spürbaren Kostenvorteilen“. Konkret läuft das Verfahren über eine öffentliche Informationsveranstaltung, anschließende Vor-Ort-Beratungen für bis zu 60 Haushalte, ein gemeinsames Basisangebot, individuelle Angebotsanpassung sowie die eigentliche Auftragsvergabe und Umsetzung. Durch die gemeinsame Sammelbestellung könnten die Teilnehmer mit einer Ersparnis von schätzungsweise zehn bis 15 Prozent gegenüber Einzelaufträgen rechnen, so Engelhardt weiter. Die gesamte Projektlaufzeit ist mit rund sechs bis zwölf Monaten veranschlagt. Eine Kommunikationsstrategie solle das Projekt unterstützen.
Finanziell attraktiv werde das Vorhaben durch die Förderung des Landes: Bei Gesamtkosten von 12.500 Euro für die Koordination der Aktion übernimmt das Land 80 Prozent, sodass für die Gemeinde Böhmenkirch lediglich ein Eigenanteil von 2500 Euro verbleibt. Die Fördermittel dürfen dabei flexibel für Kommunikationsmaßnahmen, Bürgerbeteiligung und Sachkosten eingesetzt werden.
Diskussion um Netzeinspeisung – Antrag scheitert deutlich
Bevor der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag zustimmte, entspann sich eine Debatte um ein technisches Detail, das vielen PV-Interessierten unter den Nägeln brennt: die sogenannten Abschaltzeiten von PV-Anlagen bei Stromüberproduktion. Gemeinderat Eike Odenbach beantragte, vor dem Start der Bündelaktion zunächst mit dem Netzbetreiber Albwerk zu klären, wann und wie oft Anlagen bei zu hoher Einspeisung ins Netz abgeschaltet werden. Der Antrag fand im Gremium jedoch keine Mehrheit: Mit sieben Ja- zu elf Nein-Stimmen bei einer Enthaltung wurde er deutlich abgelehnt.
Grünes Licht für die Bündelaktion
Im Anschluss votierte der Gemeinderat mit 16:3 Stimmen für die Teilnahme an der PV-Bündelaktion samt Kommunikationsstrategie. Insgesamt nahm der Gemeinderat die Initiative sehr positiv auf und sah in ihr eine unkomplizierte Möglichkeit, den Photovoltaik-Ausbau in der Gemeinde noch weiter voranzutreiben.
Am Rande der Sitzung wies die Energieagentur zudem auf den Klimapakt Baden-Württemberg hin, eine freiwillige Vereinbarung zwischen Land und Kommunen mit Fokus auf Klimaneutralität der eigenen Verwaltung. Landesweit sind diesem Pakt bereits 635 Kommunen beigetreten, davon 26 allein im Landkreis Göppingen. Die Unterzeichnung zieht keine zusätzlichen rechtlichen Verpflichtungen mit sich, bringt der Gemeinde jedoch unter Umständen einen höheren Fördersatz bei Klimaschutzmaßnahmen. Das Gremium stimmte der Unterzeichnung des Pakts mehrheitlich zu.
