GZ-Weihnachtsaktion 2024: Hoch zu Ross auf dem Christofshof: Ein Höhepunkt in jeder Woche

Carola Jungwirth mit Wallach El Cid. Die 39-Jährige ist Reittherapeutin bei den „Kinder- und Jugendhilfen – Das Berghaus“.
Claudia Burst- Die Bodelschwingh-Schule setzt auf Reittherapie für Schüler; Erfolg auf vielen Ebenen.
- Reittherapeutin Carola Jungwirth und Wallach El Cid sind zentrale Figuren.
- Therapie hilft bei körperlichen, psychischen und sozialen Problemen.
- Jährliche Spendenaktion der GZ unterstützt das Projekt.
- GZ-Weihnachtsaktion fördert weitere lokale Projekte durch Spenden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Jeden Dienstagvormittag kommt eine Schulklasse aus der Geislinger Bodelschwinghschule gemeinsam mit zwei Lehrerinnen im Transportbus zum Christofshof bei Waldhausen. „Die vier, fünf oder sechs Kinder steigen erwartungsvoll aus, rufen schon von weitem ‚Hallo Pferd!‘, winken, und manche trauen sich sogar, El Cid im Schulter-Halsbereich zu umarmen“, schildert Reittherapeutin Carola Jungwirth.
El Cid ist ein Wallach, der dank seiner ruhigen Art für die manchmal quirligen und aufgeregten, manchmal auch ängstlichen oder schüchternen Kinder das richtige tierische Gegenüber ist. „Er bleibt in jeder Situation gelassen, auch bei plötzlichem Gilfen, Klatschen oder anderen Lauten“, erzählt die 39-Jährige, die Sozialpädagogik studiert hat und bei den „Kinder- und Jugendhilfen – Das Berghaus“ Bereichsleiterin für Kleinkinder ist. Darüber hinaus betreut Carola Jungwirth tiergestützte Angebote der Einrichtung. Außer zur Reittherapeutin hat sie sich auch zur Systemischen Beraterin und mit ihrer Australian-Shepherd-Hündin „Pepper“ zur Dog-Assistant weitergebildet.
Vom Nutzen überzeugt
Vom Nutzen der Reittherapie ist Jungwirth überzeugt: „Die Wirkung findet auf vielen unterschiedlichen Ebenen statt“, sagt sie und nennt die körperliche, die psychische, die seelische, die emotionale oder die soziale Ebene. „Wenn alle beim Hufe auskratzen helfen wollen, müssen sie kommunizieren und überlegen, wie das möglich ist, und sie müssen die Absprachen einhalten“, nennt die Expertin ein Beispiel für Letzteres. Das Berühren der Bürste und des Striegels genauso wie das Fell des Pferdes rege die Sinne an; die Bewegungen beim Striegeln und dabei den richtigen Druck auszuüben, seien Koordinationsübungen, die ganz unbewusst abliefen.
Natürlich dürfen die Kinder auch reiten. Entweder auf dem Reitplatz am Christofshof oder auf den Feldwegen. „Das beruhigende Schreiten des Pferds überträgt sich auf die Körper und beruhigt auch die Kinder“, hat Carola Jungwirth schon so oft festgestellt. Selbst ängstliche Kinder trauten sich schnell ans oder sogar aufs Pferd. Dabei marschiert die Sozialpädagogin nebenher, während ein zweites Kind das Pferd führen darf. „Es trägt also Verantwortung und ist stolz darauf.“
Carola Jungwirth weiß, mit welchen Griffen an Knie, Fußgelenk oder unteren Rücken sie die jungen Reiter stabilisieren und ihnen auf diese Weise Sicherheit vermitteln kann. Das Kind wird dank der direkten Berührung mit dem Pferdekörper ruhig, alle Kinder reiten ohne Sattel, nur mit einer Pferdedecke. „Ich habe es schon erlebt, dass innerlich unruhige Kinder auf dem Pferd derart zur Ruhe kamen, dass sie dort eingeschlafen sind“, berichtet Carola Jungwirth. Frühkindliche Bedürfnisse würden durch die Wärme und Nähe des Tierkörpers gestillt.
Kinder mit schlaffer Körperhaltung, also mit geringem Muskeltonus, bauten oft bereits beim zweiten Mal mehr Körperspannung auf und säßen deutlich aufrechter als vorher auf dem Pferd. Zu alldem kommen Stolz und Freude, wenn das Kind es geschafft hat, dem Pferd zu zeigen, dass es nach rechts oder links will oder dass das Tier anhalten soll.
Begleiter und Übersetzer
„Als Therapeuten sind wir Begleiter und Übersetzer der Reaktion unserer Tiere, den Hauptjob macht das Pferd“, erzählt Jungwirth. So habe El Cid einmal ein Kind ständig angestupst und körperliche Nähe gesucht. „Er hat gespürt, dass es dem Kind nicht gut ging. Als ich das Kind danach gefragt habe, flossen die Tränen und es hat mir seinen Kummer geklagt“, nennt sie ein Beispiel.
Jede Klasse darf vier- bis fünfmal zum Reiten, dann kommt die nächste Klasse dran, sodass alle Schüler im Laufe des Jahres dabei sind. Dass die Reittherapie für die Bodelschwingh-Schüler das absolute „Highlight der Woche“ ist, bestätigt auch Hartmut Reim, der Vorsitzende des Fördervereins der Bodelschwingh-Schule. Er jedes sammelt jedes Jahr Spenden, um die Therapie für die Schüler und Schülerinnen zu finanzieren. Sein eigener Sohn ist inzwischen nicht mehr an der Schule. Aber von ihm weiß er, wie gut dem Jungen das Reiten tat und wie sehr es ihm gegen die innere Unruhe und die geringe Frustrationstoleranz half. „Das bestätigen auch andere Eltern, deshalb sind wir sehr dankbar, dass uns die GZ-Leser dafür unterstützen wollen“, betont Hartmut Reim.
GZ-Weihnachtsaktion: Wie Sie helfen und spenden können
Die GZ-Aktion unterstützt dieses Jahr folgende Projekte: Pferdegestützte Therapie der Bodelschwingh-Schule Geislingen; Beleuchtung für Einsätze des DRK-Ortsvereins Geislingen-Oberes Filstal; Projekte zur Trauerbewältigung des ambulanten Kinder- und Jugendhospizes der Malteser im Kreis Göppingen; Ausstattung des Hospizes im Oberen Filstal; Psychomotorik-Angebot für Geislinger Förder- und Betreuungsbereich der Lebenshilfe Göppingen; Unterstützung von Veranstaltungen der „Sorgenden Gemeinschaft“ der Seniorengemeinschaft Obere Fils (Segofils).
Mit Veranstaltungen können Sie die Projekte der GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht‘s besser“ unterstützen. Möglich sind beispielsweise Konzerte, Kabarett-Abende, Benefiz-Essen, Basare, Partys oder Tombolas – zum Beispiel im Betrieb oder im Verein.
Sie können entscheiden, ob Sie für alle Projekte spenden möchten oder für einzelne (bitte auf der Überweisung vermerken). Die Spendenkonten: Kreissparkasse Göppingen IBAN: DE24 6105 0000 0006 0770 99, Volksbank Göppingen IBAN: DE14 6106 0500 0608 0000 00.
Jeder Spender wird in der GZ genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken). Wer eine Spende bei der GZ abgeben möchte, wird gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren. Das GZ-Team kommt gerne auch zu Ihnen, um Ihre Spende abzuholen.
Bei allen Fragen und Ideen zur GZ-Weihnachtsaktion können Sie sich gerne an GZ-Volontärin Sarah Quaas wenden unter Telefon (07331) 202-59 oder per E-Mail an
s.quaas@swp.de
